Tomaten pflegen – 3 Tipps für eine reiche Ernte

Kleine, saftig-süße Cherrytomaten, vollmundige, rote Fleischtomaten oder ungewöhnlich aussehende Zebratomaten – im Garten lassen sich die verschiedensten Tomatenpflanzen anbauen. Die Tomatenpflege gestaltet sich dabei kinderleicht!

Tomaten wurden vermutlich schon von den Mayas und Azteken als Nutzpflanze kultiviert. Heutzutage ist die Pflanze mit den saftigen, roten Früchten weltweit bekannt und ohne sie wäre die kulinarische Welt wohl um einiges ärmer: Man denke nur an Pizza Margherita, Spaghetti al Pomodoro, Tomatensalat, Caprese, Salsa, Tomatenmark oder Ketchup – und diese Lebensmittel und Speisen stellen nur eine kleine Auswahl dar, in der die Tomate eine bedeutende Rolle spielt! 

Ein leckerer Tomatensalat ist besonders im Sommer sehr erfrischend!

Während in Supermärkten oft nur eine kleine Sortenvielfalt anbieten, kann man im eigenen Garten oder auch auf dem Balkon die unterschiedlichsten Tomaten anbauen – und das ist einfacher, als viele vielleicht denken würden. Versprochen! 😉 Damit aber auch wirklich nichts schief geht und man sich im Sommer über eine reiche Ernte freuen kann, erklärt Gartenbauingenieur und Gärtner Raimund, der sich auf Nutzpflanzen spezialisiert hat, in diesem Beitrag, wo sich die Tomatenpflanze wohlfühlt, wie man Tomaten pflegen sollte und wie sich der Ertrag der Pflanze steigern lässt.

Einen schönen Standort für Tomaten finden

Bevor es an die Pflege der Tomaten geht, sollte man einen schönen Standort für die Pflanzen finden. Da Tomaten wärmeliebende Pflanzen sind, bevorzugen sie einen sonnigen, hellen und warmen Platz. Zudem sollten die meisten Tomaten vor Regen geschützt gepflanzt werden, um einer Infektion mit der Kraut- und Braunfäule vorzubeugen. Schöne Standorte sind beispielsweise ein Südbalkon, ein sonniger Platz an einer Hauswand unter einem Vordach oder im warmen, hellen Tomatengewächshaus. „Spezielle Freiland-Tomaten wie beispielsweise die Cherrytomate ‚Philovita‘ und die Strauchtomaten ‚Philona‘ und ‚Phantasia‘ können aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit jedoch auch im Freiland ohne Überdachung angebaut werden“, ergänzt Raimund. Auch in Hochbeete kann man Tomaten pflanzen, wenn genug Platz eingeplant wird oder wenn man sich für eine kompakt wachsende Tomatensorte entscheidet.
Mehr Tipps zur Standortwahl findest Du im Beitrag „Der beste Standort für Tomaten“.

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Welche Tomate wie geschaffen für Deinen Garten, Dein Hochbeet, Deinen Balkon oder Dein Gewächshaus ist, kannst in unserem Tomat-O-Mat herausfinden.

Tomaten einpflanzen

Nachdem der richtige Standort gefunden ist, kann die Tomate ihren neuen Wohnort beziehen. Der optimale Zeitpunkt für das Einpflanzen ist, wenn die letzten Spätfröste im Mai vorbei sind. Wer ein frostfreies Gewächshaus besitzt, kann seine Tomaten natürlich auch schon etwas früher in das Gewächshaus pflanzen.
„Beim Einpflanzen sollte man beachten, dass Tomaten zu den Starkzehrern gehören. Das bedeutet, dass sie für ihr Wachstum und die Bildung ihrer Früchte viele Nährstoffe brauchen“, erklärt Raimund Schnecking. Tomaten sollten daher auf einen nährstoffreichen Boden gepflanzt werden. „Beim Einpflanzen gibt man deswegen etwas Langzeitdünger hinzu oder arbeitet eine ordentliche Portion Kompost in den Boden ein.“
Nachdem die Tomate eingepflanzt ist, wird sie gut angedrückt und ordentlich angegossen. Das erleichtert das Anwurzeln in den Boden. Außerdem ist es wichtig, auf einen gewissen Pflanzenabstand zu achten, damit die Luft zwischen den Pflanzen zirkulieren kann. Wenn Pflanzen zu dich gedrängt stehen, haben beispielsweise Pilzsporen leichteres Spiel. Daher sollte man, wenn man eine Reihe nebeneinander stehender Tomaten pflanzen möchte, einen guten halben Meter Abstand oder mehr zwischen den einzelnen Pflanzen einplanen.

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Tomaten im Topf pflanzen

Die meisten Tomaten lassen sich ohne Probleme in einen Topf pflanzen. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Größe des Kübels für die jeweilige Tomate passend ist: Denn während man eine kleine Buschtomate wie die Zwerg-Tomate ‚Primabell®‘ oder die Mini-Herztomate ‚Romantiko‘ ohne Probleme in den Balkonkasten pflanzen kann, benötigen die großen Stabtomaten wie die ‚Solena® Sweet‘ oder die ‚Mirado®‘ durchaus einen Kübel mit mindestens 30 cm Durchmesser. Wichtig bei der Wahl des Kübels ist auch, dass das Wasser im Kübel durch Abzugslöcher ablaufen kann, damit keine Staunässe entsteht. Beim Pflanzen in einen Kübel verwendet man am besten hochwertige, vorgedüngte Erde oder gibt zusätzlich Langzeitdünger dazu.

Tomaten pflegen: Die kleine Zwerg-Tomate ‚Primabell®‘ passt sogar in den Balkonkasten.

Tomaten pflegen: 3 Tipps für eine reiche Ernte

Nachdem man die Tomate eingepflanzt hat, geht es nun an die richtige Pflege, damit man sich im Sommer über eine reiche Ernte freuen kann. Für die Tomatenpflege hat Raimund daher drei einfache und hilfreiche Tipps!

1. Tomaten richtig gießen

Tomaten gelten als relativ durstige Pflanzen. Gerade in der Wachstumsphase sollte die Erde feucht gehalten werden, da sonst ein Kalziummangel entstehen kann, der sich durch braune Stellen an den Unterseiten der Tomaten bemerkbar macht. Pflanzenexperten sprechen in diesem Fall von ‚Blütenendfäule‘. Schädlich ist dieser Mineralstoffmangel jedoch nicht – braune Stellen nach dem Ernten einfach abschneiden und die Tomaten wie gewohnt genießen, lautet der allgemeine Rat der Gärtner.

Tomaten pflegen:
Blütenendfäule – ungefährlich, aber unschön

 „Um herauszufinden, wann die Tomate wieder Wasser braucht, macht man am besten die Fingerprobe“, empfiehlt Raimund Schnecking, „ist die Erde noch sehr feucht, braucht man noch nicht gießen; ist sie bereits trocken, sollte wieder gegossen werden.“
Der Pflanzenprofi hat jedoch noch einen kleinen ‚Geheimtipp‘ für Tomatenliebhaber: „Wenn die Tomate ihre ersten Früchte bildet, darf man das Gießen auch ab und an mal vergessen. Denn dadurch, dass die Erde zwischen den Gießeinheiten auch mal antrocknet, wird die Tomate einem leichten Stress ausgesetzt, der dazu führt, dass ihre nun gebildeten Früchte besonders süß schmecken.“

Wenn man seine Tomatenpflanzen gießt, sollte man außerdem darauf achten, dass man das Wasser nicht über die Blätter, sondern direkt an die Wurzeln gießt. Denn feuchte Blätter können als Einladung für Pilzsporen verstanden werden. Somit könnten auch regengeschützt stehende Pflanzen Kraut- und Braunfäule bekommen, wenn man sie falsch gießt.

2. Tomaten mit Dünger unterstützen

Während der Wachstumsphase sollte man die Tomate alle 7-10 Tage zusätzlich mit stickstoffhaltigem Flüssigdünger versorgen. Um die Bildung der Früchte zu unterstützen, ist Flüssigdünger mit Kalium sinnvoll.  Mehr Infos zum diesem Thema findest Du im Beitag „Wie viel Hunger haben Tomaten, Gurken & Co.“.

3. Tomaten ausgeizen – so steigert man die Ernte

Stabtomaten sind ausgesprochen wüchsig und bilden unzählige Triebe aus. Damit die Pflanze jedoch ihre ganze Kraft in die Ausbildung von einem oder auch von zwei Haupttrieben stecken kann, muss man die Seitentriebe beziehungsweise Geiztriebe, die aus den Blattachseln wachsen, regelmäßig entfernen. Das geht ganz leicht, indem man sie abschneidet oder mit den Fingern abknipst. „Durch das Entfernen der Geiztriebe, also durch das Ausgeizen, wird der Ertrag der Pflanze gesteigert“, erklärt der Pflanzenexperte, „denn die Pflanze kann ihre Kraft nun wieder auf die Ausbildung des Hauptriebs und in die Bildung von Früchten legen.“ Dieser Tipp gilt jedoch nicht für die kleinen Buschtomaten. Diese müssen nämlich nicht ausgegeizt werden.
Unabhängig davon kann sich es sich ergeben, dass sich der Haupttrieb in zwei Triebe spaltet. Das ist ganz normal und führt einfach nur dazu, dass die Stabtomate buschiger wird.

Tomaten ausgeizen – so geht’s!

Tomaten ernten – endlich ist es soweit!

Ab Juni kann man sich über die ersten gelben Blüten und schon bald auch über die ersten leckeren Früchte freuen. Die Tomaten sind reif, wenn sie Farbe bekommen haben und auf Druck ein wenig nachgeben. Reife Tomaten können gut bei Zimmertemperatur gelagert werden. Am besten belässt man bei der Ernte einfach ein Stück Stiel an der Tomate, da die Früchte so länger haltbar sind. Besonders lange haltbar sind beispielsweise die Cherrytomaten ‚Strabena‘ aufgrund ihrer Rispenhaftigkeit.
Im Kühlschrank sollten die Tomaten lieber nicht aufbewahrt werden, da das dem Geschmack abträglich ist. „Bei den Tomatenpflanzen ‚Tomberry® Red‘ oder ‚Tomberry® Yellow‘ gibt es außerdem einen tollen Trick, um sich das Abpflücken der unzähligen Mini-Tomaten zu erleichtern“, verrät der Gemüsespezialist Raimund Schnecking, „man schneidet einfach eine komplette Rispe mit den reifen Tomaten ab und lagert sie mindestens für einen Tag bei Zimmertemperatur. Am nächsten Tag lassen sich die Früchte problemlos durch ein leichtes Schütteln von der Rispe lösen!“

Tomaten pflegen – leichter als man denkt!

Grüne Tomaten nachreifen lassen

Tomaten reifen bis zum ersten Frost. Bis dahin können die leckeren Früchte nach Bedarf geerntet werden. Doch was macht man mit den grünen Tomaten, die an der Pflanze heranwachsen und noch nicht ausgereift sind? „Grüne Tomaten kann man vor dem ersten Frost abpflücken und in Zeitungspapier einwickeln oder in einer Papiertüte aufbewahren und bei Zimmertemperatur lagern“, rät Pflanzenprofi Raimund Schnecking. Dabei können Äpfel den Reifeprozess beschleunigen, indem man sie zu den grünen Tomaten in die Papiertüte legt.

Viel Erfolg bei der Pflege der Tomaten!

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