Tomaten anbauen – der beste Standort für Tomaten

Wenn im Mai die Gefahr der letzten Spätfröste gebannt ist, ist die Zeit gekommen, seine Tomaten in den Garten oder auf den Balkon zu pflanzen. Doch was ist der beste Standort für Tomaten? Gärtner und Gemüsespezialist Raimund verrät, wo sich Tomaten besonders wohlfühlen.

Frische Tomaten direkt vom Strauch – im Sommer freuen sich viele Hobbygärtner und -gärtnerinnen über ihre selbst geernteten Tomatenfrüchte. Tomaten gehören in Deutschland zu den beliebtesten Gemüsesorten und werden daher auch gerne im eigenen Garten oder auf dem Balkon angebaut. Die Pflege der Pflanze gestaltet sich dabei oft einfacher, als man denkt. Doch bevor es an die Pflege oder Ernte geht, sollte man sich erst einmal einige Gedanken über den richtigen Standort für Tomaten machen. Während beispielsweise die Zwerg-Tomate ‚Primabell®‘ äußerst kompakt wächst und daher auch sehr schön in einem kleinen Topf auf der Terrasse stehen kann, brauchen andere Sorten wie die Nektar-Cherrytomate ‚Solena® Sweet‘ oder die Pflaumen-Cherrytomate ‚Delisher‘ deutlich mehr Platz.

Tipp: Wenn Du bei der riesigen Auswahl an Tomatenpflanzen unsicher bist, kannst Du in unserem Tomat-O-Mat mithilfe weniger Fragen herausfinden, welche Tomate am besten in Deinen Garten oder auf Deinen Balkon passt!

Für eine reiche Ernte braucht es den richtigen Standort für Tomaten

Der perfekte Standort für Tomaten

Damit sich Tomaten gut entwickeln und viele Früchte tragen, sollte man einige Aspekte bei der Wahl des Standortes berücksichtigen.

1. Es muss sonnig und warm sein!

 „Grundsätzlich bevorzugen Tomaten einen sonnigen, hellen und warmen Ort“, weiß Gartenbauingenieur Raimund. Tomatenpflanzen sollten daher auch nicht vor Mitte Mai ausgepflanzt werden, da in der Regel bis zu den Eisheiligen im Mai noch Spätfröste drohen. „Wer ein frostfreies Gewächshaus besitzt, kann seine Tomaten aber auch schon früher ins Gewächshaus stellen“, ergänzt Raimund.

2. Ein regengeschützter Standort für Tomaten

Daneben sollte man die meisten Tomatensorten an einen vor Regen geschützten Standort pflanzen, um das Risiko, dass sie an Kraut- und Braunfäule erkranken, zu senken. Ein sonnig gelegener Balkon, eine gen Süden gerichtete Hauswand mit Überdachung oder ein heller Platz im Gewächshaus sind daher für alle Tomaten optimale Standorte.

„Wer eine spezielle Freiland-Tomate wie beispielsweise die Cherrytomate ‘Philovita‘ oder die Strauchtomate ‘Phantasia‘ gekauft hat, kann diese auch mitten in den Garten unter freiem Himmel pflanzen“, ergänzt der Gemüseexperte Raimund. Diese Tomaten besitzen eine besondere Widerstandsfähigkeit gegen die Kraut- und Braunfäule und können daher besonders erfolgreich im Freiland angebaut werden.

So sieht die Freiland-Strauchtomate ‘Philona‘ im Garten aus – perfekt für den Anbau im Freiland

3. Jede Tomate braucht ihren Platz

Beim Einpflanzen der Tomaten sollte man einen gewissen Pflanzabstand einplanen. Schließlich brauchen die Pflanzen Platz, um sich zu entfalten. „Außerdem kann die Luft besser zwischen den Tomatenpflanzen zirkulieren, wenn sie nicht zu dicht gedrängt stehen“, ergänzt der Gartenbauingenieur Raimund. Denn eine gute Belüftung ist sinnvoll, um Pilzerkrankungen wie Echten Mehltau oder Kraut- und Braunfäule vorzubeugen.
Dabei benötigen kleine Buschtomaten wie die Mini-Herztomate ‚Romantiko‘ oder die Zwerg-Tomate ‚Primabell®‘ deutlich weniger Platz als Stabtomaten. Während zwischen den Stabtomaten ein Abstand von gut einem halben Meter oder mehr eingeplant werden sollte, reichen bei den kleinen Buschtomaten 20 bis 25 cm Abstand.

Möchte man seine Tomatenpflanzen in Töpfe pflanzen, ist für die kompakten Tomatensorten ein Topfdurchmesser von 15 bis 20 cm ausreichend. Die Stabtomaten benötigen hingegen einen Kübel mit einem Durchmesser von 30 cm – gerne darf der Topf auch noch größer sein. Das erspart einem im heißen Sommer ein wenig das Gießen, da die Erde nicht ganz so schnell austrocknet. So kann man im Prinzip alle Tomatenpflanzen im Kübel auf dem Balkon anbauen, wenn man genügend Platz einplant – und auch in Hochbeeten sind Tomaten gern gesehene Bewohner.

Auch größere Tomaten können im Topf angebaut werden; die Zwerg-Tomate ‘Primabell®’ ist jedoch sogar eine richtige Topf-Tomate, die kaum größer als 30 cm wird

4. Ein nährstoffreicher Boden ist ein Muss

Tomaten gehören zu den Starkzehrern – sie brauchen, um zu wachsen und im Sommer Blüten und Früchte zu bilden, viele Nährstoffe, die sie über ihre Wurzeln aufnehmen. „Am besten arbeitet man vor dem Einpflanzen einfach Langzeitdünger oder Kompost in den Boden ein“, rät Raimund.

5. Regelmäßige Standortwechsel beugen Infektionen vor

Als Wiederholungstäter sollte man darauf achten, dass man seine Tomaten nicht jedes Jahr auf ein und denselben Standort pflanzt, um das Risiko von Krankheitsübertragungen zu minimieren. So können auf Tomaten spezialisierte Nematoden im Boden überwintern und im kommenden Jahr die frisch gepflanzten Tomatenpflanzen angreifen. Eine kleine Zwischenkultur mit Tagetes, Ringelblumen oder Kapuzinerkresse tut dem Boden daher ganz gut – und in der Zeit können die Tomaten einfach an eine andere Stelle gepflanzt werden.
Bei veredelten Tomatenpflanzen ist der Standortwechsel nicht so stark von Bedeutung. Denn die veredelten Tomaten besitzen ein robusteres und widerstandsfähigeres Wurzelwerk. Dennoch sollte man auch hier alle paar Jahre einen Standortwechsel anstreben, um Krankheitsübertragungen zu minimieren. Zudem kann man den Boden beispielsweise mit einer Gründüngung unterstützen.

Saftig-süße Pflaumen-Cherrytomaten in Gelb

6. Die richtigen Beetpartner für Tomaten

Auch Mischkulturen helfen dabei, Schädlingsbefälle einzudämmen. Bei einer Mischkultur sollte man jedoch darauf achten, dass man Kartoffeln als direkte Beetnachbarn lieber vermeidet, da an Braunfäule erkrankte Kartoffeln potenzielle Krankheitsüberträger sind: Die freigesetzten Pilzsporen können die in der Nähe stehenden Tomaten infizieren. Auch Gurken und Tomaten mögen nicht so gerne zusammen in einem Gewächshaus stehen, da sie unterschiedliche Klimaansprüche haben. „Tomaten sind in wüstenartigen Klimaten beheimatet, während Gurken aus dem Dschungel kommen und hohe Luftfeuchtigkeit lieben“, erklärt Raimund die verschiedenen Standortvorlieben der beiden Gemüsepflanzen.
Sollten jedoch beispielsweise aus Platzgründen sowohl Gurken als auch Tomaten in einem Gewächshaus angebaut werden, können die Gurken auf die schattige Nordseite des Gewächshauses und die Tomaten auf die sonnige Südseite gepflanzt werden.


Tipps zum Anbau von Tomaten und Gurken

Welcher Standort ist für Gemüsepflanzen wie Tomaten und Gurken ideal? Was muss man bei den veredelten Gemüsepflanzen beachten? Muss man Tomaten und Gurken düngen? All diese Fragen beantwortet unser Gärtner Volker im Video.

Im Gegensatz zu Kartoffeln oder Gurken sind Zucchini, Kapuzinerkresse, Tagetes, Zwiebeln, Bohnen, Knoblauch, verschiedenen Kohlarten, Pfefferminze oder Radieschen beliebte Partner, mit denen sich Tomaten gerne das Beet teilen.

Hochbeet
Diese kleinen Buschtomaten fühlen sich im Hochbeet zwischen Kapuzinerkresse und Schnittlauch wohl!

Mit diesen Tipps sollte sich die Tomate an ihrem Standort pudelwohl fühlen!


Damit Deine Tomaten auch eine reiche Ernte tragen, findest Du hier drei Tipps für die Tomatenpflege:

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