Chili pflanzen und pflegen

Wer es gerne scharf mag, der kommt um Chili kaum herum. So mancher Hobbygärtner hegt da den Wunsch, selber Chilis anzubauen, um sie immer frisch genießen zu können. 

Chili pflanzen & pflegen
Gar nicht so schwer: Chilis pflanzen und pflegen ist ganz einfach. 

Mit ein paar Tricks gelingt die Pflege der Chilipflanzen im Handumdrehen. 

Die Herkunft der Chilis 

Genauso wie Paprika gehört auch die Chilipflanze zur Gattung Capsicum und ist damit ein Nachtschattengewächs. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet findet sich in Mittel- und Südamerika, wo die verschiedenen Chiliarten unabhängig voneinander schon vor Tausenden von Jahren domestiziert wurden. Mit den Fahrten Christoph Kolumbus' verbreitete sich der Chili ab dem 16. Jahrhundert nach Europa, Asien und Afrika und erweiterte das Gewürzspektrum in den Küchen der Welt. Heute besteht das Ziel der Züchtung vor allem darin, Größe, Form und Schärfegrad der Früchte zu optimieren.

Herkunft der Chilis
Thai-Chili Rawit 'Impressa®'

Die Volmary Thai-Chili Rawit 'Impressa®' hat dünne, sehr scharfe Früchte, die in der Küche vielseitg verwendet werden können.  Der Thai-Chili Rawit 'Impressa®' ist somit genau richtig für echte Chilifreunde.

Variables Aussehen der verschiedenen Sorten

Da die Chilisorten auf unterschiedliche Arten aus der Gattung Capsicum zurückgehen, unterscheidet sich auch das Aussehen der Pflanzen teils erheblich. Die Blätter sind länglich und ganzrandig und können eine Länge von bis zu 30 cm erreichen. Aus Blattachseln und Verzweigungen wachsen Blüten und später die Früchte. Beide sind in Farbe und Form je nach Sorte stark variabel.

Aussehen der verschiedenen Chili-Sorten
Viele Formen und Größen

So wächst manche Chilipflanze bodendeckend, andere wiederum mannshoch. 

Standort, Anbau und Vermehrung

Chilipflanzen werden am besten selbst aus Samen gezogen. Diese gewinnt man entweder eigenhändig, indem man sie vorsichtig aus der reifen Chilischote schabt und anschließend trocknet. Noch bequemer lassen sich Samen aber über den Fachhandel beziehen. Hier ist auch die Wahrscheinlichkeit größer, dass aus den Samen ertragfähige und gesunde Pflanzen werden. Die dritte Möglichkeit ist der Erwerb einer bereits ausgewachsenen Topfpflanze. Auf die Vorkultur kann man dann komplett verzichten, denn die Pflanze kann direkt an den gewünschten Ort gepflanzt werden. Nach einiger Zeit bilden sich dann die ersten Blüten und Früchte.

Aufgrund seines natürlichen Herkunftsgebiets verträgt Chili keine kalten Temperaturen. Bevor der Chili in den Garten oder auf den Balkon gepflanzt wird, müssen zudem die Eisheiligen Mitte Mai abgewartet werden. Danach kann der Chili an einen warmen, sonnigen Standort gestellt werden. Der Chili kann sowohl im Kübel auf dem Balkon oder im Hochbeet oder im Gewächshaus gepflanzt werden. Für Balkonkästen gibt es sogar extra kleine Chilipflanzen wie die ‚ Texana® Hot Banana‘, ‚ Hot Burrito‘ oder ‚ Apache‘.

Chili ist in der Praxis relativ anspruchslos und kann daher in ganz normale Garten- oder Blumenerde gepflanzt werden, der etwas Kompost oder Langzeitdünger beigemischt wird.

Spätestens wenn die Temperaturen unter 10 Grad fallen, wird es der Chilipflanze zu kalt. Nun ist es Zeit zu ernten oder die Pflanze in einem hellen Treppenhaus oder Wintergarten zu überwintern. Zu hohe Temperaturen verträgt sie im Winter nämlich auch nicht. In einem Gewächshaus kann Chili hingegen ganzjährig angebaut und auch gehalten werden.

Standort, Anbau & Vermehrung von Chilis
Super für die Balkonbepflanzung:  Balkon-Chili 'Hot Burrito'

Der Balkon-Chili wächst ausgesprochen kompakt und wird nur einen halben Meter hoch. So ist der platzsparende Chili ideal für die Kübelbepflanzung auf dem Balkon oder für einen kleinen Garten.  

 

Gießen und Düngen von Chilipflanzen

Die Chilipflanze ist relativ anspruchslos, hat allerdings einen hohen Wasserbedarf. Sie muss jeden Tag gegossen werden, am besten mit Regenwasser. Sollte Chili zu wenig oder zu selten Wasser bekommen, macht er das schnell an seinen Blättern deutlich. Werden diese schlapp oder beginnen gar, sich aufzurollen, dann ist es höchste Zeit, die Pflanze wieder mit Wasser zu versorgen. Dabei sollte aber auf gar keinen Fall Staunässe entstehen.

Junge Pflanzen benötigen noch keinen Dünger. Ab einer Höhe von ca. 40 cm kann man mit der Düngung beginnen. Durch die verwandtschaftliche Nähe eignet sich für Chili Tomatendünger hervorragend. In der Regel reicht eine Düngung alle zwei Wochen aus. Ertragreiche Pflanzen benötigen aufgrund ihrer Vielzahl an schweren Früchten eventuell eine höhere Dosierung.

Chilipflanzen giessen
Hänge-Chili 'Volante® Hot Red'

Achtung: je mehr Sonne die Pflanze bekommt, desto schärfer werden auch die Früchte.

Es ist Zeit für die Ernte!

Der richtige Zeitpunkt, um Chili zu ernten, hängt stark von der Sorte ab. Manche tragen das ganze Jahr über, andere sind im Herbst reif für die Ernte. Besonders die Balkon-Chili ist von einem fixen Jahresablauf abhängig. Am besten lässt sich der Zeitpunkt durch Beobachtung der Chilischote bestimmen. Lange an der Pflanze gereifte Früchte haben eine tiefrote Farbe und einen höheren Schärfegrad. Dagegen hilft eine frühe Ernte, die Pflanze zu entlasten und ihr damit die Bildung von mehr Früchten zu ermöglichen. Diese grün geernteten Früchte sind weniger scharf und eignen sich für mildere Gerichte. Der richtige Zeitpunkt ist daher auch von den individuellen Wünschen des Gärtners abhängig.

Chili ernten
Immer mit Stiel ernten! 

Den Stiel nicht brechen, sondern mit einem scharfen Messer schneiden. Dies verhindert einerseits eine Verletzung der Pflanze und hält andererseits die Frucht länger frisch.

Chili haltbar machen

Prinzipiell kann man Chili nach dem Ernten sofort genießen. Wenn aber eine Pflanze viele Früchte gleichzeitig trägt, wird eine Lagermöglichkeit notwendig. Doch wie kann man Chili haltbar machen?

Sie können eingelegt, getrocknet, eingefroren oder gleich verarbeitet werden. Wer Chili trocknen möchte, der kann das bei einigen Sorten einfach an einem sonnigen Platz an der Luft tun. Dickfleischige Chili trocknen hingegen besser im Dörrgerät oder Trockenschrank. Richtig getrocknet sind die Schoten sehr lange haltbar.

Je nach Schärfegrad eignen sich Chilis für den Rohverzehr, für Saucen zum Grillen oder als Zutat für charakteristische Gerichte wie Chili con Carne. Wer es lieber scharf mag, lässt die Kerne in der Frucht, andernfalls werden sie entfernt, um die Schärfe ein wenig zu mildern. 

Chili ernten
Getrocknet monatelang haltbar

Die getrockneten Chilis kannst Du nun luftdicht in einer Dose oder einem Gefrierbeutel mehrere Monate aufbewahren. Oder Du gehst noch einen Schritt weiter und verarbeitest sie direkt im Mörser zu groben Chiliflocken oder in der elektrischen Kräutermühle zu Chilipulver. 

Krankheiten und Schädlinge 

Chilis reagieren sowohl auf Staunässe als auch auf Trockenheit empfindlich. Auch eine Überdüngung macht ihnen zu schaffen. Zeigt eine Chilipflanze also Verfärbungen oder lässt die Blätter hängen, sollte zunächst einmal an diesen Faktoren gearbeitet werden.

Gegen Pilzbefall hilft ein Fungizid und ein Entfernen der betroffenen Pflanzenteile. Pflanzen, die nicht mehr zu retten sind, sollten am besten vernichtet werden. 

Läuse oder Larven der weißen Fliegen lassen sich gut bekämpfen, in dem man die Chilipflanze mit Seifenwasser oder Knoblauchwasser besprüht. Bei fertigen Schädlingsbekämpfungsmitteln aus dem Fachhandel ist immer darauf zu achten, dass sich das Mittel nicht in den Früchten einlagert.

Gegen Schneckenfraß hilft in der Regel nur das Absammeln der Übeltäter.

Krankheiten
Befallene Pflanzen nicht kompostieren! 

Achtung! Eine solche Pflanze gehört nicht auf den Kompost, da sich der Pilz dann munter weitervermehren kann!

Die beliebtesten Chilisorten

Im Handel sind sowohl Chilisamen als auch fertige Topfpflanzen zu finden. Jalapeno, Habanero, Türkische Spiralpeperoni - nicht immer ist es einfach, die richtige Chilisorte für sich zu finden. Gerade wenn der Platz eng ist und höchstens für einen kleinen Balkon-Chili reicht, ist die richtige Wahl entscheidend.

Habanero sind berühmt-berüchtigt für ihren extrem hohen Schärfegrad und nur für die Liebhaber besonders scharfer Küche zu empfehlen.

Ein bisschen weniger scharf, aber immer noch auf höllisch hohen Schärfegraden angesiedelt, ist der  Jalapeno Chili. Die vermutlich beliebteste Chilisorte weltweit ist vielseitig einsetzbar und weist besonders viel Fruchtfleisch auf.

Für Einstiger empfiehlt sich die Türkische Spiralpeperoni. Diese ist nämlich nur wenig scharf und kann von fast jedem gegessen werden. Durch die ungewöhnlich längliche Form ist sie im Garten oder auf dem Balkon auch ein guter Blickfang. Wem die Optik ein Anliegen ist, der kann noch gelbe Chilisorten wie 'Cheyenne' oder 'Vectura' dazwischen pflanzen.

Besonders Mutige wagen sich aber an den Indischen Chili 'Cresto'. Mit unglaublichen 900.000 Scoville gilt der als der schärfste Chili der Welt. Hier ist schon bei der Pflanzenpflege unglaubliche Vorsicht geboten. Kommt der Pflanzensaft nämlich mit Augen oder Schleimhäuten in Berührung, kann es zu schmerzhaften Reaktionen kommen. Bei der Pflege also unbedingt immer Handschuhe tragen, dann klappt es später in der Küche auch mit extrem scharfen Gerichten!

 
Spiralpeperoni Lyric® Hot'
Türkischer Spiralpeperoni  'Lyric® Hot'

Chili-Einsteiger aufgepasst! Der Türkische Spiralpeperoni 'Lyric® Hot' ist so mild, dass so ziemlich jeder ihn problemlos essen kann. Im ganzen gegrillt, in Salaten oder getrocknet und zu Pulver verarbeitet ist er immer eine tolle Alternative zu scharfen Chilisorten.

 

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