Gurken vorziehen – Schritt für Schritt

Wer Lust hat, kann schon im März die ersten Gurken auf der Fensterbank vorziehen. Unsere Bloggerkollegin Sandra von „GrüneLiebe“ zeigt euch, wie es geht!

Jedes Jahr aufs Neue freue ich mich auf die Gartensaison und kann es kaum abwarten, bis es endlich soweit ist. Bis ich draußen zwischen all den Gemüsepflanzen, Kräutern und Beerensträuchern buddeln kann. Die Ernte der verschiedenen Sorten ist natürlich das Highlight. Doch bis dahin ist es ein langer Weg, der von viel Vorfreude und Spannung geprägt ist. Den Anfang der Gartensaison machen die ersten Aussaaten auf der Fensterbank. Ab März lassen sich Gurken vorziehen und wie das geht, erzähle ich euch jetzt.

Gurken vorziehen im Frühjahr

Die Aussaat von Gurken erfolgt am besten von März bis April. Da die jungen Pflanzen relativ schnell wachsen, sollte man nicht zu früh mit der Anzucht starten.

Für die Anzucht benötigt man kleine Töpfchen aus Ton oder anderen Materialien und Erde. Als Anzuchterde eignet sich sowohl spezielle Anzuchterde oder Kokoserde. Beide Substrate sind nährstoffarm und keimfrei, wobei Kokoserde noch weniger Nährstoffe beinhaltet, weshalb diese besonders bei schnell wachsenden Pflanzen geeignet ist.

Wenn ihr verschiedene Sorten vorzieht, dann empfehle ich euch von Anfang an die Töpfe mit Pflanzschildern zu versehen. Die Jungpflanzen lassen sich optisch kaum unterschieden und daher kann es schnell mal passieren, dass man nicht mehr genau weiß, in welchem Töpfchen nun welche Sorte wächst. Ich ziehe zwei Gurkensorten vor:

  • Gurke ‚Gambit®‘ ist eine Mini-Schlangengurke, die direkt vom Strauch gepflückt und vernascht werden kann.
  • Gurke ‚Kiruna®‘ ist eine Schlangengurke mit hohem Ertrag.

Beide Sorten sind übrigens sehr robust und widerstandsfähig gegen Echten Mehltau. Das Profi-Saatgut zeichnet sich durch eine besonders hohe Keimfähigkeit und Keimkraft aus und wird daher auch von führenden Gärtnereien verwendet.

Keimung nach wenigen Tagen

In jedes Töpfchen lege ich 3 Saatkörner und befeuchte die Erde anschließend mit Wasser, sodass alles gut durchfeuchtet ist. Je nach Topfgröße und vor allem je nach eurem persönlichen Bedarf könnt ihr auch noch mehr Saatkörner verwenden. Durch die gute Keimfähigkeit des Profi-Saatguts sind bei mir alle Saatkörner aufgegangen. Das heißt in meinem Fall wachsen gerade sechs Gurkenpflanzen heran. Bedenkt also bei der Menge eurer Aussaat, dass sie alle groß werden und später viel Platz im Kübel oder im Gartenbeet beanspruchen werden. Man kann die kleinen Samen auch mit ein wenig Anzuchterde bestreuen. Eine zusätzliche Tüte oder Folie, die über den Topf gestülpt wird, trägt ebenfalls dazu bei, dass eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit herrscht und die Samen nicht so schnell austrocknen.

Die Saatkörner von Gurken keimen recht schnell. Bereits nach wenigen Tagen zeigt sich ein zarter grüner Keimling, der vorsichtig aus der Erde schaut. Etwa 8-10 Tage nach der Aussaat wachsen zwei grüne Blätter an einem kräftigen Stängel heran und suchen das Licht auf der Fensterbank. Nach weiteren 10 Tagen entsteht das zweite Blattpaar. Nun ist es soweit und die jungen Pflänzchen brauchen etwas mehr Platz und Nährstoffe.

Gurkenjungpflanzen pikieren und mit Nährstoffen versorgen

Wenn sich das zweite Blattpaar zeigt, dann ist es Zeit den einzelnen Pflanzen zu vereinzeln. Im kleinen Anzuchttopf wird es zu eng und die feinen Wurzeln der Pflänzchen verfangen sich untereinander. Daher gönnt man den Gurkenpflanzen jetzt etwas mehr Freiraum, um sich besser und kräftiger zu entwickeln. Zudem brauchen sie nun, da sie ein erstes Wurzelgeflecht gebildet haben, Nährstoffe für die weitere Pflanzenentwicklung. Gleichzeitig mit dem Pikieren wird also nährstoffreiche Erde verwendet.

Pikieren heißt also vereinzeln. Dazu verwendet man am besten einen Pikierstab oder alternativ einen Löffel. Man fasst vorsichtig eine Jungpflanze am Stängel direkt unter den Keimblättern mit zwei Fingern an und löst mit dem Pikierstab die Wurzeln aus der Erde. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl geht das ganz einfach. Manche Gärtner sagen auch, man soll die Pflanze an den Keimblättern anfassen – ich persönlich finde es aber leichter, sie am Stängel zu fassen.

Jetzt kommen die Pflanzen einzeln in kleine Töpfe mit etwa 8-10 cm Durchmesser. Das ist vollkommen ausreichend, um sie bis zur Freilandsaison ab Mitte Mai zu versorgen. Als Substrat verwendet man normale Pflanzenerde. Um sie zu lockern, kann man etwas Sand untermischen.

Die Jungpflanze wird so tief gesetzt, dass die Keimblätter etwa einen Finger breit aus der Erde hinausschauen. Wenn die Gurke nun größer wird hilft es ihr, wenn sie an einem kleinen Stab festgebunden wird. Das verhindert ein Umknicken des noch recht empfindlichen Pflänzchens.

Jungpflanzen abhärten

Bevor die Gurkenpflanzen ins Freiland umziehen können, sollte man sie unbedingt abhärten. Sie sind sehr kälteempfindlich, weshalb sie auch erst im Mai nach den Eisheiligen in ihr Sommerquartier umziehen sollten. Vorher – ab etwa Mitte April – stellt man die Gurkenpflanzen tagsüber für ein paar Stunden ins Freie. Der Platz sollte nicht in der direkten Sonne und windgeschützt sein. Jeden Tag verlängert man die Zeit draußen und langsam kann man ihnen auch etwas Sonne gönnen. Das bereitet die Pflanzen auf die klimatischen Bedingungen vor, denen sie ab Mai dann Tag und Nacht ausgesetzt sind.


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