Es wird schleimig: Tipps gegen Schnecken im Garten

War die Freude über den erfrischenden Sommerregen zunächst groß, stellt sich bald der erste Ärger ein. Denn die Feuchtigkeit wird besonders von Schnecken geschätzt, die sich nun aus ihrem Versteck wagen und für Unruhe in den Blumenrabatten und Gemüsebeeten sorgen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man Schnecken bekämpfen kann.

Besonders feuchte Sommer bieten ideale Voraussetzungen für Schnecken, denn sie brauchen Feuchtigkeit, um sich fortzubewegen. Während man sich über die ein oder andere Schnecke auch durchaus freuen kann, ist ein massenhaftes Auftreten von Nacktschnecken eher besorgniserregend.

Tipps gegen Schnecken im Garten – insbesondere Nacktschnecken gehören zu den Schädlingen, doch wie kann man die Schnecken bekämpfen?

Nacktschnecken im Garten bekämpfen

Während man sich bei Schnecken wie der Bänderschnecke oder der Weinbergschnecke keine allzu großen Sorgen machen muss, da sie sich überwiegend von totem Pflanzenmaterial ernähren und wenig Schaden an Kulturpflanzen anrichten, können insbesondere Nacktschnecken wie die Garten-Wegschnecke, die Spanische Wegschnecke oder die Ackerschnecke den Pflanzen im Garten Probleme bereiten.

So ernähren sich die Garten-Wegschnecke, die eine bläuliche bis schwarze Farbe und eine gelblich-orange Sohle hat, und die kleinen, gelblich/bräunlich-weißen Ackerschnecken von Pflanzenwurzeln, Keimlingen und frischem Grün. Sobald man sie an seinen Pflanzen entdeckt hat, sollte man den Schnecken umgehend etwas entgegensetzen.
Einen besonders starken Appetit auf Blätter und Triebe von Gartenpflanzen hat die braunrot gefärbte Spanische Wegschnecke. „Aufgrund ihres bitteren Geschmacks wird sie zudem von vielen Fressfeinden verschmäht. So kann sie sich in unseren Gärten fest etablieren“, ergänzt Volker, der leidenschaftlicher Gärtner und studierter Gartenbauingenieur ist. Diese Besonderheit macht die Spanische Wegschnecke zu einem sehr hartnäckigen Schädling, der sich nur schwer bekämpfen lässt.

Spanische Wegschnecke in Volkers Brachyscome

Tipps gegen Schnecken im Garten

Da sich die ungebetenen Gäste überwiegend nachts und im Verborgenen an ihr schädliches Werk machen, sollte man auf typische Anzeichen für einen Schneckenbefall achten. Dazu gehören silbrig glänzende Schleimspuren, unregelmäßiger Lochfraß oder im schlimmsten Fall Kahlfraß an den Pflanzen und in einigen Fällen auch Kotspuren, die hinterlassen werden.

Um den schädigenden Nacktschnecken Einhalt zu gebieten, hat man verschiedene Möglichkeiten, die man am besten in Kombination anwendet, um langfristig Erfolg zu haben.

1. Keine Schnecken anlocken – vorbeugende Maßnahmen

Am besten ist natürlich, man hat gar keine Schnecken im Garten, denn dann kommt man gar nicht in die Verlegenheit, sich mit der Bekämpfung auseinander setzen zu müssen.
Ein vorbeugender Tipp wäre beispielsweise, dass die Komposthaufen, die regelmäßig mit frischem Grün und für Schnecken verlockend duftendem Modergeruch auf sich aufmerksam machen, nicht direkt neben dem Gemüsebeet oder anfälligen Staudenpflanzungen errichtet werden sollten. Denn solche Komposthaufen dienen als Brutstätte und Ausgangsbasis für Schnecken.
„Außerdem sollte in gefährdeten Kulturen wie zum Beispiel Salat oder Staudenbeeten keine Mulchschicht aufgebracht werden, die Schnecken anlockt oder beherbergt wie beispielsweise Grasschnitt“, erklärt Volker. Als Alternative schlägt er trockenes, grobes Material wie Rindenmulch oder Stroh vor.
Daneben sollten Erntereste, die Schnecken beherbergen oder anlocken wie die Strünke vom Kopfsalat direkt nach der Ernte aus dem Beet entfernt werden. Auch sollte das Gras um das Gemüsebeet herum kurzgehalten werden, damit es weniger Unterschlupf für die feuchtigkeitsliebenden Schnecken bietet.

Tigerschnegel – ein Fressfeind der Nacktschnecken

2. Einen naturnahen Garten gestalten

In der Natur gibt es unzählige Fressfeinde, die den Schnecken zusetzen. Ein guter Schädlingsbekämpfer ist beispielsweise der Tigerschnegel, auch Tigernacktschnecke genannt: „Er frisst andere Schnecken und ihre Eiergelege und vermindert deren Population somit erheblich“, erklärt Volker. Diese großen Tigerschnegel haben einen schwarz-hellbraun gefleckten oder auch gestreiften Körper und erreichen eine Länge von bis zu 20 cm. Sie leben nachtaktiv und ziehen sich tagsüber wie ihre “vegetarischen Kollegen” an feuchte, dunkle Orte zurück. Diesen Nützling sollte man daher ruhig im Garten lassen.
Neben dem Tigerschnegel zählen aber auch Igel, Kröten, Stare, Amseln, Elster und Blindschleichen zu den Nützlingen, die bei der Schneckenbekämpfung helfen.

In naturnahen Gärten, in denen sich diese Tiere wohlfühlen, wird man daher auch weniger Probleme mit größeren Schneckenbefällen haben, da sich das Problem meist von selbst erledigt. Igel fühlen sich beispielsweise in kleineren Laubhaufen oder unter Hecken wohl und Blindschleichen und Eidechsen halten sich gerne in der Nähe von lockeren Trockenmauern oder Steinhaufen auf, die von ihnen als Unterschlupf genutzt werden. Vögel besuchen Deinen Garten gerne, wenn Du ein paar vogelfreundliche Pflanzen wie Vogelbeere, Wildrose, Schneeball oder Eberesche gepflanzt hast.

Viele Vögel sind gute Schädlingsbekämpfer – nicht nur bei Schnecken; so freuen sich Meisen beispielsweise über Blattläuse

3. Tipp gegen Schnecken: Absammeln

Doch manchmal helfen auch die vorbeugenden Maßnahmen nicht, um die Nacktschnecken zu vertreiben. Handelt es sich um einen kleineren Befall, kann schon das regelmäßige Absammeln helfen, die Anzahl der Nacktschnecken zu minimieren.

Dabei kann man auch mit einem kleinen Trick vorgehen: So eignen sich zum Beispiel Bretter, Steinplatte oder feuchte Säcke, unter die man ein paar Salatblätter legt, als Lockmittel. Hier sammeln sich die Schnecken, die man dann ohne großen Aufwand einsammeln kann. „Da Schnecken die austrocknende Sonne meiden, sind sie insbesondere in den feuchteren Abend- und Nachtstunden unterwegs. Besonders effektiv ist daher eine Kontrolle während dieser Zeit, ausgestattet mit Hilfe einer Taschen- oder besser noch Stirnlampe“, rät Volker, „und wer die kleinen Schleimer nicht töten möchte, kann sie in einem verschließbaren Gefäß mit großer Öffnung oder einer verrottbaren Papiertüte sammeln und einige 100m entfernt abseits von Gärten wieder aussetzen.“

4. Darf es ein bisschen Bier sein?

Eine weitere Möglichkeit, um den Nacktschnecken zu zeigen, wer der Herr beziehungsweise die Frau im Garten ist, sind Lebendfallen. Auch wenn man es nicht glauben mag, aber Bier lockt durch seinen Duft tatsächlich Schnecken an und kann daher dazu dienen, die Plagegeister in Behälter zu locken, die als Falle aufgestellt wurden. „Allerdings kann der Duft auch Schnecken aus der Umgebung anziehen und kann eventuell für ungewünschten Zuzug weiterer Tiere sorgen“, fügt Volker hinzu. Außerdem sollten selbstgebaute Fallen aus Bechern und Gläsern nicht ebenerdig eingesenkt werden, da sie sonst zu einer tödlichen Gefahr für andere Kleintiere werden können.
„Im Handel werden auch Lebendfallen angeboten, die auf den Einsatz von Bier verzichten, sondern weniger stark duftende und anlockende Köder verwenden wie beispielsweise Salatblätter oder Gemüsereste“, so der Gärtner. Diese Fallen platziert man am besten an Stellen platziert, die die Schnecken bevorzugt aufsuchen. „Das erspart einem die Arbeit des Absammelns.“

Relativ harmlos: Die Weinbergschnecke steht sogar unter Naturschutz – sie kann aber auch großen Hunger auf Pflanzen entwickeln und diese dadurch stark schädigen.

5. In den frühen Morgenstunden gießen

Da Schnecken Feuchtigkeit lieben, ist es sinnvoll, nicht am späten Abend zu gießen und es den Schnecken gemütlich zu machen, sondern die frühen Morgenstunden zu nutzen. Über den Tag kann die Erdoberfläche dann schon wieder etwas abtrocknen. Wichtig ist dabei natürlich, dass man die Pflanzen durchdringend gießt, sodass sie genügend Wasser aus den unteren Erdschichten ziehen können. Zudem hilft es, wenn man die Blumen gezielt bewässert und nicht alle Flächen begießt, da die Schnecken sich dann nicht so gut fortbewegen können.
Allerdings kommt die Spanische Wegschnecke leider auch mit trockeneren Flächen ganz gut zurecht, weshalb man immer mehrere Methoden gleichzeitig anwenden sollte, um eine Schneckenplage einzudämmen.

6. Erdoberfläche bearbeiten

Durch regelmäßiges Harken oder Hacken der Erdoberfläche in Gemüse- und Blumenbeeten trocknet die Erde schneller ab und ist für Schnecken weniger attraktiv als Lebensraum. Auch versteckt abgelegte Eiergelege werden dadurch aufgedeckt und können so austrocknen oder von Vögeln einfacher vernichtet werden.
Von einem kompletten Umgraben der Erde im Herbst oder Frühjahr rät der Gärtner eher ab, denn das Umgraben kann sogar nachteilige Effekte haben, „insbesondere, wenn die Erde nicht ordentlich rückverdichtet wird. Denn dann können sich die Schnecken in den Hohlräumen besonders gut verkriechen. Ich denke, der Tipp geht noch auf die Zeit zurück, wo es im Winter wochenlang stark gefroren und so die Schnecken dezimiert wurden.“

7. Barrieren errichten

Schneckenzäune oder Schneckengitter können den Zuzug von Schnecken ins Gemüsebeet verhindern oder zumindest verringern“, weiß Volker. Diese können selbst gebaut oder im Handel auch gebrauchsfertig erworben werden. Für Einzelpflanzen gibt es kleinere Schneckenringe oder Schneckenkragen. Auch wird erfolgreich von Kupferdrähten oder -folien berichtet, die die geliebten Pflanzen schützen können. Mit Niederspannung arbeitende Schneckenbarrieren haben sich in der Praxis ebenfalls als wirksam gegen Schnecken erwiesen.

Ausgestreuter Kaffeesatz, Sägemehl, Kalk, Schaf- oder Holzwolle oder andere krümelige, trockene Materialien schaffen in Einzelfällen kurzfristig Abhilfe, hätten sich aber nicht als Dauerlösung bewährt, da ihre Wirkung spätestens bei Regenwetter unzureichend ist, so der Pflanzenexperte Volker.

„Gefährdete Pflanzen wie die bunten Zauberglöckchen oder Erdbeeren kann man auch in Balkonkästen oder Ampeln setzen, sodass sie nicht so einfach von Schnecken erreicht werden können und leichter auf Befall kontrolliert werden können“, empfiehlt Volker, „und für Gemüse bietet sich ein Hochbeet an, das in stark befallenen Gärten zusätzlich mit einem Schneckenschutzanstrich, einem ähnlich dem Schneckenzaun gebogenem Metallrand oder einer Strombarriere versehen werden kann.“

Tipps gegen Schnecken: Erdbeeren einfach ins Hochbeet pflanzen

8. Schneckenfeste Pflanzen verwenden

Wer weiß, dass sich in seinem Garten jedes Jahr viele Schnecken tummeln, sollte versuchen, Pflanzen zu verwenden, die von Schnecken eher verschmäht werden. Gärtner Volker rät daher zu Eisbegonien oder Solitärbegonien wie die ‚Big‘- oder ‚Dragon Wing‘-Sorten, da diese selbst in schattigen, feuchten Lagen kaum von Schnecken geschädigt werden und den ganzen Sommer über blühen.
Auch die farbenfrohen Fleißigen Lieschen und hier insbesondere die ‚SunPatiens‘- Sonnenlieschen werden wenig von Schnecken angefressen. „Silberlaubige, stark behaarte Pflanzen wie Greiskraut, Silberregen oder die silberlaubige Strohblume und der Woll-Ziest aus dem Staudenbereich werden allgemein selten angefressen“, weiß der Gärtner aus eigener Erfahrung. Wenig Appetit entwickeln die Plagegeister auch auf Löwenmäulchen, Ringelblumen, Kapuzinerkresse und die Klassiker im Balkonkasten: Fuchsien und Geranien.

Wer ein schneckenresistentes Staudenbeet zusammenstellen möchte, kann auf Akelei, Bergenie, Fingerhut, Frauenmantel, Lavendel, Fetthenne, Wolfsmilch, Purpurglöckchen, Storchschnabel und Maiglöckchen sowie auf eine Vielzahl winterharter Farne oder Gräser zurückgreifen.

„Zugleich ist es sinnvoll, im Blumenbeet auf Pflanzen zu verzichten, die den Schnecken besonders gut schmecken wie Tagetes, Zauberglöckchen, Dahlien oder Mädchenauge“, rät Volker.

Tipps gegen Schnecken: Storchschnabel ‘Rozanne’ bietet verschiedenen Insekten Nahrung, wird aber von Schnecken eher gemieden

Im Gemüsegarten werden Tomaten, Minze, Zwiebeln, Lauch, Kartoffeln und Endivien weniger stark befallen als zum Beispiel zarter Kopfsalat, Petersilie oder Möhren. Auch hier kann man daher in Bodenbeeten auf die gefährdeten Pflanzen verzichten und sie stattdessen in ein gut geschütztes Hochbeet pflanzen.


Noch ein kleiner Tipp für große Gärten

Volker, Gärtner & Gartenbauingenieur spricht im Video über Tipps gegen Schnecken – und hat am Ende des Videos auch einen im wahrsten Sinne des Wortes süßen Tipp für große Gärten parat!

Wenn gar nichts mehr hilft und man der Schneckenplage weder mit den zahlreichen Tipps wie Fallen, Barrieren noch mit anderen vorbeugenden Maßnahmen Herr wird, kann man als ultima ratio auf Schneckenkorn zurückgreifen. Das tötet die Tiere auch auf größeren Flächen. Hier sollte man jedoch aufpassen, da hierbei nicht nur die schädlichen Nacktschnecken, sondern auch viele Nützlinge angegriffen werden können. Daher sollte der Einsatz von Schneckenkorn vorher gut abgewogen werden.


Mit diesen Tipps gegen Schnecken im Garten wirst Du Deinen Salat oder Deine Blumen hoffentlich bald in voller Pracht und ohne Fraßspuren genießen können!


Neben Tipps gegen Schnecken haben wir auch ein paar Ideen gegen Blattläuse:

Um langfristig Schnecken bekämpfen zu können, hilft es, einen naturnahen Garten anzulegen:

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2 Kommentare

  • hallo ihr lieben,habe mir dieses jahr mal brokoli pflanzen gekauft
    sind auch gut gewachsen haben aber keine so runde knolle rausgetrieben sondern einzelne kleine stengel
    nun kommt noch dazu es ist die gesamte pflanze mit so kleinen scwarzen käfern übersät und diese fressen die blätter aus
    ebenfalls sind die benachbarten essblütenpflanzen und blumen befallen
    was kann ich dagegen tun ????

    • Hallo Andrea,

      ach, also Brokkoli mag am liebsten milde Temperaturen (10-25°C), eine gute Nährstoffversorgung, gute Wasserversorgung etc. In vielen Gegenden war es in diesem Jahr sehr heiß und trocken, was nicht gerade die besten Bedingungen für den Brokkoli sind, um große, feste Knospen zu entwickeln. Volker hat noch den Hinweis, dass auch die Sorte für eine gute Qualität ausschlaggebend ist. Die großen, perfekten Köpfe aus dem Handel bekommt man meistens nur mit hochwertigen Hybridsorten hin ( z.B. Marathon F1).

      Bei den kleinen schwarzen Käfern kann es sich laut Volker um Erdflöhe handeln (ca. 3 mm groß, leicht länglich, glänzende Schwarze Flügeldecke), die insbesondere bei trockener, warmer Witterung in Masse auftreten können – speziell wenn in der Nähe noch Rapsfelder / Kohl / Rettich, Radies oder Wildkräuter aus der Familie der Kohlgewächse vorhanden sind. Sie fressen daher auch gerne Löcher in die Blätter und Blüten von einigen Blumen, wie z.B. Levkojen, Duftsteinrich oder Goldlack, die auch zu den Kohlgewächsen gehören. Besonders zartes, junges Gewebe wird gerne angefressen. Durch regelmäßiges Wässern und Feuchthalten des Bodens kann man den Befall mit Erdflöhen vermindern, auch eine regelmäßige Bodenbearbeitung stört die Tiere. Vorbeugend kann Gesteinsmehl gestreut werden (vor der Bildung der ersten Knospen) oder Pflanzentees und -jauchen gesprüht werden, wie z.B. aus Knoblauch, Zwiebeln, Rainfarn etc. Auf den glatten, wachsartigen Brokkoli-Blättern haften sie allerdings nur schlecht.

      Liebe Grüße,
      Arabelle (& auch von Volker liebe Grüße und viel Erfolg!)

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