Welche Pflanzen sind ideal fürs Hochbeet?

Hochbeete sind einfach praktisch: Man muss sich nicht so tief bücken, um Unkraut zu jäten oder Mohrrüben zu ernten; bei der richtigen Konstruktion schützt das Hochbeet die Pflanzen vor den Attacken der Wühlmäuse und meist hat man im Hochbeet auch mit weniger Schnecken zu kämpfen. Doch welche Obst- und Gemüsepflanzen sind eigentlich für das Hochbeet geeignet?

Prinzipiell kann man alle Pflanzen in das Hochbeet setzen, die auch für Kübel, Ampeln oder Balkonkästen gedacht sind wie Erdbeeren, Balkon-Pfirsiche oder Topf-Tomaten. Diese Pflanzen zeichnen sich meist durch einen kompakten Wuchs aus, sodass sie weniger Platz einnehmen. Allerdings kann man bei geschickter Planung auch raumeinnehmende Pflanzen wie Zucchini, Melonen oder Kürbis pflanzen. „Gerade wenn man nur ein kleines Beet hat, ist es hilfreich, den Platz gut auszunutzen“, rät Raimund, der sich als Gartenbauingenieur auf Gemüse spezialisiert hat, „man kann beispielsweise Zucchini oder Melonen eher an den Rand des Hochbeetes pflanzen und dann überhängen lassen, sodass die Pflanzen nach unten wachsen.“ Selbst Tomaten können auf diese Weise kultiviert werden.

Ein richtig bepflanztes Hochbeet
Ringförmig bepflanztes Hochbeet

Wie sollte das Hochbeet bepflanzt werden?

Wenn man das Hochbeet bepflanzt, sollte man neben der Wuchsbreite auch die Höhe betrachten. Es wäre schade, wenn sich die Pflanzen – gerade Gemüsepflanzen benötigen viel Licht und Sonne – gegenseitig das Licht wegnähmen. „Es bietet sich daher an, die Pflanzen in Ringen zu pflanzen: Niedrige Pflanzen mit hängendem Wuchs wie Erdbeeren können an den äußeren Rand gesetzt werden. Auch Melonen, Zucchinipflanzen oder Kürbisse sollten so gepflanzt werden, dass sie über den Rand ranken können. Dahinter folgt ein Ring mit kompakt wachsenden Pflanzen wie beispielsweise der Topf-Himbeere ‚Ruby Beauty®‘ oder die Mini-Herztomate ‚Romantiko‘.“ Auch Mohrrüben, Kohlpflanzen, Erbsen oder Salate sind gut geeignet. In der Mitte können dann größere Pflanzen wie das Balkon-Mandelbäumchen ‚Nut Me® Almond‘, das Balkon-Pfirsichbäumchen oder eine Chilipflanze wie die Peperoni ‚Fireflame‘ oder die Spiralpeperoni ‚Lyric® Hot‘ gepflanzt werden. Wichtig dabei ist allerdings, dass immer genügend Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen eingeplant wird. Dabei sollte man auch berücksichtigen, dass die Obstbäume wie auch das Beerenobst mehrjährig sind – diese Pflanzen können im Laufe der Zeit also noch etwas an Volumen gewinnen.

Mischkultur im Hochbeet – welche Pflanzen passen zusammen?

Nicht nur die Wuchshöhe und die Wuchsbreite ist für die Planung relevant, sondern auch der Nährstoffbedarf der Pflanzen. Bei frisch mit Substrat und Dünger aufgefüllten Hochbeeten sollte man vermehrt zu stark zehrenden Pflanzen wie Tomaten, Paprika oder Auberginen greifen, da diese viele Nährstoffe benötigen. Schwach zehrende Pflanzen wie Kresse, Radieschen oder Feldsalat können auf frisch gedüngtem Boden quasi verglühen, da der Salzgehalt zu hoch ist. Diese Pflanzen sollte man daher lieber ab dem zweiten oder dritten Jahr auf das Hochbeet pflanzen.

Alle vier bis sechs Jahre sollte entweder eine Gründüngung vorgenommen oder die Erde des Hochbeetes mit viel Kompost zu unterfüttern. Wenn man nach zwei oder drei Jahren der Hochbeetbepflanzung noch Starkzehrer wie Zucchini, Tomaten oder Kürbis pflanzen möchte, ist es wichtig, dass noch genügend Nährstoffe in der Erde vorhanden sind. „Es empfiehlt sich daher, vor der Pflanzung Langzeitdünger in die Erde einzuarbeiten, damit den Starkzehrern genügend Nährstoffe zur Verfügung stehen“, rät Raimund.

Mischkultur: Stangenbohne, SüßkartoffelTagetesChiliErdbeereBalkon-Aubergine, krauser PetersilieCharentais-MeloneSchnittlauch, Kapuzinerkresse und Pepino (v.l.n.r.)

Daneben ist die Verträglichkeit der Pflanzen untereinander von Bedeutung. So stehen Tomaten ungern neben Kartoffeln, sondern bevorzugen Bohnen, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Brokkoli oder Kopfsalat als Nachbarn. Zudem sollte man berücksichtigen, dass bestimmte Pflanzenfamilien nicht nacheinander auf derselben Stelle angepflanzt werden sollten: Denn einige Schädlinge, die die Pflanzen einer Familie befallen, können den Winter überleben und im Frühjahr erneut ausbrechen. Pflanzt man beispielsweise im ersten Jahr Steckrüben und Weißkohl, die beide zu den Kreuzblütlern gehören, und im zweiten Jahr Rettich und Rotkohl, die ebenfalls zur Familie der Kreuzblütler zählen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Rettich und Rotkohl an der Wurzelkrankheit Kohlhernie erkranken. Sinnvoller wäre es daher, an diese Stelle eine Pflanze zu setzen, die einer anderen Familie angehört wie Tomaten, Gurken oder Artischocken. Fünf praktische Tipps, wie man eine gute Mischkultur anlegen kann, bei der sich alle Pflanzen wohlfühlen, finden sich hier.

Hochbeet bepflanzen: Die Top 10 der Hochbeet-Pflanzen

Welche Pflanzen sind denn nun für das Hochbeet geeignet? Da hat man fast die Qual der Wahl, denn nahezu alle Pflanzen, die für Kübel geeignet sind, lassen sich auch ohne Weiteres im Hochbeet kultivieren. Hier folgen nun die Top 10 der Hochbeet-Pflanzen:

Platz 10: Kohlarten

Ob Brokkoli, Kohlrabi, Blumenkohl, Rotkohl oder Rosenkohl – die verschiedenen Kohlarten sind selbst für kleine Hochbeete gut geeignet. Mit Erdbeeren harmonieren sie jedoch nicht so gut. Deutlich friedlicher und ergiebiger sind Nachbarschaften mit Bohnen, Erbsen, Gurken, Radieschen, verschiedenen Salaten oder Kräutern wie Dill oder Minze.

Kohl ist nicht nur einfach anzubauen, sondern auch sehr lecker – hier ein winterliches Rezept für Kohlsalat

Platz 9: Kompakt wachsendes Kübelobst

Ist das Hochbeet groß genug, kann man in die Mitte des Hochbeetes ein kleines Obstbäumchen pflanzen. Obstbäume, die für Kübel geeignet sind wie die Balkon-Pfirsich-Serie ‚Fruit Me® Peach Me‘, das Nektarinenbäumchen ‚Fruit Me® Necta Me‘ oder die Mandel ‚Nut Me® Almond‘, bleiben in ihrem Wuchs relativ niedrig und kompakt.

Die wunderschönen Blüten der ‚Fruit Me® Peach Me‘-Balkonpfirsiche

Platz 8: Blattgemüse

Blattgemüse wie beispielsweise Kopfsalat, Feldsalat, Rucola, Mangold, Spinat oder Chicorée ist optimal für Hochbeete. Da Kopfsalat, Feldsalat oder Spinat eher Schwachzehrer sind, sollten sie am besten in Kombination mit Starkzehrern auf frisch gedüngten Boden gepflanzt werden. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man den Salat erst im nächsten Jahr pflanzt und im ersten Jahr auf Mittelstarkzehrer wie Mangold und Chicorée setzt. 

Mangold ‚Light Brights‘ sorgt für Farbe im Hochbeet und in der Küche

Platz 7: Duftende Kräuter

Ob Majoran, Petersilie, Koriander, Basilikum, Thymian oder Blattfenchel – wer Kräuter pflanzen möchte, dem sind keine Grenzen gesetzt. Gerade Bohnenkraut, Dill, Ysop, Schnittlauch oder Pfefferminze sind für Mischkulturen mit Pflanzen wie Erdbeeren, Tomaten oder Bohnen beliebt, da sie beispielsweise positiv auf das Pflanzenwachstum oder abschreckend auf Schädlinge wirken können. Minze bräuchte allerdings eine Wurzelsperre, da sie sonst wuchern könnte.

Balkon-Mix ‚Pizza Mix‘ bestehend aus Rosmarin ‚Abraxas‘, Thymian ‚Mytic Lemon‘ & Oregano ‚Diabolo‘ – perfekt für Balkonkästen, aber auch für Hochbeete!

Platz 6: Knollengemüse

Knollengemüse wie Topinambur, Kartoffeln oder Süßkartoffeln sind als niedrig wachsende Pflanzen ebenfalls für Hochbeete geeignet. Besonders ertragreich ist beispielsweise die Süßkartoffel ‚Erato® White‘. Für Anfänger sind vitale und wenig krankheitsanfällige Sorten wie ‚Sarpo Shona‘ oder ‚Sarpo Una‘ optimal. Ab Juli kann man sich dann auf viele Kartoffeln freuen!

Die Süßkartoffel ‚Erato® White‘ ist sehr ertragreich – ideal für leckere Süßkartoffelpommes

Platz 5: Zwiebelgemüse

Zwiebeln, Lauch oder Knoblauch sorgen in der Küche für die nötige Würze. Praktischerweise kann man sie auch im Hochbeet anbauen. Besonders gut harmonieren sie mit Tomaten, Erdbeeren, Zucchini, Möhren oder Gurken. Mit Bohnen, Erbsen oder verschiedenen Kohlarten sollte man sie jedoch lieber nicht zusammenpflanzen.

Zwiebeln sind sehr gut für Hochbeete

Platz 4: Hülsenfrüchte

Erbsen und Bohnen sind ideale Bewohner des Hochbeetes. Sowohl blutige Anfänger als auch Kinder können mit diesen Pflanzen ihre ersten Gartenerfolge erleben. Allerdings sollte man Erbsen und Bohnen nicht zusammenpflanzen, da sich die beiden nicht gut vertragen. Ein optimaler Partner für Bohnen ist dagegen das Bohnenkraut; auch Erdbeeren, Gurken, Kartoffeln, Tomaten oder Salate fühlen sich neben den Bohnen wohl. Erbsen hingegen sind mit Gurken, Mohrrüben oder Kohlarten wie Brokkoli, Rotkohl oder Rosenkohl als Beetpartner einverstanden.

Zucker-Knackerbsen ‚Zufalo‘ sind auch für Anfänger gut geeignet

Platz 3: Kompaktes oder rankendes Fruchtgemüse

Auf Gemüsepflanzen wie Tomaten, Zucchini, Auberginen, Paprika oder Melone muss man im Hochbeet nicht verzichten. Besonders geeignet sind kompakt wachsende oder niedrig bleibende Sorten wie die Mini-Herztomate ‚Romantiko‘, die Topf-Tomate ‚Primabell®‘, die Mini-Aubergine ‚Ophelia‘ oder der kompakt wachsende Herz-Hokkaido
Amoro‘. Viele Paprikapflanzen wie die Peperoni ‚Fireflame‘ oder die Mini-Snack-Paprika ‚Lubega®‘ sind ebenfalls für Hochbeete geeignet. Auch Gemüsepflanzen, die an einem hohen Hochbeet herunter ranken können wie die Zucchini ‚Zodiac‘, der Kürbis ‚Uchiki Kuri‘, die Hänge-Tomate ‚Brasil®‘ oder die Mini-Wassermelone ‚Mini Love‘, können ins Hochbeet gepflanzt werden.

Die Tomaten sollten allerdings lieber auf ein Hochbeet gepflanzt werden, welches eine Überdachung hat. Gibt es keine Überdachung, kann man statt der kompakt oder hängend wachsenden Sorten auch robuste Freiland-Tomaten anpflanzen. Diese Tomaten sind deutlich widerstandsfähiger gegen Kraut- und Braunfäule und können daher auch ohne Überdachung draußen im Freiland angebaut werden. Besonders schmackhafte, kleine Früchte bildet zum Beispiel die Cherrytomate ‚Philovita‘. Die Tomaten sind zwar relativ groß, können aber an der Seite des Hochbeetes herunterranken. Allerdings sollte man vorher sicher gehen, dass genügend Platz vorhanden ist. 

Hochbeet
Kompakte Tomate im Hochbeet mit Kapuzinerkresse und Schnittlauch

Platz 2: Wurzelgemüse

Ausgesprochen pflegeleicht und relativ platzsparend sind die Pflanzen, die man dem Wurzelgemüse zuordnet, wie Mohrrüben, Pastinaken, Radieschen oder Schwarzwurzeln. Gerade Radieschen sind auch für ungeduldige Gärtner praktisch: Je nach Zeitpunkt der Aussaat kann man bereits nach vier bis acht Wochen die ersten Radieschen naschen. Mohrrüben gehören zudem mit zu den angenehmsten Nachbarn für die unterschiedlichsten Pflanzen und sind daher in Mischbepflanzungen sehr gefragt.

Radieschen begeistern mit einer sehr kurzen Kulturdauer!

Platz 1: Süßes Beerenobst zum Naschen

Auch im Hochbeet muss man nicht auf süße Beeren verzichten. Eine der am besten geeigneten Pflanzen für Hochbeete sind nämlich die von vielen heiß geliebten Erdbeeren! Die Pflanzen sind quasi wie für Hochbeete geschaffen: Sie bleiben in ihrem Wuchs niedrig und ihre Früchte können über den Rand des Hochbeetes ranken, sodass man sie ohne einen krummen Rücken zu bekommen abpflücken kann. Doch neben den Erdbeeren lassen sich auch einige weitere Beerenpflanzen wie die kompakte Topf-Himbeere ‚Ruby Beauty®‘ oder die Hänge-Brombeere ‚Black Cascade‘ ins Hochbeet pflanzen.

Erdbeeren sind perfekt fürs Hochbeet: Die Früchte liegen nicht auf der Erde auf und um zu naschen, muss man sich nicht mal bücken!

Wie man ein langlebiges Hochbeet selber bauen kann, erfährst Du in diesem Artikel:

5 praktische Tipps, welche Pflanzen man zusammenpflanzen kann, bekommst Du hier:

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2 Kommentare

  • Kann ich auch andere Erdbeersorten im Hochbeet Pflanzen? Ich liebe Erdbeeren und suche die perfekte Sorte für mein Hochbeet. Würde mich über eine Antwort freuen!

    Erika Hülse

    • Hallo Erika,
      im Prinzip kannst du eigentlich alle Erdbeeren ins Hochbeet pflanzen. Am besten pflanzt du sie irgendwo an den Rand, sodass die Früchte an der Seite herunterhängen können. Ich habe bisher gute Erfahrungen mit der Elan im Hochbeet gemacht, aber ich denke, ins Hochbeet kannst du eigentlich fast alle Erdbeersorten pflanzen, selbst stehende Sorten wie die Delizz.
      Liebe Grüße, Arabelle

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