Mischkultur im Gemüsebeet anlegen

Ein Gemüsebeet im Garten anzulegen, ist relativ unkompliziert. Besonders viel Abwechslung bieten bunte und vielfältig bepflanzte Gemüsebeete. Bei einer gut geplanten Mischkultur im Gemüsebeet besteht zwischen den Pflanzen ein gutes Nachbarschaftsverhältnis: Im Idealfall sorgt die Mischkultur daher für weniger Schädlinge und einen höheren Ernteertrag.

Im Frühjahr, wenn draußen im Garten noch nicht ganz so viel zu tun ist, ist die Zeit gekommen, sich bei einer warmen Tasse Tee mit der Planung des Gemüsebeets auseinanderzusetzen. Denn wer Schädlingen vorbeugen und Erträge steigern möchte, kommt nicht drum herum, sich vor dem Anlegen des Gemüsegartens ein paar Gedanken zu machen.

Einfache Variante: Monokultur

Die einfachste Variante, ein Gemüsebeet zu bepflanzen, ist die Monokultur: Dafür zieht man ein paar Reihen und sät die gewünschten Pflanzen wie Salate oder Möhren aus oder man pflanzt bereits fertige Gemüsepflanzen wie Tomaten, Gurken oder Kartoffeln. Fertig ist das Gemüsebeet!

Monokultur und ihre Nachteile

Allerdings lässt dieses Beet doch eine gewisse Vielfalt und Abwechslung vermissen – wer will denn den ganzen Sommer über nur Tomaten ernten? Auch der Boden leidet durch diese Art der Bepflanzung, da es durch den einseitigen Nährstoffentzug zur Bodenmüdigkeit kommen kann. Das hat zur Folge, dass die Pflanzen nicht so gut gedeihen und weniger Erträge liefern. Darüber hinaus besteht die Gefahr eines großflächigen Schädlingsbefalls: Ehe man sich versieht, sind die Hälfte aller Tomatenpflanzen mit Nematoden infiziert, da es keine „Puffer-Pflanzen“ gibt, die für die Schädlinge uninteressant sind und die die Ausbreitung der Krankheit somit hätten eindämmen können.

Falscher Mehltau bei Gurken – eine Monokultur mit Gurken könnte nun einen totalen Ernteausfall mit sich bringen

Einige Krankheitserreger wie zum Beispiel Falscher Mehltau, Braunfäule oder Nematoden können auch den Winter überdauern und im Frühjahr wieder aktiv werden. Eine Monokultur lohnt sich im Prinzip nur, wenn man genügend Platz hat. Denn dann kann eine große Fläche in vier kleinere Parzellen unterteilt werden. Jede einzelne Fläche wird nun mit einer bestimmten Pflanze bepflanzt, die jedes Jahr um ein Beet weiterrückt.

Vielfalt und Abwechslung im Beet durch Mischkultur

Wer jedoch ein buntes, abwechslungsreiches Gemüsebeet bevorzugt, wird etwas mehr Zeit in die Planung stecken müssen, kann sich dafür aber über gesunde Pflanzen, weniger Schädlinge und eine ertragreichere Ernte freuen!

Was bedeutet Mischkultur?

Von einer Mischkultur spricht man, wenn mehrere unterschiedliche Pflanzenarten, die positiv miteinander in Beziehung stehen, auf einem Beet angebaut werden. Allerdings muss man bei dieser Kombination ein paar Punkte berücksichtigen, damit man sich am Ende über eine erfolgreiche Mischkultur freuen kann.

Mischkultur mit Stangenbohne, Süßkartoffel, Tagetes, Chili, Erdbeere, Balkon-Aubergine, krauser Petersilie, Charentais-Melone, Schnittlauch, Kapuzinerkresse und Pepino (v.l.n.r.)

Vorteile der Mischkultur

Durch die Kombination bestimmter Pflanzen können sich Pflanzen gegenseitig positiv in ihrer Entwicklung beeinflussen. So scheinen sich Gurken und Erdbeeren in der Nähe von Knoblauch besonders wohl zu fühlen, während Bohnen und Bohnenkraut gut miteinander harmonieren. Eine abwechslungsreiche Mischkultur im Gemüsebeet kann daher positive Nebenwirkungen mit sich bringen.

Eine gut durchdachte Mischkultur im Gemüsebeet beugt Schädlingen vor und wirkt bei einem Befall regulierend: Wachsen Pflanzen verschiedener Familien auf einem Beet, wird die Ausbreitung von Schädlingen eingedämmt, da nicht jede Pflanze für den Schädling von Interesse ist. „Beispielsweise sind von der Kohlhernie ausschließlich Kreuzblütler wie Pak Choi, Rettich oder Kohlarten betroffen, während die Braunfäule vorwiegend bei Nachtschattengewächsen wie Kartoffeln oder Tomaten auftritt“, erklärt der studierte Gartenbauingenieur Raimund Schnecking.

Aufgrund der verschiedenen Ansprüche der Pflanzen ist die Mischkultur weniger belastend für den Boden als es bei der Monokultur der Fall ist. Die Kombination von Tief- und Flachwurzlern ermöglicht dabei eine optimale Ausschöpfung der Bodennährstoffe. „Denn die unterschiedlichen Bewurzelungssysteme der verschiedenen Pflanzen ermöglichen eine gezielte Nährstoffnutzung, bei dem sich die Pflanzen nicht in die Quere kommen“, erklärt Gemüsespezialist Raimund.

Vielfalt durch Mischkultur: Nicht nur im Beet, sondern auch in der Küche!

Ein bunter Gemüsegarten mit verschiedensten Pflanzen ist daher nicht nur in optischer und kulinarischer Hinsicht eine Freude, sondern auch aus gärtnerischer Sicht optimal: Denn eine gut geplante Mischkultur im Gemüsebeet erfordert letztlich weniger Aufwand und besticht zugleich mit einer ertragreichen Ernte!

Mischkultur im Gemüsebeet – 5 einfache Tipps!

Doch wie kreiert man ein Gemüsebeet, bei dem diese Vorteile wirksam werden? Welche Aspekte muss man beim Pflanzen berücksichtigen? Die fünf wichtigsten Tipps gibt es hier im Überblick:

  1. Wo fühlen sich die Pflanzen wohl? – Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen kombinieren
  2. Pflanzen und ihre Familie – Familienzugehörigkeiten berücksichtigen
  3. Wie viel Platz brauchen die Pflanzen? – Wuchshöhe und Wuchsform beachten
  4. Keine Konkurrenz um Nährstoffe und Wasser aufkommen lassen – Pflanzen mit unterschiedlichem Bodenvolumen kombinieren
  5. Die richtigen Beetpartner finden: Wer passt zu wem?

Wenn zudem noch verschiedene Kulturen (Vorkultur/Hauptkultur/Nachkultur) auf ein Beet gepflanzt werden sollten, müssten zusätzlich die Erntezeiten eingeplant werden.

Natürlich müssen nicht alle Punkte perfekt eingehalten werden! Das Pflanzen verschiedenster Gemüsepflanzen und das Beachten der relevantesten Bedürfnisse wie Standortvorlieben und Nährstoffbedarf reichen meist aus, um später weniger Pflegeaufwand zu betreiben, Schädlingen vorzubeugen und eine höhere Ernte zu haben!

Im Folgenden werden die einzelnen Punkte genauer erläutert. Zudem findest Du am Ende dieses Artikels zwei praktische Beispiele für eine kleine Mischkultur im Gemüsebeet sowie die wichtigsten Informationen und Mischkulturtabellen zum Download.

Lege Dein eigenes bunt gemischtes Gemüsebeet an!

1. Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen kombinieren

Erstens: Den Nährstoffbedarf der Pflanze beachten

Pflanzen können je nach ihrem Nährstoffbedarf in stark, mittelstark und schwach zehrende Pflanzen eingeteilt werden. Diese Einteilung hängt insbesondere vom Stickstoffbedarf der Pflanzen ab. Ist also der Stickstoffanteil im Boden relativ hoch, fühlen sich Starkzehrer wohl, während Schwachzehrer nährstoffärmere Böden bevorzugen. „Manche Schwachzehrer können sogar „verglühen“, wenn der Salzgehalt auf frisch gedüngten Boden zu hoch ist und sie kein Wasser mehr aufnehmen können“, ergänzt Gemüsespezialist Raimund. Auch viele Aussaaten vertragen den hohen Düngeranteil im Boden nicht, weshalb man sie in ungedüngter Anzuchterde vorziehen sollte.

Es ist daher sinnvoll, auf stark gedüngtem Boden vorrangig Starkzehrer zu pflanzen oder eine Kombination aus Mittelstarkzehrern und Starkzehrern anzulegen. Hat man sein Gemüsebeet mit hochwertiger Pflanzenerde, die mit Langzeitdünger angereichert wurde, aufgefüllt, kann auch der ein oder andere Schwachzehrer dazwischen stehen, da die Wirkung des Langzeitdüngers relativ langsam und mild ist. Jedoch wären das nicht die optimalen Bedingungen für einen Schwachzehrer.

Man kann, wenn man mehrere Gemüsebeete bepflanzt, auch eine Fruchtfolge oder einen Fruchtwechsel einbauen. Was es damit auf sich hat, erfährst Du in dem Beitrag „Fruchtwechsel im Gemüsegarten„.

Nährstoffbedarf von Pflanzen:

 Pflanzen Starker Bedarf Mittelstarker Bedarf Schwacher Bedarf
Artischocke x    
Aubergine x    
Chicorée   x  
Bohne     x
Bohnenkraut     x
Brombeere   x  
Dill   x  
Endivie   x  
Erbse     x
Erdbeere   x  
Feldsalat     x
Fenchel   x  
Gurke   x  
Himbeere   x  
Johannisbeere   x  
Kapuzinerkresse   x
Kartoffel x    
Knoblauch   x  
Knollenfenchel   x  
Knollensellerie x    
Knollenziest   x  
Große Kohlarten wie Brokkoli oder Rotkohl x    
Kohlrabi x
Mediterrane Kräuter wie Thymian, Majoran, Oregano, Lavendel, Basilikum     x
Kürbis x    
Lauch x    
Litschi-Tomate x    
Mangold   x  
Melone x    
Möhre   x  
Paprika (dazu gehört auch Chili) x    
Pastinake     x
Petersilie   x  
Pepino x    
Radieschen     x
Rhabarber   x  
Rettich   x  
Rote Beete     x
Salat     x
Schwarzwurzel   x  
Spinat     x
Süßkartoffel   x  
Stachelbeere   x  
Studentenblume (Tagetes)  
Strauchbasilikum   x  
Tomate x    
Topinambur   x  
Yacon   x  
Zucchini x    
Zwiebel     x

Mischkulturtabelle 1: Nährstoffbedarf von Pflanzen
Hinweis: Kohlrabi gehört auch zu den Kohlarten, wird jedoch meist separat gelistet, da er sich in seinen Ansprüchen teilweise stark von den großen Kohlarten wie Rotkohl oder Weißkohl unterscheidet.

Zweitens: Die Lichtverhältnisse berücksichtigen

Wo steht das Gemüsebeet? Ist es eher schattig gelegen oder liegt es mitten in der prallen Sonne? Die meisten Gemüsepflanzen mögen einen sonnigen Standort und sind daher mit einem vollsonnigen bis sonnigen Standort sehr glücklich. Süßkartoffeln, Topinambur oder Rhabarber können auch durchaus mit einem halbschattigen Standort zufrieden sein. Lediglich Wasabi mag es deutlich schattiger und fühlt sich in einem klassischen, sonnig gelegenen Gemüsebeet neben Tomaten oder Gurken überhaupt nicht wohl. Die meisten Gemüsepflanzen haben jedoch ein starkes Bedürfnis nach Sonne und Wärme, weshalb man mit einem sonnig gelegenem Gemüsebeet kaum etwas falsch machen kann.

Drittens: Die Struktur des Bodens beachten

Die meisten Gemüsepflanzen können ohne Probleme in normaler, lockerer Gartenerde oder in hochwertiger Pflanzenerde aus dem Gartencenter wachsen.

Etwas schwieriger, aber nicht unmöglich ist der Anbau auf lehmigem, schwerem Boden. Der Vorteil bei schweren Böden ist, dass er Wasser und Nährstoffe gut speichert. Tomaten, Gurken oder Zucchini können daher auch gut in lehmiger Erde wachsen. Salat und Wurzelgemüse fühlt sich hingegen auf durchlässigem Boden wohler und wachsen auf schwerem Boden schlechter. Bei schweren Böden kann es helfen, die Erde mit Humus und Sand aufzulockern oder Gründüngungspflanzen zu säen und diese anschließend in den Boden einzuarbeiten. Ist der Boden zu verschlämmt, kann man auch Hochbeete bauen, die man mit Kompost, Sand und hochwertiger Pflanzenerde auffüllt.

Möhren, Kartoffeln oder Spargel bevorzugen einen durchlässigen und lockeren Boden. Der Vorteil dieser lockeren, sandigen Böden ist, dass er sich schnell erwärmt und frühe Aussaaten möglich sind. Allerdings trocknet er schneller aus und speichert schlechter Nährstoffe. Auch hier helfen regelmäßige Humusgaben, um die Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe zu verbessern.

Tipp: Der optimale Zeitpunkt für die Gründüngung ist im Spätsommer und Humus kann man im Frühjahr vor der Pflanzung einarbeiten.

Tomaten brauchen einen nährstoffreichen Boden und viel Sonne – ein sonniges Beet mit humusreicher, lockerer Gartenerde ist optimal

2. Familienzugehörigkeiten beachten

Einige Krankheitserreger wie zum Beispiel Kohlhernie, Brennflecken, Falscher Mehltau, Kohlfliege, Braunfäule oder Nematoden haben sich auf bestimmte Pflanzenfamilien spezialisiert. Während Kreuzblütler von der Kohlhernie betroffen sind, greift die Braunfäule vor allem Nachtschattengewächse an; Brennflecken trifft man hingegen vorrangig bei Schmetterlingsblütlern an. Eine gemischte Bepflanzung mit Pflanzenarten aus verschiedenen Familien beugt deshalb einem größeren Schädlingsbefall vor.

Daneben sollte man auch darauf achten, dass Pflanzen einer Familie nicht über Jahre hinweg auf den gleichen Platz gepflanzt werden. Denn wenn über einen längeren Zeitraum verschiedene Pflanzenarten einer Familie auf den gleichen Platz gepflanzt werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Pflanzen von bestimmten Schädlingen befallen werden. Das liegt daran, dass die kleinen Krankheitserreger den Winter überdauern können und im Frühjahr wieder aktiv werden. Somit erhöht sich das Risiko, dass der junge Kohlrabi, nachdem bereits andere Kreuzblütler wie Brokkoli oder Mairüben auf diesem Platz gepflanzt wurden, an der Wurzelkrankheit Kohlhernie erkrankt. Erst wenn einige Zeit und Pflanzen vergangen sind, kann man wieder Pflanzen der gleichen Familie auf den Platz pflanzen.

Aus diesem Grund ist es sinnvoll, ein Gartenbeet-Notizbuch zu führen, in dem man sich notiert, welche Pflanze wann wo stand. So vermeidet man, dass Pflanzen einer Pflanzenfamilie mehrfach direkt hintereinander auf den gleichen Platz gepflanzt werden.

Pflanzen und ihre Familien:

Pflanzenfamilie
Kreuzblütler Steckrübe, Pak Choi, Rettich, Radieschen, Kohlarten wie Weißkohl, Rotkohl, Kohlrabi, Rosenkohl oder Brokkoli
Doldenblütler Möhre, Sellerie, Fenchel, Pastinake, Petersilie, Dill, Kerbel, Koriander, Kümmel
Schmetterlingsblütler Erbsen, Bohnen, Klee, Lupine, Wicken, Luzerne
Lippenblütler Fast alle Kräuter
Liliengewächse Zwiebel, Lauch, Schnittlauch, Knoblauch, Spargel
Gänsefußgewächse Spinat, Rote Bete, Mangold
Korbblütler Artischocke, Schwarzwurzeln, Kopfsalat, Eissalat, Endivien, Chicorée, Radicchio, Löwenzahn
Kürbisgewächse Gurke, Melone, Kürbis, Zucchini
Nachtschattengewächse Tomate, Paprika, Aubergine, Kartoffel, Pepino

Mischkulturtabelle 2: Pflanzenfamilien

Gurken und Peperoni gehören nicht zu einer Familie und können daher gut nacheinander auf der gleichen Stelle wachsen

3. Wuchshöhe und -größe der Pflanzen berücksichtigen

Zudem muss auch die Größe und Wuchsform der Pflanzen in der Planung des Beetes Berücksichtigung finden. Denn bei jeder Bepflanzung ist es wichtig, auf genügend Abstand zwischen den Pflanzen zu achten. Dadurch haben die Pflanzen, die zu Beginn noch relativ klein sein können, die Möglichkeit sich zu entfalten. Zudem nehmen sie sich nicht gegenseitig Licht oder Nährstoffe weg und die Luft kann zwischen den Pflanzen zirkulieren, was einem Schädlingsbefall vorbeugt.

Dabei brauchen in die Breite wachsende Pflanzen wie Kürbis, Melone oder Zucchini deutlich mehr Platz als kleine, kompakte oder in die Höhe wachsende Pflanzen. „Um breit werdende Gemüsepflanzen hochbinden zu können, müssen sie einen längeren Stamm bilden. Das machen Zucchini – bis auf die Kletterzucchini ‚Alando‘ – nicht, daher muss man für Pflanzen wie Zucchini oder Kürbis genügend Platz einplanen“, erklärt Raimund. Andere Pflanzen wie Gurken können hingegen sowohl in die Breite wachsen als auch hochgebunden werden. Allerdings sollte auch in die Höhe wachsendes Gemüse genügend Raum bekommen und nicht zu eng gepflanzt werden.

Zudem ist die Wuchshöhe bei der Anordnung der Pflanzen von Bedeutung. So können hohe Pflanzen anderen schnell das Licht wegnehmen. Es bietet sich daher an, die hohen Pflanzen im Gemüsebeet beispielsweise gen Norden anzuordnen, dass sie den kleineren Gewächsen nicht zu viel Licht nehmen. Steht das Beet nah an einer Hauswand, sollten die hohen Pflanzen näher zur Hauswand stehen. Davor werden dann die kleineren Pflanzen gepflanzt.

„Grundsätzlich sollte man immer darauf achten, dass die Pflanzen nicht zu dicht stehen und dass es nicht zu starker Konkurrenz um Wasser, Nährstoffe und Licht kommt“, lautet der abschließende Tipp von Raimund. 

Tipp: Raum nutzen bei kleineren Beeten

„Bei einem kleinen Beet ist es sinnvoll, den vorhandenen Platz gut zu nutzen, also nach oben hin durch das Hochbinden von Tomaten beziehungsweise bei Hochbeeten nach unten hin durch überhängende Melonen“, rät Raimund und fügt hinzu, „grundsätzlich kann man aber auch Tomaten überhängen lassen. Es ist also manchmal eher eine Frage der Raumnutzung als der Kultur.“ Denn die meisten kennen Tomaten nur als nach oben wachsende Pflanzen, doch sie sind auch in der Lage, nach unten zu wachsen.

Für sehr kleine Beete empfiehlt der Pflanzenexperte vor allem Kräuter, Radieschen, Salate, Kohlrabi, Lauch oder kompakt wachsende Pflanzensorten wie die Tomate ‚Romantiko‘, die Aubergine ‚Diamond Purple‘ oder Paprikapflanzen wie Peperoni, Chili oder Paprika.

Mischkultur im Gemüsegarten – auch für Hochbeete optimal!

4. Pflanzen mit unterschiedlichem Bodenvolumen kombinieren

Zu den Pflanzen, die ihre Nährstoffe aus tieferen Erdschichten holen können und daher als Tiefwurzler bezeichnet werden, gehören beispielsweise Artischocken, Lupine oder Schwarzwurzeln. Pflanzen wie Feldsalat oder Kartoffeln, die flache Wurzeln bilden, zählen zu den Flachwurzlern. Daneben gibt es auch Mittelwurzler, wie Möhren, die Wurzeln von mittlerer Länge bilden und einige Pflanzen wie Gurke, Kürbis oder Tomate können je nach Situation sowohl flachere als auch lange, in die Tiefe gehende Wurzeln bilden.

Allerdings ist es mit dieser Unterscheidung noch nicht getan. Denn Kartoffeln wachsen beispielsweise tiefer in den Boden als zum Beispiel Feldsalat. Sie bilden demnach wie der Feldsalat flache Wurzeln aus, doch diese Wurzeln befinden sich einen halben Meter unter der Erde – weshalb sie ihre Nährstoffe wie die Mittelwurzler oder Tiefwurzler aus den tieferen Schichten der Erde holen. Aus dem Grund sprechen wir lieber von Bodenvolumen: Die Kartoffel hat ein großes Bodenvolumen, während der Feldsalat kaum Bodenvolumen besitzt. Die Wurzeln des Feldsalats bleiben relativ nah an der Oberfläche und nehmen hier Nährstoffe auf. Die Kartoffelpflanze dringt dagegen aufgrund ihres Bodenvolumens tiefer in die Erde und stellt somit keine Konkurrenz für den Feldsalat dar. Es macht daher Sinn, Pflanzen im Hinblick auf ihr Bodenvolumen zu unterscheiden und sie dementsprechend zu kombinieren.

So gehören Kartoffeln, Süßkartoffeln, Topinambur, Yacon, Knollenziest, Kopf- und Blumenkohl, Pastinaken, Wurzelpetersilie, Lupine und Schwarzwurzeln zu den Pflanzen mit relativ viel Bodenvolumen. Zu den Pflanzen, die nah an der Oberfläche wurzeln, zählen unter anderem Feldsalat, Radieschen oder Zwiebeln. Auch bei dieser Einteilung sind die Grenzen jedoch fließend.

Optimalerweise kombiniert man Pflanzen, die ihre Nährstoffe aus den oberen Erdschichten holen, mit Pflanzen, die ihre Nährstoffe aus den tieferen Erdschichten holen, damit es nicht zu einer Konkurrenz um Wasser oder Nährstoffe kommt. Wer regelmäßig gießt und insbesondere Starkzehrern genügend Nährstoffe bereitstellt sowie für jede Pflanze genug Platz einplant, muss sich hier jedoch weniger Gedanken machen.

Mischkultur im Gemüsebeet: Spargel zählt zu den tief wurzelnden Pflanzen

5. Die richtigen Beetpartner finden

Einige Pflanzen schützen sich durch ihre Duft- oder Wurzelausscheidungen vor verschiedenen Schädlingen und können damit auch andere Pflanzen vor einem Befall bewahren. Pflanzt man beispielsweise Erdbeeren und Schnittlauch zusammen, kann der Schnittlauch manche Pilzsporen vorbeugen. Zugleich vertragen sich andere Pflanzen nicht, da sie beispielsweise von ähnlichen Schädlingen befallen werden oder aufgrund von unterschiedlichen Bedürfnissen nicht gut miteinander harmonieren. So fühlen sich Gurken und Tomaten aufgrund ihrer unterschiedlichen Ansprüche in einem gemeinsamen Gewächshaus nicht wirklich wohl, wohingegen Gurken und Paprika aufgrund ihrer ähnlichen Bedürfnisse eine gute Beziehung führen.

Auch kleine Pflanzen wie Kräuter oder Blumen kann man in der Mischkultur im Gemüsebeet einsetzen. So lockt blühendes Basilikum viele Bienen an, die die Blüten des benachbarten Fruchtgemüses bestäuben; Bohnenkraut kann man neben Bohnen pflanzen, um der Schwarzen Bohnenlaus vorzubeugen; und bei Erdbeeren rät man im Allgemeinen zu Lauchgewächsen als Beetnachbarn, da sie auf einige Schimmelpilzarten abwehrend wirken. Gegen bestimmte freilebende Fadenwürmer (Nematoden), die unter anderem Erdbeeren, Möhren, Lauch, Bohnen, Sellerie, Erbsen oder Salat befallen, können Studentenblumen (Tagetes patula) oder Ringelblumen (Calendula) helfen, da sie Abwehrstoffe bilden. Es zeigt sich also, dass einige Pflanzen aufgrund ihrer Eigenschaften und Bedürfnisse besser zueinander passen als andere.

Tipp: Um Schädlingen vorzubeugen, macht es auch Sinn, veredelte Gemüsepflanzen zu kaufen. Diese haben meist eine robustere Wurzelbildung, die widerstandsfähiger gegen verbreitete Schädlinge ist.

In dieser Mischkulturtabelle findest Du eine kleine Übersicht über einige Gemüsepflanzen und ihre liebsten und unliebsten Nachbarn, basierend auf persönlichen Erfahrungen unserer Profi-Gärtner, überlieferten Erfahrungen & alten Volksweisheiten.

Gemüse Gute Nachbarn Schlechte Nachbarn
Bohnen Bohnenkraut, Dill, Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat, Pflücksalat, Radieschen, Rettich, Rote Rüben, Sellerie, Tomaten, Paprika Erbsen, Knoblauch, Zwiebeln
Endivien Kohlarten, Lauch  
Erbsen Dill, Gurken, Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat Bohnen, Kartoffeln, Knoblauch, Tomaten, Zwiebeln
Erdbeeren Borretsch, Knoblauch, Salate, Dill, Schnittlauch, Radieschen, Lauch, Spinat, Zwiebeln Kohlarten
Feldsalat Erdbeeren, Radieschen  
Fenchel Erbsen, Feldsalat, Sellerie Bohnen, Tomaten
Gurken Basilikum, Bohnen, Dill, Erbsen, Knoblauch, Kohlrabi, Kohlarten, Kopfsalat, Lauch, Rote Rüben, Sellerie, Zwiebeln Kartoffeln, Radieschen, Tomaten
Kartoffeln Kapuzinerkresse, Knoblauch, Kohlrabi, Pfefferminze, Ringelblume, Spinat Erbsen, Gurken, Sellerie, Tomaten, Paprika
Knoblauch Erdbeeren, Gurken, Kartoffeln, Möhren, Tomaten, Paprika Bohnen, Erbsen, Kohlarten
Kohlarten (u.a. Blumenkohl, Rotkohl, Brokkoli) Bohnen, Dill, Endivien, Erbsen, Gurken, Kopfsalat, Minze, Pflücksalat, Rettich, Sellerie, Spinat, Rote Rüben, Tomaten Erdbeeren, Knoblauch, Lauch, Zwiebeln
Kohlrabi Bohnen, Erbsen, Gurken, Kartoffeln, Kopfsalat, Radieschen, Rettich, Sellerie, Spinat, Rote Rüben, Tomaten, Zwiebeln Lauch
Kopfsalat Bohnen, Bohnenkraut, Dill, Erbsen, Erdbeeren, Gurken, Kohlarten, Kohlrabi, Möhren, Minze, Radieschen, Rettich, Tomaten, Zwiebeln, Paprika Lauch, Sellerie
Lauch Endivien, Erdbeeren, Gurken, Möhren, Sellerie, Tomaten Bohnen, Erbsen, Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat
Möhren Dill, Knoblauch, Kopfsalat, Lauch, Minze, Pflücksalat, Radieschen, Rettich, Tomaten, Zwiebeln  
Paprika (dazu zählt auch Chili) Gurken, Kohl Erbsen, Fenchel, Rote Beete
Radieschen Bohnen, Erbsen, Erdbeeren, Kapuzinerkresse, Kopfsalat, Möhren, Pflücksalat, Spinat, Tomaten Gurken, Zwiebeln
Spinat Erdbeeren, Kartoffeln, Kohlrabi, Kohlarten, Radieschen, Tomaten  
Tomaten Bohnen, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Kohlrabi, Kopfsalat, Möhren, Minze, Pflücksalat, Radieschen, Ringelblume, Sellerie, Spinat, Zucchini, Zwiebeln Erbsen, Gurken, Kartoffeln
Zucchini Erbsen, Kapuzinerkresse, Zwiebeln  
Zwiebeln Dill, Gurken, Erdbeeren, Kohlrabi, Kopfsalat, Möhren, Tomaten, Zucchini Bohnen, Erbsen, Kohlarten, Radieschen

Mischkulturtabelle 3: Übersicht der Nachbarschaften

Gemüsegarten anlegen: Zwei Beispiele für kleine Gemüsebeete

Wer die Verträglichkeit der Pflanzen miteinander, ihre Nährstoffbedürfnisse sowie ihre Wuchsform und Größe berücksichtigt, kann sich auf ein buntes Gemüsebeet mit reichem Ertrag freuen. An den folgenden zwei Beispielen kannst Du Dich bei der Anlage Deines eigenen Gemüsebeetes orientieren.

Die Beispiel-Gemüsebeete sind sonnig gelegen und bei dem Boden handelt es sich um normale, lockere Gartenerde. Die Maße der beiden Beete beträgt 150 cm x 250 cm. Die dargestellten Beete haben keine Überdachung, weshalb es sich bei den genannten Sorten um für das Freiland geeignete Sorten handelt. 

Variante 1: Mischkultur im Gemüsebeet

  1. Eine Freiland-Gurkenpflanze z.B. ‚Kenia‘ oder eine Mini-Schlangengurke wie ‚Gambit®‘ oder zwei Artischockenpflanzen ‚Imperial Star‘ (ca. 130 cm x 60 cm)
  2. Salate z.B. Endivien, Kopfsalat oder Eisbergsalat (ca. 130 cm x 30 cm)
  3. Eine Zucchinipflanze z.B. ‚Zodiac‘, aber auch der Hokkaidokürbis ‚Uchiki Kuri‘ könnte hier gepflanzt werden (ca. 130 cm x 60 cm)
  4. Mangold z.B. ‚Bright Lights‘ oder Spinat (150 cm x 30 cm)
  5. Zwei Freiland-Tomaten wie ‚Philovita‘ oder ‚Philona‘ oder zwei Paprikapflanzen wie die Mini-Snack-Paprika ‚Lubega®‘ oder die Block-Paprika ‚Beluga®‘ oder Chili-Pflanzen wie die Peperoni ‚Fireflame‘ oder die Spiralpeperoni ‚Lyric® Hot‘ (ca. 150 cm x 70 cm)
  6. Möhren (ca. 20 cm x 150 cm)

Auf diesem Beet finden sich ausschließlich Stark- bis Mittelstarkzehrer, sodass das Beet vor der Bepflanzung gut mit stickstoffreichem Langzeitdünger, Kompost oder Hornspäne präpariert werden sollte. Mangold und Salat sind gute Nachbarn von Gurke, Zucchini und Tomate. Seitlich kann man noch eine Reihe von Möhren pflanzen. Tipp: Da die Möhren einen durchlässigen Boden bevorzugen, kann man an dieser Stelle zusätzlich etwas Sand einarbeiten.

Variante 2: Mischkultur im Gemüsebeet

  1. Salate wie Endivien, Kopfsalat oder Eisbergsalat (ca. 120 cm x 30 cm)
  2. Zwei bis drei Artischockenpflanzen ‚Imperial Star‘ (ca. 150 cm x 60 cm)
  3. Dill (ca. 30 cm x 30 cm)
  4. Mangold z.B. den bunten Mangold ‚Bright Lights‘ (ca. 70 cm x 65 cm)
  5. Eine Paprikapflanze wie die Snack-Paprika ‚Lubega®‘ oder auch Chilipflanzen wie die ‚Fireflame‘ (ca. 70 cm x 65 cm)
  6. Eine Zucchinipflanze z.B. grüne Zucchini ‚Zodiac‘ oder die gelbe Zucchini ‚Ola Gabriela‘ (ca. 60 cm x 130 cm)
  7. Möhren (ca. 150 cm x 30 cm)

Auf diesem Beispiel-Beet finden Salate wie Kopfsalat, Eisbergsalat oder Endivien sowie Dill, Mangold, Zucchini, Möhren, Paprika und Artischocken Platz. Während die Zucchini, die Artischocken und die Paprika zu den Starkzehrern gehören, zählen die übrigen Pflanzen zu den mittelstark zehrenden Pflanzen. Vor dem Einpflanzen sollte man in den Boden ausreichend Kompost oder gekauftem Langzeitdünger einarbeiten. Tipp: Da die Möhren einen durchlässigen Boden bevorzugen, kann man an dieser Stelle zusätzlich etwas Sand einarbeiten.   


Volkers Gartenwissen: Eine neue Folge zur Mischkultur

Volker, studierter Gartenbauingenieur & Gärtner mit Leib und Seele, erklärt in dem kurzen Video, welche Vorteile die Mischkultur hat:

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