Mischkultur im Gemüsebeet anlegen

Ein Gemüsebeet im Garten anzulegen, ist relativ unkompliziert – allerdings sollte man vor dem Pflanzen ein paar Dinge beachten. Insbesondere wenn man eine Mischkultur im Gemüsegarten anlegen möchte, gibt es einige Stolperfallen, die man mit ein bisschen Planung vermeiden kann.

Im Frühjahr, wenn draußen im Garten noch nicht ganz so viel zu tun ist, ist die Zeit gekommen, sich bei einer warmen Tasse Tee mit der Planung des Gemüsebeets auseinanderzusetzen. Denn wer Schädlingen vorbeugen und Erträge steigern möchte, kommt nicht drum herum, sich vor dem Anlegen des Gemüsegartens ein paar Gedanken zu machen.

Einfache Variante: Monokultur

Die einfachste Variante, ein Gemüsebeet zu bepflanzen, ist die Monokultur: Dafür zieht man ein paar Reihen und sät die gewünschten Pflanzen wie Salate oder Möhren aus oder man pflanzt bereits fertige Gemüsepflanzen wie Tomaten, Gurken oder Kartoffeln. Fertig ist das Gemüsebeet!

Monokultur und ihre Nachteile

Allerdings lässt dieses Beet doch eine gewisse Vielfalt und Abwechslung vermissen – wer will denn den ganzen Sommer nur Tomaten ernten? Auch der Boden leidet durch diese Art der Bepflanzung, da es durch den einseitigen Nährstoffentzug zur Bodenmüdigkeit kommen kann. Das hat zur Folge, dass die Pflanzen nicht so gut gedeihen und weniger Erträge liefern. Darüber hinaus besteht die Gefahr eines großflächigen Schädlingsbefalls: Ehe man sich versieht, sind die Hälfte aller Tomatenpflanzen mit Nematoden infiziert, da es keine „Puffer-Pflanzen“ gibt, die für die Schädlinge uninteressant sind und die die Ausbreitung der Krankheit hätten eindämmen können.

Falscher Mehltau bei Gurken – eine Monokultur mit Gurken könnte nun einen totalen Ernteausfall mit sich bringen

Einige Krankheitserreger wie zum Beispiel Falscher Mehltau, Braunfäule oder Nematoden können auch den Winter überdauern und im Frühjahr wieder aktiv werden. Eine Monokultur lohnt sich im Prinzip nur, wenn man genügend Platz hat. Denn dann kann eine große Fläche in vier kleinere Parzellen unterteilt werden. Jede einzelne Fläche wird nun mit einer bestimmten Pflanze bepflanzt, die jedes Jahr um ein Beet weiterrückt. Doch bei dieser Vierfelderwirtschaft gibt es ebenfalls einiges zu beachten, damit sie gelingt – und auch hier bringt eine gemischte Bepflanzung der Beete Vorteile.

Vielfalt und Abwechslung im Beet durch Mischkultur

Die Monokultur erscheint im ersten Moment als die einfachste Variante, wenn man jedoch genauer hinsieht, birgt sie einige Nachteile. Wer dagegen ein buntes, abwechslungsreiches Gemüsebeet bevorzugt, wird etwas mehr Zeit in die Planung stecken müssen, kann sich dafür aber über gesunde Pflanzen, weniger Schädlinge und eine ertragreichere Ernte freuen!

Was bedeutet Mischkultur?

Von einer Mischkultur spricht man, wenn mehrere unterschiedliche Pflanzenarten auf einem Beet angebaut werden. Allerdings muss man bei dieser Kombination fünf Punkte berücksichtigen, da nicht alle Pflanzen die gleichen Nährstoffbedürfnisse haben oder gut miteinander auskommen. Werden diese fünf Aspekte berücksichtigt, bringt die Mischkultur jede Menge Vorteile mit sich.

Mischkultur mit Stangenbohne, Süßkartoffel, Tagetes, Chili, Erdbeere, Balkon-Aubergine, krauser Petersilie, Charentais-Melone, Schnittlauch, Kapuzinerkresse und Pepino (v.l.n.r.)

Vorteile der Mischkultur

Der erste Vorteil ist, dass eine gut durchdachte Mischkultur vorbeugend gegen Schädlinge wirkt. Pflanzen schützen sich durch ihre Duft- oder Wurzelausscheidungen vor verschiedenen Schädlingen und können damit auch andere Pflanzen vor einem Befall bewahren. Pflanzt man beispielsweise Erdbeeren und Schnittlauch zusammen, hält Schnittlauch einige Pilzsporen von den Erdbeeren fern. Zudem wirkt die Mischkultur bei einem Befall regulierend. Denn aufgrund dessen, dass Pflanzen verschiedener Familien auf einem Beet wachsen, wird die Ausbreitung von Schädlingen eingedämmt, da nicht jede Pflanze für den Schädling von Interesse ist. „Beispielsweise sind von der Kohlhernie ausschließlich Kreuzblütler wie Pak Choi, Rettich oder Kohlarten betroffen, während die Braunfäule vorwiegend bei Nachtschattengewächsen wie Kartoffeln, Tomaten oder Paprika auftritt“, erklärt der studierte Gartenbauingenieur Raimund Schnecking.

Durch die Kombination bestimmter Pflanzen wird jedoch nicht nur den Schädlingen Einhalt geboten, sondern die Pflanzen können sich auch positiv in ihrer Entwicklung beeinflussen. So scheinen sich Gurken in der Nähe von Knoblauch besonders wohl zu fühlen, während Spinat und Kartoffeln gut harmonieren.

Aufgrund der verschiedenen Ansprüche der Pflanzen ist die Mischkultur weniger belastend für den Boden als es bei der Monokultur der Fall ist. Die Kombination von Tief- und Flachwurzlern ermöglicht zudem eine optimale Ausschöpfung der Bodennährstoffe. „Denn die unterschiedlichen Bewurzelungssysteme der verschiedenen Pflanzen ermöglichen eine gezielte Nährstoffnutzung, bei dem sich die Pflanzen nicht in die Quere kommen“, erklärt Gemüsespezialist Raimund.

Vielfalt durch Mischkultur: Nicht nur im Beet, sondern auch in der Küche!

Ein bunter Gemüsegarten mit verschiedensten Pflanzen ist daher nicht nur in optischer und kulinarischer Hinsicht eine Freude, sondern auch als Gärtner muss man mit einer Mischkultur letztlich weniger Aufwand betreiben und kann sich zudem noch über eine ertragreiche Ernte freuen!

Mischkultur im Gemüsebeet – 5 einfache Tipps!

Doch wie kreiert man ein Gemüsebeet, bei dem diese Vorteile wirksam werden? Welche Aspekte muss man beim Pflanzen berücksichtigen? Die fünf wichtigsten Tipps gibt es hier im Überblick:

  1. Stark-, Mittelstark- & Schwachzehrer miteinander kombinieren
  2. Vorsicht bei Pflanzen einer Familie: Pflanzen, die einer Familie angehören, kann man nicht immer hintereinander auf die gleiche Stelle pflanzen
  3. Verträglichkeit der Nachbarpflanzen beachten: Die richtigen Beetpartner auswählen
  4. Tief wurzelnde Pflanzen mit flach wurzelnden Pflanzen kombinieren
  5. Wuchshöhe und Wuchsform berücksichtigen, um genügend Platz einzuplanen

Sollen verschiedene Kulturen auf ein Beet gepflanzt werden, müssen auch noch die Erntezeiten eingeplant werden.

Natürlich müssen nicht alle Punkte perfekt eingehalten werden! Das Pflanzen verschiedenster Gemüsepflanzen und das Beachten der relevantesten Aspekte reicht aus, um später weniger Pflegeaufwand zu betreiben, Schädlingen vorzubeugen und eine höhere Ernte zu haben!

Im Folgenden werden die einzelnen Punkte genauer erläutert. Zudem findest Du am Ende dieses Artikels drei praktische Beispiele für eine kleine Mischkultur im Gemüsebeet sowie die wichtigsten Informationen zum Download.

Lege Dein eigenes bunt gemischtes Gemüsebeet an!

1. Stark-, Mittelstark- und Schwachzehrer kombinieren

Pflanzen können je nach ihrem Nährstoffbedarf in stark, mittelstark und schwach zehrende Pflanzen eingeteilt werden. Diese Einteilung hängt insbesondere vom Stickstoffbedarf der Pflanzen ab. Ist also der Stickstoffanteil im Boden relativ hoch, fühlen sich Starkzehrer wohl, während Schwachzehrer nährstoffärmere Böden bevorzugen. „Manche Schwachzehrer wie Kresse „verglühen“ sogar, da der Salzgehalt auf frisch gedüngten Boden zu hoch ist und sie kein Wasser mehr aufnehmen können“, ergänzt Gemüsespezialist Raimund. Auch Aussaaten vertragen den hohen Düngeranteil im Boden nicht, weshalb man sie meist in ungedüngter Anzuchterde vorziehen oder auf einem nährstoffarmen Boden aussäen sollte.

Am einfachsten ist es daher, Ende April oder nach den Eisheiligen bereits fertige Gemüsepflanzen in das Beet zu setzen. Man kann Gemüsepflanzen jedoch auch selbst auf der Fensterbank vorziehen.

Nährstoffbedarf von Pflanzen:

Starkzehrer Mittelstarkzehrer Schwachzehrer
Tomaten Chicoree Buschbohnen
Knollensellerie Endivie Erbsen
Artischocken Kartoffel Radieschen
Lauch Knollenfenchel Rote Beete
Paprika Kohlrabi Salat
Pepino Möhren Spinat
Zucchini Rettich Zwiebel
Kürbis Schwarzwurzeln Feldsalat
Kartoffeln Mangold Pastinaken
Melone Fenchel Kresse
Auberginen Knoblauch Kräuter wie Basilikum, Koriander oder Majoran
Kohlarten wie Brokkoli oder Rotkohl Gurke  
  Topinambur  
  Yacon  
Tomaten brauchen viele Nährstoffe und zählen daher zu den Starkzehrern

2. Vorsicht bei Pflanzenarten einer Familie

Wenn über einen längeren Zeitraum verschiedene Pflanzenarten einer Familie auf den gleichen Platz gepflanzt werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Pflanzen von bestimmten Schädlingen befallen werden. Denn einige Krankheitserreger wie zum Beispiel Kohlhernie, Brennflecken, Falscher Mehltau, Kohlfliege, Braunfäule oder Nematoden sind auf bestimmte Pflanzenfamilien spezialisiert. Während Kreuzblütler von Kohlhernie betroffen sind, greift die Braunfäule vor allem Nachtschattengewächse an und Brennflecken trifft man vorrangig bei Schmetterlingsblütlern an. Diese Krankheitserreger können den Winter überdauern und im Frühjahr wieder aktiv werden. Daher erhöht sich das Risiko, dass der junge Kohlrabi, nachdem bereits andere Kreuzblütler wie Brokkoli oder Mairüben auf diesem Platz gepflanzt wurden, an der Wurzelkrankheit Kohlhernie erkrankt. Erst wenn einige Zeit und Pflanzen vergangen sind, kann man wieder Pflanzen der gleichen Familie auf den Platz pflanzen.

Aufgrund dessen ist es sinnvoll, ein Gartenbeet-Notizbuch zu führen, in dem man sich notiert, welche Pflanze wann wo stand. So vermeidet man, dass Pflanzenarten einer Pflanzenfamilie mehrfach direkt hintereinander auf den gleichen Platz gepflanzt werden.

Pflanzen einer Familie, die man nicht mehrfach hintereinander auf einem Platz anpflanzen sollte:

Pflanzenfamilie
Kreuzblütler Steckrübe, Pak Choi, Rettich, Radieschen, Kohlarten wie Weißkohl, Rotkohl, Kohlrabi, Rosenkohl oder Brokkoli
Doldenblütler Möhre, Sellerie, Fenchel, Pastinake, Petersilie, Dill, Kerbel, Koriander, Kümel
Schmetterlingsblütler Erbsen, Bohnen, Klee, Lupine, Wicken, Luzerne
Lippenblütler Fast alle Kräuter
Liliengewächse Zwiebel, Lauch, Schnittlauch, Knoblauch, Spargel
Gänsefußgewächse Spinat, Rote Bete, Mangold
Korbblütler Artischocke, Schwarzwurzeln, Kopfsalat, Eissalat, Endivien, Chicorée, Radiccio, Löwenzahn
Kürbisgewächse Gurke, Melone, Kürbis, Zucchini
Nachtschattengewächse Tomate, Paprika, Aubergine, Kartoffel, Pepino
Gurken und Peperoni gehören nicht zu einer Familie und können daher gut nacheinander auf der gleichen Stelle wachsen

3. Verträglichkeit der Nachbarpflanzen: Wer passt zu wem?

Doch es ist nicht nur wichtig, darauf zu achten, dass Tomaten und Paprika nicht mehrfach hintereinander am gleichen Ort gepflanzt werden sollen, sondern auch mit wem sie zusammen gepflanzt werden. So vertragen sich beispielsweise Tomaten und Kartoffeln nicht, da diese Braunfäule übertragen können. Auch Gurken und Tomaten kommen nicht gut miteinander zurecht: Während Gurken in der Gesellschaft von Tomaten häufiger unter Spinnmilben leiden, erkranken Tomaten an Kraut- und Braunfäule. Geeignetere Partner für die beiden Gemüsepflanzen sind dagegen Bohnen, Knoblauch, Kohlrabi, Salat oder Zwiebeln. Es zeigt sich also, dass einige Pflanzen aufgrund ihrer Eigenschaften und Bedürfnisse besser zueinander passen als andere.

Tomaten und Gurken vertragen sich nicht besonders gut, daher lieber Abstand wahren!

Kleiner Überblick über beliebtes Pflanzgemüse und ihre liebsten und unerträglichsten Nachbarn:

Gemüse Gute Nachbarn Schlechte Nachbarn
Bohnen Bohnenkraut, Dill, Erdbeeren, Gurken, Kartoffeln, Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat, Pflücksalat, Radieschen, Rettich, Rote Rüben, Sellerie, Tomaten, Paprika Erbsen, Knoblauch, Lauch, Zwiebeln
Endivien Kohlarten, Lauch  
Erbsen Dill, Gurken, Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat, Möhren Bohnen, Kartoffeln, Knoblauch, Lauch, Tomaten, Zwiebeln
Gurken Bohnen, Dill, Erbsen, Knoblauch, Kohlrabi, Kohlarten, Kopfsalat, Lauch, Rote Rüben, Sellerie, Zwiebeln Kartoffeln, Radieschen, Tomaten
Kartoffeln Bohnen, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Kohlrabi, Pfefferminze, Spinat Erbsen, Gurken, Sellerie, Tomaten, Paprika
Knoblauch Erdbeeren, Gurken, Kartoffeln, Möhren, Tomaten, Paprika Bohnen, Erbsen, Kohlarten
Kohlarten Bohnen, Dill, Endivien, Erbsen, Gurken, Kopfsalat, Minze, Pflücksalat, Radieschen, Rettich, Sellerie, Spinat, Rote Rüben, Tomaten Erdbeeren, Knoblauch, Lauch, Zwiebeln
Kohlrabi Bohnen, Erbsen, Gurken, Kartoffeln, Kopfsalat, Radieschen, Rettich, Sellerie, Spinat, Rote Rüben, Tomaten, Zwiebeln Lauch
Kopfsalat Bohnen, Bohnenkraut, Dill, Erbsen, Erdbeeren, Gurken, Kohlarten, Kohlrabi, Möhren, Minze, Radieschen, Rettich, Tomaten, Zwiebeln, Paprika Lauch, Sellerie
Lauch Endivien, Erdbeeren, Gurken, Möhren, Sellerie, Tomaten, Zwiebeln Bohnen, Erbsen, Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat
Mohrrüben Dill, Erbsen, Knoblauch, Kopfsalat, Lauch, Minze, Pflücksalat, Radieschen, Rettich, Tomaten, Zwiebeln  
Radieschen Bohnen, Erbsen, Erdbeeren, Kapuzinerkresse, Kohlrabi, Kohlarten, Kopfsalat, Möhren, Pflücksalat, Spinat, Tomaten Gurken, Zwiebeln
Spinat Erdbeeren, Kartoffeln, Kohlrabi, Kohlarten, Radieschen, Tomaten  
Tomaten Bohnen, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat, Lauch, Möhren, Minze, Pflücksalat, Radieschen, Rettich, Sellerie, Spinat, Zucchini, Zwiebeln Erbsen, Gurken, Kartoffeln
Zucchini Erbsen, Kapuzinerkresse, Zwiebeln  
Zwiebeln Dill, Gurken, Erdbeeren, Kohlrabi, Kopfsalat, Lauch, Möhren, Tomaten, Zucchini Bohnen, Erbsen, Kohlarten, Radieschen
Bohnenkraut – ein angenehmer Nachbar für die meisten Gemüsepflanzen!

Es gibt auch ein paar Pflanzen, die für fast alle Gemüsepflanzen angenehme Partner sind. Dazu gehören Bohnenkraut, Dill, Endivien, Möhren, Pfefferminze, Pflücksalat, Spinat und Zucchini. Auch Kürbisse, Artischocken oder Yacon sind gern gesehene Nachbarn.

4. Tiefwurzler mit Flachwurzlern kombinieren

Zu den Pflanzen, die ihre Nährstoffe aus tieferen Erdschichten holen können und daher als Tiefwurzler bezeichnet werden, gehören beispielsweise Artischocken, Kopf- und Blumenkohl, Pastinaken, Wurzelpetersilie, Lupine, Schwarzwurzeln oder Spargel. Flach wurzelnde Pflanzen sind dagegen Kartoffeln, Feldsalat, Radieschen, Zwiebeln oder Rettich. Einige Pflanzen wie Gurke, Kürbis oder Tomate können je nach Situation sowohl flachere als auch lange, in die Tiefe gehende Wurzeln bilden. Optimalerweise pflanzt man sowohl Flachwurzler als auch Tiefwurzler in das Beet, damit es nicht zu einer Konkurrenz um Wasser oder Nährstoffe kommt. Wer regelmäßig gießt und insbesondere Starkzehrern genügend Nährstoffe bereitstellt sowie für jede Pflanze genug Platz einplant, muss sich hier jedoch weniger Gedanken machen.

Spargel zählt zu den tief wurzelnden Pflanzen

5. Wuchshöhe und -größe der Pflanzen berücksichtigen

Zu guter Letzt müssen auch die Größe und Wuchsform der Pflanzen in der Planung des Beetes Berücksichtigung finden. Denn in die Breite wachsende Pflanzen wie Kürbis oder Zucchini brauchen deutlich mehr Platz als kleine und kompakte Pflanzen oder in die Höhe wachsende Pflanzen. „Um Gemüsepflanzen hochbinden zu können, müssen sie einen längeren Stamm bilden. Das machen Zucchini – bis auf die Kletterzucchini ‚Alando‘ – nicht, daher muss man für Pflanzen wie Zucchini oder Kürbis genügend Platz einplanen“, erklärt Raimund. Andere Pflanzen wie Tomaten oder Gurken hingegen können hochgebunden werden.

Der Hokkaido Speisekürbis 'Uchiki Kuri' ist einer der beliebtesten Kürbisse
Der Hokkaido-Speisekürbis ‚Uchiki Kuri‘ braucht zum Wachsen ausreichend Platz

„Bei einem kleinen Beet ist es sinnvoll, den vorhandenen Platz gut zu nutzen, also nach oben hin durch das Hochbinden von Tomaten beziehungsweise bei Hochbeeten nach unten hin durch überhängende Melonen“, rät Raimund und fügt hinzu, „grundsätzlich kann man aber auch Tomaten überhängen lassen. Es ist also manchmal eher eine Frage der Raumnutzung als der Kultur.“

Mischkultur im Gemüsegarten – auch für Hochbeete optimal!

Für sehr kleine Beete empfiehlt der Pflanzenexperte vor allem Kräuter, Radieschen, Salate, Kartoffeln oder kompakt wachsende Pflanzensorten wie die Tomate ‚Romantiko‘, die Aubergine ‚Diamond Purple‘ oder Paprikapflanzen wie Peperoni, Chili oder Paprika. „Grundsätzlich sollte man immer darauf achten, dass die Pflanzen nicht zu dicht stehen und dass es nicht zu starker Konkurrenz um Wasser, Nährstoffe und Licht kommt“, ergänzt Raimund. 

Auberginen
Die Aubergine ‚Orphelia‘ begeistert mit kleinen Früchten

Gemüsegarten anlegen: Drei Beispiele für kleine Gemüsebeete

Wer die Verträglichkeit der Pflanzen miteinander, ihre Nährstoffbedürfnisse sowie ihre Wuchsform und Größe berücksichtigt, kann sich auf ein buntes Gemüsebeet mit reichem Ertrag freuen. An den folgenden drei Beispielen kannst Du Dich bei der Anlage Deines eigenen Gemüsebeetes orientieren.

Die Gemüsepflanzen mögen einen sonnigen, warmen und hellen Standort und können in normale Gartenerde eingepflanzt werden. Beim Einpflanzen der stark zehrenden Pflanzen sollte Langzeitdünger mit in die Erde eingearbeitet werden. Die Maße der drei Beete beträgt 1,50m x 2,50m. Die dargestellten Beete haben keine Überdachung, weshalb es sich bei den Tomaten um Freilandtomaten wie ‚Philovita‘, ‚Philona‘ oder ‚Phantasia‘ handelt, da diese besonders robust sind.

Variante 1: Mischkultur im Gemüsebeet

  1. Eine Freiland-Gurkenpflanze z.B. ‚Kenia‘ oder eine Mini-Schlangengurke wie ‚Gambit®‘ oder die Snack-Gurke ‚Mini Stars‘ oder zwei Artischockenpflanzen ‚Imperial Star‘ (ca. 130cm x 60cm)
  2. Salate z.B. Kopfsalat oder Endiviensalat (ca. 130cm x 30cm)
  3. Eine Zucchinipflanze z.B. ‚Zodiac‘, aber auch der Hokkaidokürbis ‚Uchiki Kuri‘ könnte hier gepflanzt werden (ca. 130cm x 60cm)
  4. Mangold, Spinat oder verschiedene Kohlarten (150cm x 30cm)
  5. Zwei Freiland-Tomaten wie ‚Philovita‘ oder ‚Philona‘ oder zwei Paprikapflanzen wie die Mini-Snack-Paprika ‚Lubega®‘ oder die Block-Paprika ‚Beluga®‘ oder Chili-Pflanzen wie die Peperoni ‚Fireflame‘ oder die Spiralpeperoni ‚Lyric® Hot‘ (ca. 150cm x 70cm)
  6. Möhren (ca. 20cm x 150cm)

Variante 2: Mischkultur im Gemüsebeet

  1. Salate wie Eisbergsalat (ca. 120cm x 30cm)
  2. Eine Freiland-Gurkenpflanze z.B. ‚Kenia‘ oder eine Mini-Schlangengurke wie ‚Gambit®‘ oder die Snack-Gurke ‚Mini Stars
    oder zwei bis drei Artischockenpflanzen ‚Imperial Star‘, auch Kopfsalat , Möhren oder Endivien sind möglich (ca. 150cm x 60cm)
  3. Dill (ca. 30cm x 30cm)
  4. Mangold z.B. den bunten Mangold ‚Bright Lights‘ (ca. 70cm x 65cm)
  5. Eine Paprikapflanze wie die Snack-Paprika ‚Lubega®‘ oder auch Chilipflanzen wie die ‚Fireflame‘ (ca. 70cm x 65cm)
  6. Eine Zucchinipflanze z.B. grüne Zucchini ‚Zodiac‘ oder die gelbe Zucchini ‚Ola Gabriela
  7. Möhren (ca. 150cm x 30cm)

Auf diesem Beispiel-Beet finden Salate wie Eisbergsalat, Dill, Mangold wie der bunte Mangold ‚Bright Lights‘, Zucchini, Möhren, Paprika oder Chili und Gurken Platz. Durch den großen Entfaltungsraum, der für die Zucchini und die Gurke eingeplant wurde, wird das Ernten erleichtert. Zudem wird durch die Luftzirkulation, die zwischen den Pflanzen entsteht, einem Befall von Pilzen vorgebeugt. Zwar passen Zucchini und Gurken gut zusammen, doch da sie zu einer Pflanzenfamilie gehören, kann man, um das Risiko eines z.B. Mehltaubefalls noch weiter zu minimieren, die Zucchini gegen vier Artischockenpflanzen austauschen oder den Dill und die Salate zwischen die Gurke und die Zucchini pflanzen. Statt Paprika lassen sich auch Chilis pflanzen und statt der Gurke kann auch ein Hokkaidokürbis gepflanzt werden.

Variante 3: Mischkultur im Gemüsebeet

  1. Zwei Artischockenpflanzen ‚Imperial Star‘ oder eine Zucchinipflanze z.B. ‚Zodiac‘ oder eine Kürbispflanze wie der Hokkaidokürbis ‚Uchiki Kuri‘ (ca. 130cm x 60cm)
  2. Bunter Mangold wie ‚Bright Lights‘ oder Spinat (130cm x 30cm)
  3. Dill, Knoblauch oder Zwiebeln (20cm x 120cm)
  4. Freiland-Gurkenpflanze z.B. ‚Kenia‘ oder eine Mini-Schlangengurke wie ‚Gambit®‘ oder die Snack-Gurke ‚Mini Stars‘ oder (ca. 150cm x 60cm)
  5. Buschbohnen z.B. ‚Divara‘ (130cm x 30cm)
  6. Zwei bis drei Paprikapflanzen wie die Mini-Snack-Paprika ‚Lubega®‘, Chili-Pflanzen wie die milde Peperoni ‚Lyric® Hot‘ oder der indische Chili ‚Cresto®‘ oder Freilandtomaten wie die Strauchtomate ‚Philona‘ oder die Cherrytomate ‚Philovita‘ fühlen sich hier wohl (ca. 150cm x 70cm)
  7. Bohnenkraut z.B. ‚Bolero‘ (20cm x 30cm)

Auf dem dritten Beet finden Bohnen, Bohnenkraut, Dill, Mangold, Artischocken, Paprika und Gurken ihren Platz. Dadurch, dass für die Zucchini und die Artischocke viel Spielraum eingeplant worden ist, wird das Ernten erleichtert und möglichen Erkrankungen vorgebeugt. Man kann die Artischocken auch gegen Zucchini, Kürbis oder Wassermelone wie die Mini-Wassermelone ‚Mini Love‘ austauschen. Statt Paprika lassen sich auch Chilis oder Freilandtomaten wie die Cherrytomate ‚Philovita‘ oder die Strauchtomaten ‚Philona‘ pflanzen.

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