Zwiebeln

Unterschätzte Alleskönner

„Jedes gute Rezept beginnt mit dem Schneiden einer Zwiebel“ hat der gelernte Koch, Foodblogger und Kochbuchautor Stevan Paul neulich gesagt. Und wo er Recht hat, hat er Recht. Sind die Gewächse aus der Gattung Lauch (Allium) in der Küche doch wahre Alleskönner. Vor dem Garen der eigentlichen Speise in etwas Fett angeschmort, heben sie nahezu jedes herzhafte Gericht geschmacklich auf eine andere Ebene. Und das, ohne sich selbst dabei groß in den Vordergrund zu drängen. Aber sie können so viel mehr …

Heute stellen wir einige beliebte Zwiebelarten und ihre jeweiligen „Paradedisziplinen“ vor:

Steckzwiebel Snowball-2 (2)

Haushaltszwiebeln

Die Haushaltszwiebel ist der ultimative Küchenklassiker und in wirklich unzähligen Rezepten ein wichtiger Bestandteil, gibt sie durch ihren Geschmack sowohl Schärfe als auch Süße und hebt den Eigengeschmack der Speisen insgesamt. Leider geht sie dabei jedoch selbst oft unter bzw. löst sich im Wortsinn in ihre Bestandteile auf. Heute darf sie mal die Hauptrolle übernehmen: Es gibt Zwiebelkuchen.

Zwiebelkuchen

Zutaten:

  • 1 kg Haushaltszwiebeln
  • 100 ml Weißwein
  • 1 TL Kümmel
  • Salz, Pfeffer und Muskatnuss
  • 1 ungesüßter Hefekuchenteig aus dem Kühlregal
  • 3 Eier
  • 200 g Schmand
  • 75 g durchwachsener Speck, in Würfeln
  • 100 g Greyerzerkäse, gerieben

Zubereitung:

  1. Zwiebeln schälen und in Streifen schneiden. Weißwein mit einem Schuss Wasser, etwas Salz und Pfeffer und dem Kümmel aufkochen. Die Zwiebeln hinzugeben und bei geringer Hitze kochen, bis sie weich sind.
  2. Den Teig auf einem Backblech ausbreiten. Eier und Schmand verrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Den Speck in einer Pfanne anbraten. Den Ofen vorheizen.
  3. Die Zwiebeln abgießen, kurz abkühlen lassen, damit die Eier noch nicht gerinnen und dann mit Speck und der Ei-Schmand-Mischung vermengen; ggf. nochmal nachwürzen.
  4. Die Zwiebelmasse auf dem Teig verteilen und mit dem Greyerzer bestreuen. Nach Packungsangabe backen. Ggf. gegen Ende noch kurz den Grill zuschalten, damit es schön braun wird; oder mit Alufolie abdecken, damit es nicht schwarz wird.

Schmeckt sowohl warm als auch kalt.

Rote Zwiebeln

Rote Speisezwiebel 'Red Ray'

Rote Speisezwiebel ‚Red Ray‘

Rote Zwiebeln sind immer dann die perfekte Alternative zu Haushaltszwiebeln, wenn ein Rezept rohe Zwiebeln vorsieht. Also beispielsweise für Salat, in einem Burger oder einfach so als erfrischende Beilage zu Fleischgerichten oder Falafel. Sie haben einen etwas milderen Geschmack und neigen – im Gegensatz zu anderen Zwiebelsorten – nicht dazu, geschnitten mit der Zeit einen etwas „schweißigen“ Geschmack zu bekommen. Eine nahezu unverschämt gute Idee für diese Zwiebelart ist es aber auch, sie in Balsamicoessig zu garen – Antipasti wie in Italien.

 

 

Antipasti mit roten Zwiebeln

Zutaten:

  • 500 g rote Speisezwiebel ′Red Ray
  • 2 EL brauner Zucker
  • 300 ml Aceto balsamico (darf bei der Menge in diesem Fall ruhig ein günstigerer sein)
  • 100 ml Gemüsebrühe
  • Salz und Pfeffer
  • 2 Zweige Thymian

Zubereitung:

  1. Die Zwiebeln schälen und vierteln.
  2. Einen Topf aufsetzen und den Zucker darin vorsichtig karamellisieren lassen. Mit dem Essig und der Brühe ablöschen, die Zwiebeln, Salz und Pfeffer und Thymian hinzugeben und alles ca. 10 Minuten einkochen lassen. Schmeckt toll, warm wie kalt, einfach mit Weißbrot.

Schalotten

Französische Gourmet-Schalotte 'Longor'

Französische Gourmet-Schalotte ‚Longor‘

Während Schalotten früher als eigene Pflanzenart eingestuft wurden, zählt man sie heute zu den Zwiebeln. Ein Abstieg? Vielleicht auf dem Papier, geschmacklich sind sie weiterhin ein Hauptgewinn. Während der Gedanke, eine normale Zwiebel am Stück zu essen, so manchen abschrecken dürfte, lassen sich Schalotten durch ihr mildes Aroma und ihre zarte Struktur problemlos wie ein Gemüse zubereiten und genießen. Heute mal mit Rotwein …

Rotwein-Schalotten

Zutaten:

Zubereitung:
Die Schalotten schälen. Den Zucker in einem Topf vorsichtig karamellisieren lassen. Wenn er leicht braun ist, die Schalotten hinzugeben und ordentlich durchschwenken. Mit dem Rotwein ablöschen und einkochen lassen, bis eine sämige Konsistenz erreicht ist. Schmeckt als Beilage oder auch pur.

 

PS: Wussten Sie, dass die Zwiebel u. a. aufgrund ihrer antibakteriellen, blutdrucksenkenden, gerinnungshemmenden und antiasthmatischen Wirkung zur Heilpflanze des Jahres 2015 gekürt wurde? Worauf warten Sie noch? Zwiebeln haben gerade Erntezeit!

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