Kunterbunt & farbenfroh: Mischkultur im Hochbeet

Hochbeete bieten viele Vorteile: Sie sind einfach zu bepflanzen, man muss sich beim Ernten nicht bücken und auch Schnecken lassen sich leichter fernhalten. Wer ein Hochbeet hat, möchte es meist mit vielen verschiedenen Gemüse- oder Obstpflanzen bestücken. Doch was sollte man bei einer Mischkultur im Hochbeet beachten?

Gerade in kleineren Gärten (oder auch auf Balkonen) bietet das Hochbeet eine tolle Möglichkeit, auf platzsparende Weise verschiedene Pflanzen anzubauen. Denn auf dem Hochbeet können beispielsweise rankende Pflanzen wie Melonen, Gurken oder Kürbisse angepflanzt werden – die Ranken wachsen dann einfach an der Seite des Hochbeetes hinab, statt in die Breite zu gehen. Auch kleinere Obstbäume, Beerensträucher, Kräuter, kompakt wachsende Gemüsepflanzen sowie Blumen fühlen sich im Hochbeet wohl. Wie man bei der Bepflanzung seines Hochbeetes vorgehen kann, wenn man eine Mischkultur im Hochbeet anlegen möchte, will ich Dir in diesem Beitrag verraten.

Der Beitrag teilt sich hierfür in zwei Abschnitte: Im ersten Teil werden die 5 Fragen aufgelistet, die man beim Anlegen einer Mischkultur beachten muss; im zweiten Teil zeige ich dann Schritt für Schritt anhand der Fragen, wie ich mein eigenes Hochbeet geplant habe – dafür musst Du einfach nur etwas weiter runterscrollen.

Pflanzen für das Hochbeet

Zunächst sollte man sich überlegen, welche Pflanzen man überhaupt ins Hochbeet pflanzen möchte. Für Hochbeete gut geeignet sind beispielsweise viele Gemüsepflanzen wie Salate, Mangold, Kartoffeln, Zwiebeln, Lauch, Süßkartoffeln, Möhren, Kohlrabi, Erbsen, Bohnen, Radieschen oder Pastinaken. Auch kompakt wachsendes oder rankendes Fruchtgemüse wie Gurke, Paprika, Zucchini, Melone oder Kürbis kann man ins Hochbeet pflanzen. Selbst Tomaten kann man auf ein Hochbeet pflanzen und statt sie nach oben zu binden, einfach an der Seite herunterranken lassen. Allerdings sollte man Tomaten, die nicht für das Freiland gedacht sind, lieber nur dann in das Hochbeet pflanzen, wenn es eine Überdachung gibt, die sie vor Regen schützt.

Kleines Hochbeet nur für Kräuter

Kräuter sind ebenfalls gute Hochbeetpflanzen, da sie meist relativ kompakt wachsen. Auch kann man Lücken im Hochbeet sehr gut mit Basilikum, Thymian, Oregano, Borretsch, Dill, Liebstöckel oder Rosmarin auffüllen. Eine Ausnahme bilden wuchernden Kräuter wie Minze, da diese andere, schwächere Pflanzen verdrängen können. Man könnte natürlich auch extra ein kleines Minz-Hochbeet anlegen oder eine Wurzelsperre nutzen, wenn man gerne Minze ins Hochbeet pflanzen möchte.

Daneben kann man kompakte Beerensträucher wie die Topf-Himbeere ‚Summer Lovers® Patio Red‘ oder niedrig bleibendes Kübelobst wie die Pfirsich-Serie ‚Fruit Me® Peach Me‘ pflanzen. Ein besonders beliebtes Obst für das Hochbeet sind natürlich Erdbeeren. Erdbeeren sind platzsparend, bleiben niedrig und ihre Früchte freuen sich darüber, wenn ihre Früchte an der Seite über den Rand des Hochbeetes herunterbaumeln können.

Mehr Informationen zu Pflanzen für das Hochbeet, findest Du in diesem Artikel “Welche Pflanzen sind ideal für das Hochbeet?”.

Mischkultur im Hochbeet – 5 Fragen

Doch bevor Du Dir nun Deine liebsten Pflanzen aus dieser riesigen Auswahl an Hochbeet tauglichen Pflanzen aussuchst, kommen wir zu den Bedürfnissen der Pflanze. Denn jede Pflanze hat unterschiedliche Bedürfnisse, die man berücksichtigen sollte. Die einen benötigen viele Nährstoffe, um zu wachsen, die nächsten mögen es nährstoffarm und wieder andere brauchen es warm und sonnig, während wieder andere Schatten bevorzugen. Ganz zu schweigen von den Pflanzenfamilien und der Wuchshöhe, die ebenfalls eine Rolle spielen. Es scheint wie verhext. Dabei ist das Anlegen einer gemischten Bepflanzung auf dem Hochbeet tatsächlich einfacher, als man zunächst annehmen könnte. Als kleine Hilfestellung für eine erfolgreiche Mischkultur im Hochbeet können die folgenden 5 Fragen helfen.

1. Frage: Wo steht das Hochbeet?

Steht Dein Hochbeet sonnig oder sonnig bis halbschattig sind fast alle Gemüse- und Obstpflanzen sowie die meisten Kräuter denkbar.
Wer ein halbschattiges bis schattiges Hochbeet bepflanzen möchte, sollte sich Pflanzen suchen, die auch mit weniger Licht auskommen. Dazu zählen zum Beispiel Brombeeren, Stachelbeeren, Wald-Erdbeeren, Waldmeister, Petersilie oder Bärlauch. Auch Blumen wie Begonien, Fuchsien, Buntnesseln und Fleißige Lieschen können gepflanzt werden.

Pflanztipp: Hierbei ist auch die Wuchshöhe nicht ganz irrelevant. So können große Pflanzen anderen schnell das Licht wegnehmen, wenn sie beispielsweise alle an einer Seite gepflanzt werden. Es bietet sich daher an, die hohen Pflanzen so anzuordnen, dass sie den kleineren nicht zu viel Licht nehmen. Steht das Hochbeet zum Beispiel nah an einer Hauswand, kann man die größeren Pflanzen nach hinten pflanzen. Davor kommen dann die kleineren Pflanzen und ganz nach vorn und an den Seiten dürfen sich die rankenden Pflanzen breit machen. Steht das Hochbeet mitten im Freiland, sodass von allen Seiten Sonne auf das Hochbeet fällt, kann man die größeren Pflanzen gut in die Mitte des Hochbeetes pflanzen. So kann man von jeder Seite ganz bequem die kleineren Pflanzen abernten.

Wenn Du Dich noch nicht entschieden hast, wo Dein Hochbeet stehen soll, würde ich Dir zu einem sonnigen bis halbschattigen Standort raten. Hier bieten sich Dir viel mehr Möglichkeiten, Pflanzen anzubauen und miteinander zu kombinieren. Selbst Pflanzen, die es lieber schattiger haben, könntest Du zur Not auf einem sonnigeren Beet anbauen und mithilfe von größeren Pflanzen beschatten lassen.

Hochbeet
Kleiner Pflanzen pflanzt man lieber nach außen, an den Rand des Hochbeetes

2. Frage: Wie groß ist das Hochbeet – und wie viel Platz brauchen die Pflanzen?

Überlege Dir, wie groß Dein Hochbeet ist und wie viel Platz die jeweiligen Pflanzen einnehmen werden. Denn bei jeder Bepflanzung ist es wichtig, auf genügend Abstand zwischen den Pflanzen zu achten. Dadurch haben die Pflanzen, die zu Beginn noch relativ klein sein können, Platz sich zu entfalten. Zudem nehmen sie sich nicht gegenseitig Licht oder Nährstoffe weg und die Luft kann zwischen den Pflanzen zirkulieren, was einem Schädlingsbefall vorbeugt. 

Pflanztipp: Pflanzen, die sich im Laufe des Sommers ausdehnen und daher genügend Platz brauchen, sind beispielsweise Gurken, Zucchini, Kürbisse und Melonen. Auch Kartoffeln, Paprika und Chili sollten genügend Entfaltungsmöglichkeit bekommen. Spezielle Topf-Tomaten oder Balkon-Chilis bleiben in ihrem Wuchs hingegen relativ kompakt und nehmen daher weniger Platz ein. Die in die Breite gehenden Gemüsesorten pflanzt man am besten eher an den Rand, sodass sie über den Rand des Hochbeetes ranken können. Dafür sollte das Hochbeet jedoch eine gewisse Höhe von 50-120 cm haben.

Strauchbasilikum ‘Magic Blue‘ im Hochbeet als Hochstämmchen neben der in die Breite und nach unten rankenden wachsenden Pepino

3. Frage: Wie hoch ist der Nährstoffbedarf der jeweiligen Pflanze?

Manche Pflanzen wie Tomaten, Artischocken, Zucchini oder Chili brauchen für ihr Wachstum und für die Bildung ihrer Früchte und Blüten viele Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium oder Phosphor. Ein nährstoffreicher Boden ist für diese Starkzehrer daher ideal. Schwachzehrer, zu denen Feldsalat, Erbsen oder Bohnen zählen, fühlen sich hingegen auf nährstoffärmeren Böden wohl. Erdbeeren oder Mangold benötigen mehr Nährstoffe als die schwach zehrenden und weniger als die stark zehrenden Pflanzen, weshalb sie den Mittelstarkzehrern, oder auch Mittelzehrern, zugerechnet werden. Die Übergänge sind dabei fließend.

In unserer Mischkulturtabelle findest Du einen kleinen Überblick über einige der beliebtesten und gängigsten Obst- und Gemüsepflanzen und ihren Nährstoffbedarf: Mischkulturtabelle – Pflanzen und ihr Nährstoffbedarf und in dem Artikel “Wie viel Hunger haben Tomaten, Gurken & Co” findest Du weitere Informationen zum Thema Düngung und die idealen Böden für Stark- und Schwachzehrer.

Pflanztipp: In normale Erde aus dem Garten können in der Regel die meisten Gemüsepflanzen ohne Probleme gepflanzt werden. Bei den Pflanzen mit höherem Nährstoffbedarf sollte man jedoch vor dem Einpflanzen Langzeitdünger in die Erde einarbeiten.
Grundsätzlich bietet es sich an, eine Kombination anzustreben, bei der Pflanzen mit ähnlichen Nährstoffbedürfnissen miteinander kombiniert werden.

Hochbeet auf unserem Kaldenhof vom letzten Jahr; u.a. bepflanzt mit Süßkartoffel, Erdbeeren, Tagetes, Balkon-Aubergine, Petersilie, Melone, Schnittlauch, Kapuzinerkresse und Pepino – eine bunte Mischung aus Stark- & Mittelstarkzehren sowie zwei Schwachzehrern (Schnittlauch & Kapuzinerkresse)

Pflanztipp Nr. 2: Zusätzlich kann es hilfreich sein, Pflanzen, die ein großes Bodenvolumen aufweisen und in den tieferen Erdschichten wurzeln mit an der Oberfläche wurzelnden Pflanzen zu kombinieren.
Zu den Pflanzen mit viel Bodenvolumen zählen Artischocken, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Kopf- und Blumenkohl, Pastinaken, Wurzelpetersilie, Topinambur, Knollenziest, Yacon, Lupine, Schwarzwurzeln oder Spargel.
Zu den flach wurzelnden Pflanzen gehören Feldsalat, Radieschen, Zwiebeln oder Rettich zu kombinieren. Einige Pflanzen wie Gurke, Kürbis oder Tomate können je nach Situation sowohl flachere als auch lange, in die Tiefe gehende Wurzeln bilden.
Durch eine gemischte Bepflanzung umgeht man das Problem, dass Pflanzen um Nährstoffe oder auch um Wasser konkurrieren. Plant man jedoch genug Platz für die Pflanzen ein, stellt genügend Nährstoffe zur Verfügung und gießt, wenn die Erde trocken ist, muss man sich darüber eher wenig Gedanken machen.

Ideale Raumausnutzung: Süßkartoffeln wuchern zur Seite nach unten, während Auberginen nach oben wachsen. Zugleich holen sich Süßkartoffeln ihre Nährstoffe aus tieferen Erdschichten als die Auberginen.

4. Frage: Welche Pflanzen passen (nicht) gut zusammen?

Nachdem man festgestellt hat, welche Pflanzen man auf sein frisch gedüngtes oder nährstoffarmes Hochbeet pflanzen kann, sollte man nun den nächsten Schritt in Angriff nehmen und sich überlegen, welche Pflanzen man miteinander kombiniert. Denn es gibt tatsächlich Pflanzen, die sich gegenseitig in ihrer Entwicklung beeinträchtigen, während sich andere Pflanzen beispielsweise im Wachstum unterstützen, Schädlinge voneinander fernhalten oder eine positive Wirkung auf die Bildung der Früchte ausüben.

Einen ausführlichen Beitrag zu Pflanzen und ihren Beetnachbarn findest Du hier und in dieser Mischkulturtabelle findest Du eine kleine Übersicht über einige Hochbeetpflanzen und ihre liebsten und unliebsten Nachbarn: Mischkulturtabelle – Pflanzen und ihre Beetpartner. Die Tabelle basiert auf alten Volksweisheiten und den gesammelten Erfahrungen unserer Profi-Gärtner und -Gärtnerinnen.


Volker, Gärtner & Gartenbauingenieur, erklärt, was man unter einer Mischkultur versteht – und was ihre Vorteile sind.

5. Frage: Welcher Familie ist die jeweilige Pflanze zuzuordnen?

Nachdem man sich ein wenig über die Pflanzen, ihre Nährstoffbedürfnisse, ihre Wuchshöhe und Breite sowie ihre nachbarschaftlichen Beziehungen informiert hat, ist ein letzter Punkt relevant, um eine erfolgreiche Mischkultur im Hochbeet anlegen zu können: die Familienverhältnisse.

Dieser Punkt ist deshalb von Bedeutung, da sich einige Schädlinge auf bestimmte Familien spezialisiert haben. Pflanzt man also auf einem Hochbeet ausschließlich Pflanzen einer Familie – zum Beispiel Tomaten, Kartoffeln, Paprika und Auberginen – kann es dazu führen, dass sich bei einem Schädlingsbefall von auf Nachtschattengewächsen spezialisierten Schädlingen alle Pflanzen infizieren und man sich von dem Traum einer reichen Ernte schneller verabschieden muss, als einem lieb ist. Aus dem Grund sollte man davon absehen, zu viele Pflanzen einer Familie nebeneinander auf das Beet zu pflanzen.

Darüber hinaus sollte man beachten, dass einige dieser Schädlinge über mehrere Jahre im Boden verbleiben können. Sicherheitshalber wartet man daher einige Jahre, bis man beispielsweise auf dem Platz, auf dem vorher mehrere Gurken gestanden haben, wieder Pflanzen aus derselben Familie (z.B. Zucchini oder Kürbis) pflanzt. Als Zeitraum für eine Anbaupause empfiehlt man meist 4-5 Jahre. Während dieser Zeit kann man jedoch Pflanzen anderer Familie auf den Platz pflanzen. Eine Kombination aus Mischkultur und Fruchtwechsel ist daher besonders erfolgsversprechend.

Tipp: Um Schädlingen vorzubeugen, macht es auch Sinn, veredelte Gemüsepflanzen zu kaufen. Diese haben meist ein widerstandsfähigeres Wurzelwerk gegen die Schädlinge.

In dieser Mischkulturtabelle findest Du eine kleine Übersicht über ein paar der gängigsten Pflanzenfamilien, die im Hochbeet zu finden sind:

Pflanzenfamilie
Kreuzblütler Steckrübe, Pak Choi, Rettich, Radieschen, Kohlarten wie Weißkohl, Rotkohl, Kohlrabi, Rosenkohl oder Brokkoli
Doldenblütler Möhre, Sellerie, Fenchel, Pastinake, Petersilie, Dill, Kerbel, Koriander, Kümmel
Schmetterlingsblütler Erbsen, Bohnen, Klee, Lupine, Wicken, Luzerne
Lippenblütler Fast alle Kräuter
Liliengewächse Zwiebel, Lauch, Schnittlauch, Knoblauch, Spargel
Gänsefußgewächse Spinat, Rote Bete, Mangold
Korbblütler Artischocke, Schwarzwurzeln, Kopfsalat, Eisbergsalat, Endivien, Chicorée, Radicchio, Löwenzahn, Ringelblume, Tagetes
Kürbisgewächse Gurke, Melone, Kürbis, Zucchini
Nachtschattengewächse Tomate, Paprika, Aubergine, Kartoffel, Pepino

Mischkulturtabelle: Pflanzenfamilien

Tipp: Notiere Dir einfach Deinen Pflanzplan in einem dafür vorgesehenen Notizbuch oder mache Fotos von Deinem Hochbeet, sodass Du Dich im nächsten Jahr daran erinnerst, was Du gepflanzt hast.


Los geht’s mit der Hochbeet-Mischkultur!

Schritt für Schritt zum kunterbunten Hochbeet

Nachdem Du nun alle 5 Punkte abgearbeitet hast, kannst Du Dir Deine perfekte Mischkultur zusammenstellen. Dabei musst Du Dich nicht sklavisch an die Tipps halten, sondern kannst auch etwas variieren. Oft hilft es schon, wenn man sich grob an den Fragen orientiert und dann versucht, seine eigenen Erfahrungen zu machen.
Für mein Hochbeet hätte ich gerne ein bunte Mischung mit Tomate, Gurke, Kartoffel und Paprika – und was sonst noch reinpasst! 😉

1. Wo steht das Hochbeet?

Das Hochbeet steht an einem sonnigen Standort mitten im Freiland, sodass sich hierfür fast alle Gemüse- und Obstpflanzen sowie Kräuter eignen. Allerdings gibt es keine Überdachung, weshalb ich darauf achten sollte, dass die Sorten, die ich pflanzen möchte, für das Freiland geeignet sind. In die Höhe wachsende Pflanzen müssten eher mittig ins Hochbeet gepflanzt werden, damit man kleinere Pflanzen, die man abernten muss, wie Erdbeeren oder niedrig bleibende Balkon-Chilipflanzen an den Rand pflanzen kann.

2. Wie groß ist das Hochbeet?

Das Hochbeet ist 1,20 m breit, 2,00 m lang und 50 cm hoch. Somit bietet es Platz für ein paar rankenden Pflanzen, kombiniert mit kompakteren oder in die Höhe wachsenden Pflanzen. Rankenden Pflanzen werden – wie die kleineren Pflanzen – an den Rand des Hochbeetes gepflanzt.

3. Wie hoch ist der Nährstoffbedarf der Pflanzen?

Da ich gerne Tomaten, Zucchini, Kartoffeln, Chili und Paprika auf dem Hochbeet anbauen möchte, sollte die Gartenerde, die ich verwenden werde, mit Kompost oder Langzeitdünger aufbereitet werden, denn all diese Pflanzen sind stark zehrende Pflanzen. Weniger Nährstoffe benötigen hingegen Gurken, Erdbeeren, Strauchbasilikum Knoblauch und Mangold. Sie sind Mittelstarkzehrer und sind somit eine schöne Ergänzung.

4. Welche Pflanzen passen (nicht) gut zusammen?

Tomaten, Gurken und Kartoffeln sollten nicht direkt nebeneinander gepflanzt werden. Auch Paprika und Kartoffeln möchten etwas Abstand voneinander. Stattdessen fühlen sich die Gurken bei den Paprikapflanzen wohl. Mangold, Strauchbasilikum und Erdbeeren sind bei allen beliebt. Ein guter Partner für Tomaten und Kartoffeln sind Knoblauch und Kapuzinerkresse. Erdbeeren mögen Schnittlauch, Knoblauch und Borretsch besonders gerne. Knoblauch ist außerdem auch bei Paprika beliebt.

5. Welcher Familie gehören die gewünschten Hochbeet-Pflanzen an?

Tomaten, Paprika bzw. Chili und Kartoffel gehören zu den Nachtschattengewächsen und sollten daher nicht unbedingt direkt nebeneinander gepflanzt werden, da sich so schneller Schädlinge vermehren können, die auf eine Pflanzenfamilie spezialisiert sind.
Des Weiteren: Gurken gehören zu den Kürbisgewächsen; Knoblauch und Schnittlauch zu den Liliengewächsen; Erdbeeren zu den Rosengewächsen, Mangold zu den Gänsefußgewächsen, Borretsch zu den Raublattgewächsen, Basilikum zu den Lippenblütlern und Kapuzinerkresse zu den Kapuzinerkressegewächsen – somit ist im Hochbeet schon mal für viel Abwechslung gesorgt 😉

Und so sieht der Plan für mein Hochbeet aus:

Linke Spalte

1. In der linken Ecke befinden sich drei Erdbeerpflanzen ‘Elan’, die mit ihren Früchten über den Rand wachsen können (pro Pflanze 25 cm x 25 cm).
2. Das blühende Strauchbasilikum ‘Magic Blue’ lockt mit seinen Blüten viele Insekten an und steht in einer positiven Beziehung zu Erdbeeren und Gurken (25 cm x 25 cm). Hinweis: Das Strauchbasilikum gehört im Gegensatz zum italienischen Basilikum schon zu den Mittelstarkzehrern, weshalb es hier optimal in die Hochbeetbepflanzung hinein passt.
3. Bei der Gurke handelt es sich um die widerstandsfähige Schlangengurke ‘Gambit’, die für den Anbau im Freiland geeignet ist. Da für die Gurke relativ viel Platz eingeplant wurde (70 cm x 50 cm + Platz nach unten über den Hochbeetrand), kann man im Prinzip auch noch eine zweite Gurkenpflanze pflanzen.

Zweite Spalte von links

4. Ein kleiner Balkon-Chili wie zum Beispiel der Hänge-Chili ‘Hot Volante’ nimmt kaum Platz ein (25 cm x 25 cm), bleibt niedrig und sorgt trotzdem für einen unglaublich reichen Ertrag an mittelscharfen Chilis.
5. Unter der Chilipflanze gibt es Platz für Kapuzinerkresse; am besten ist hier eine kompakt wachsende Balkon-Kapuzinerkresse (ca. 50 cm x 25 cm). Diese Pflanze ist vor allem bei Tomaten als Beetnachbar beliebt. Da die Kapuzinerkresse ein robuster Schwachzehrer ist, kann sie auch ohne Probleme auf der mit Langzeitdünger vorgedüngten Gartenerde wachsen – und bei der Gabe von Flüssigdünger spart man sie einfach aus.
6. Die Block-Paprika ‘Beluga’ oder Topf-Paprika ‘Lubega’ wächst neben der Gurke, mit der sie eine gute Nachbarschaft pflegt (40 cm x 50 cm). Im Prinzip kann man vor der Paprika auch noch eine 10 cm breite Reihe Schnittlauch oder Knoblauch gepflanzt werden. Knoblauch ist sowohl für Paprika, als auch für die Erdbeeren ein guter Partner.
7. Rechts von der Chili wächst Knoblauch, welches in einer guten Nachbarschaft zur Tomate und zur Chili lebt (25 cm x 15 cm).

Dritte Spalte von links

8. Eine Freiland-Tomate wie die ‘Philovita’ oder ‘Phantasia’ passt gut neben den Knoblauch und kann wunderbar nach unten geleitet werden (50 cm x 60 cm)
9. Wunderschön blüht der Borretsch ‘Boris’ und lockt mit seinen violett-blauen Blüten viele Insekten zur Bestäubung an. Zudem wirkt der Borretsch positiv auf die Erdbeeren. Man kann auf dem Feld ohne Probleme zwei Borretschpflanzen pflanzen (45 cm x 35 cm).
10. Hier ist erneut Platz für 3 Erdbeerpflanzen z.B. für die ‘Elan’ oder die rosablühende ‘Toscana’ (25 cm x 50 cm).
11. Schnittlauch kann einem Pilzbefall bei Erdbeeren vorbeugen, weshalb er hier optimal steht (50 cm x 15 cm). Man kann aber auch Schnitt-Knoblauch oder noch einmal Knoblauch pflanzen, welches ebenfalls eine positive Wirkung auf Erdbeeren wie auch zu Tomaten und Kartoffeln hat.

Rechte Spalte

12. Circa 6-8 Mangoldpflanzen passen auf dieses Feld (60 cm x 50 cm). Besonders hübsch ist der farbenfrohe Mangold ‘Bright Lights’. Mangold ist ein angenehmer Beetpartner für Kartoffeln und Tomaten.
13. Kartoffelsorten wie zum Beispiel ‘Sarpo Shona’ oder ‘Sarpo Una’ sind ausgesprochen pflegeleicht. Circa 1-2 Pflanzen passen auf die Fläche (60 cm x 50 cm).

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Planen & Anlegen Deines Hochbeetes!

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