Südamerikanisches Hochbeet anlegen

Südamerika ist die pure Vielfalt. In den grenzenlos anmutenden Landschaften des Kontinents leben etwa die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten der Erde! Die südamerikanische Küche ist von vielen unterschiedlichen Kulturen inspiriert und beeinflusst. Neben den Klassikern wie Bohnen, Mais und Kartoffeln gibt es zahlreiche Kräuter, sowie Obst– und Gemüsesorten, die für abwechslungsreiche und neue Geschmacksideen sorgen. Nach Frankreich und Italien erfährst Du in unserer Serie “Kulinarische Hochbeete” nun, wie Du ein südamerikanisches Hochbeet anlegen kannst.

Südamerikanisches Hochbeet bepflanzen

Die facettenreiche Landschaft und die lange Geschichte des südamerikanischen Kontinents spiegeln sich auch in den vielseitigen Rezepten der Länder wider. Wir zeigen Dir mit welchen Produkten Du ein echtes südamerikanisches Hochbeet anlegen kannst.

Sauer, prickelnd oder zuckersüß – Kräuter aus Südamerika im Hochbeet anlegen

Der Koriander ‚Caribe‘ ist ein typisches „Gartenkraut“ in Südamerika. Besonders in Mexico bleibt kein Eintopf, keine Soße und erst recht kein Rezept mit Meeresfrüchten von diesem Kraut verschont. Der Geschmack des Korianders ist einzigartig – entweder man liebt ihn oder halt nicht. Das typische Fischgericht Ceviche wäre ohne den einzigartigen Geschmack des Korianders ‚Caribe‘ aber einfach nicht dasselbe. Fein gehackt verleihen die jungen, frischen Blätter des Korianders auch Salaten und Reisgerichten einen intensiven Geschmack. Besonders typisch ist die Kombination aus Koriander und Zitrone – im Sommer eine tolle, erfrischende Mischung für Rezepte mit Tomaten, Linsen oder Kartoffeln!

Koriander pflanzen im Hochbeet
Koriander ‘Caribe’ ist ein typisches Gewürz in Südamerika

Das Aztekische Süßkraut ‘Colada®’ macht seinem Namen alle Ehre. Seine Blätter sind wirklich zuckersüß! Mit einer leicht minzigen Noten ist das Aztekische Süßkraut ‚Colada®‘ der ideale Begleiter zu kalten Desserts, Quarkspeisen und Teegetränken. In Kombination mit der Zitronenverbene ‚Freshman‘ ergibt sich ein herrlich fruchtig-süßer Geschmack!

Zum Süßen werden vor allem die Blätter genutzt, aber auch die Blüten sind essbar. Zum Kochen und Backen ist das Süßkraut nur begrenzt einsetzbar, da die süßenden Inhaltsstoffe bei Hitze ihre Wirkung verlieren. Mit seinen kleinen, weißen Blüten und dem süßen Duft nach Minze regt das Süßkraut viele Sinne an und bereichert das südamerikanische Hochbeet! Das Aztekische Süßkraut ‘Colada®’ ist jedoch kein dauerhafter Ersatz für Zucker, da es wie andere Heilkräuter nicht in größeren Mengen oder durchgehend über einen längeren Zeitraum konsumiert werden sollte. Wie der Name schon verrät, war das Süßkraut bereits bei den Azteken aufgrund seiner heilenden Wirkung bei Bronchitis, Grippe oder Atembeschwerden bekannt.

Aztekisches Süßkraut im Hochbeet anlegen
Das Aztekische Süßkraut ‘Colada‘ wird bis heute als Heilpflanze verwendet

Die Zitronenverbene ‚Freshman‘ hat ein intensives und erfrischendes Zitronenaroma. Mit ihrem angenehmen Duft und den herrlichen kleinen, weißen Blüten ist sie eine echte Bienenweide im südamerikanischen Hochbeet! Diese Pflanze passt einfach zu allem: Ob zu Süßspeisen, Tee, Obst, Pilzen, herzhaften Fleischrezepten oder Meeresfrüchten – die Zitronenverbene ‚Freshman‘ erfrischt jedes Gericht. In Chile und Uruguay gibt es heute noch Landstriche, auf denen die Zitronenverbene wild wächst.

Anders als das Süßkraut kann die Zitronenverbene mitgekocht oder gebacken werden. Zudem lassen sich die Blätter der Zitronenverbene sehr gut trocknen oder einfrieren. Du kannst sogar einen Zweig Zitronenverbene in einer verschließbaren Flasche mit einem Pflanzenöl auffüllen und so Dein eigenes „Zitronen-Öl“ herstellen. Die Zitronenverbene ‚Freshman‘ passt übrigens auch hervorragend zur Pepino Birnenmelone ‘Copa®’ oder zur Andenbeere ‘Goldvital®’ aus unserem südamerikanischen Hochbeet!

Mit Zitronenverbene ein südamerikanisches Hochbeet anlegen
Die Zitronenverbene ‘Freshman’ hat ein intensives und frisches Aroma

Die Parakresse ‚Homer‘ ist ein außergewöhnliches Kraut! Wenn Du ein Blatt in den Mund nimmst, dann fängt es plötzlich an zu prickeln und die Zunge fühlt sich wie betäubt an. Bei den Blüten der Parakresse ‚Homer‘ ist die Wirkung sogar noch stärker! Aber keine Sorge, der Spuk lässt nach ein paar Minuten wieder nach. Ursprünglich stammt die Pflanze aus der nordbrasilianischen Provinz Pará, daher stammt auch ihr Name. In Brasilien werden die Blätter dieses Krauts als „Jambú“ wie Gemüse gekocht und behalten dabei ihre prickelnden Eigenschaften. Als Beilage zu Reis oder Kartoffeln beleben sie die Geschmackssinne und überraschen jeden Gast! Typisch für das Amazonasgebiet sind auch Fischsuppen mit Parakresse. Man kann die Parakresse ‚Homer‘ auch sehr fein geschnitten in Salaten verwenden.

Parakresse sollte immer frisch verwendet werden, da sie ihr Aroma beim Trocknen verliert. Der Geschmack der Parakresse ist ein Wechselspiel aus süß, sauer und salzig – einfach einzigartig! In der südamerikanischen Küche wird die Parakresse gerne mit Koriander und Chili kombiniert – aber Vorsicht, das könnte zu einer Explosion der Geschmackssinne führen! Für die ersten zaghaften Versuche mit Parakresse empfehlen wir zunächst nur die etwas milderen Blätter zu verwenden. Und falls Dir die ganze Gartenarbeit des letzten Sommers die ersten kleinen Falten ins Gesicht gezaubert hat – Cremes mit Parakresse sollen eine straffende und glättende Wirkung haben…

Parakresse Homer
Die Blätter und Blüten der Parakresse ‘Homer’ prickeln auf der Zunge

Die Limonadenpflanze ‚Lime‘ rundet das erfrischende Kräutersortiment im Hochbeet aus Südamerika ab. Mit einem herrlichen Aroma von Limette und Anis passt sie perfekt in sommerliche Cocktails oder Fruchtschorlen. Zudem ist die Limonadenpflanze ‚Lime‘ mit ihren wunderschönen purpur-violetten Blüten ein echter Hingucker, bei dem auch Bienen, Hummeln und Schmetterlingen nicht nein sagen können. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Mexico, heute ist sie aber auch in unseren heimischen Gärten eine beliebte Staude.

Bei der Ernte sollte möglichst die komplette Triebspitze entnommen werden, wobei ein Drittel des Triebes erhalten bleibt. Daraus treibt die Pflanze dann neu aus. Bei der Limonadenpflanze ‚Lime‘ können die Blätter und die herrlichen Blüten genutzt werden – eine echte Besonderheit im sommerlichen Getränk.

Limonadenpflanze im südamerikanischen Hochbeet anlegen
Die Limonadenpflanze ‘Lime’ hat herrliche Blüten, die sogar essbar sind

Kleiner kulinarischer Tipp: Die Blätter des Aztekischen Süßkrauts ‘Colada®’, der Zitronenverbene ‚Freshman‘ sowie die Blüten und Blätter der Limonadenpflanze ‚Lime‘ sehr fein schneiden, in einen Eiswürfelbehälter geben und mit Wasser auffüllen. Nach ein paar Stunden im Gefrierfach sind die selbstgemachten Kräuter-Eiswürfel fertig und perfekt geeignet für fruchtig kühle Getränke!

Vielseitiges Gemüse aus Südamerika

Die Pepino Birnenmelone ‘Copa®’ ist eine echte Besonderheit im südamerikanischen Hochbeet! Die Pflanze stammt aus den Gebirgstälern Perus und Kolumbiens und wird in den Anden seit tausenden von Jahren kultiviert. Sie gehört zu den Nachtschattengewächsen und enthält viel wertvolles Vitamin C. Die herrlich aromatischen Früchte erinnern geschmacklich an eine Mischung aus Birne und Honigmelone. Die reifen Früchte haben eine gelbliche Schale mit violetten Streifen und lassen sich etwas eindrücken. Im Hochbeet kommen die schönen Birnenmelonen besonders gut zur Geltung, da sie dort seitlich herunterhängen können.

Die Frucht sollte vor dem Verzehr geschält und von den Kernen im Inneren befreit werden. Am besten schmeckt die Pepino Birnenmelone ‘Copa®’ roh. Du kannst sie sehr gut als Dessert für Obstsalat und Süßspeisen nutzen. Die süßen Früchte harmonieren aber auch perfekt in herzhaften Rezepten mit Meeresfrüchten oder Schinken. Wenn Du den tollen Geschmack der Frucht noch länger behalten möchtest, kannst Du auch eine Pepino-Konfitüre zaubern! Gerne auch mit einem kleinen Zweig Zitronenverbene…

Kleiner Tipp: Die angeschnittene Frucht verfärbt sich rasch ins bräunliche, etwas Zitronensaft kann hier Abhilfe schaffen. Ansonsten sollte die Frucht erst kurz vor dem Verzehr angeschnitten werden, damit ihre frische gelbe Farbe erhalten bleibt.

Pepino Birnenmelone im südamerikanischen Hochbeet
Die Pepino Birnenmelone ‘Copa’ ist reif, wenn sie eine gelbe Schale mit violetten Streifen hat

Der Jalapeño Chili ‚Samira® Shiny‘ ist eine der weltweit beliebtesten Chilisorten. Mit seiner typischen länglich-runden Form und reichlich Fruchtfleisch lässt er sich in vielen verschiedenen Variationen verwenden. Kaum ein Gewürz ist so eng mit der südamerikanischen Küche verbunden wie Chili. Sein feurig scharfer Geschmack erwartet einen dort in beinahe jedem landestypischen Rezept.

Eine echte mexikanische Spezialität sind die Chipotles – dafür werden die Jalapeños ‘Samira® Shiny’ im Ganzen geräuchert. Anschließend kann man das rauchig-scharfe Aroma sehr gut zum Würzen von Soßen, Eintöpfen, herzhaften Fleischgerichten und Burgern verwenden.
Eine weitere Möglichkeit ist die Herstellung von eigenem Chiliöl oder Chilisalz. Und natürlich kannst Du auch Dein eigenes Chilipulver herstellen. Mit welchen Tipps und Tricks Du die Chilis aufbewahren kannst, erfährst Du im Beitrag „Tipps für Deine Chiliernte – Chilis haltbar machen“. Das intensive und scharfe Aroma des Chilis harmoniert übrigens sehr gut zum eher süßlich-milden Geschmack der Süßkartoffel ‘Erato® Orange’. Richtig scharf und aromatisch sind die leuchtend roten Früchte. Du kannst den Chili aber auch schon ernten, wenn er noch grünlich schimmert. Dann ist er noch etwas milder und wird häufig – mit Frischkäse gefüllt oder Schinken umwickelt – gegrillt.

Chipotles
Chipotles sind eine echte mexikanische Spezialität!

Zu einem echten Küchenliebling hat sich die Süßkartoffel ‘Erato® Orange’ entwickelt. Mit ihrem leuchtend orangen Fruchtfleisch und dem süßlichen Aroma ist sie ein sehr vielseitiges und gesundes Gemüse. Süßkartoffeln enthalten viel Betacarotin, Vitamin E und Ballaststoffe – genau das Richtige für eine bewusste Ernährung. In Südamerika hat man die Vorzüge der leckeren Knollen schon längst erkannt, dort kommen sie fast täglich auf den Tisch.

Die Süßkartoffel ‘Erato® Orange’ lässt sich in vielen verschiedenen Varianten zubereiten. Man kann sie ganz klassisch kochen, als Ganzes backen, zu Süßkartoffel-Pommes verarbeiten, braten, in Aufläufen verwenden und in unzähligen anderen Gerichten nutzen. In einer herzhaften Lasagne können feine Scheiben der Süßkartoffel sogar die Nudelblätter ersetzen!
Übrigens: die Süßkartoffel zählt zu den Windengewächsen und ist mit der Kartoffel nicht verwandt. Daher kannst Du auch die Blätter der Süßkartoffel ‘Erato® Orange’ essen, besonders die jungen Blätter lassen sich wie Spinat zubereiten.

So könntest Du das südamerikanische Hochbeet anlegen

Süße Beeren aus den Anden – Obst im südamerikanischen Hochbeet anlegen

Die Physalis ‘Goldvital®’ hat sich in unseren Breitengraden vor allem als dekorative Frucht auf dem Dessertteller einen Namen gemacht. Ursprünglich stammt sie aus den Hochebenen der Anden. Daher wird sie auch häufig als Andenbeere bezeichnet. Die Physalis ‘Goldvital®’ hat ein üppiges Wachstum und trägt viele, spritzig-süße Früchte. Mit den wunderschönen, lampionartigen Hüllen um die leuchtend orangen Beeren ist die Pflanze zudem sehr dekorativ.

Die Physalis ‘Goldvital®’ hat weitaus mehr zu bieten, als lediglich den Dessertteller zu dekorieren. Ihre Früchte sind reich an Vitamin C, Eisen sowie Betacarotin und sind daher nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. Das fruchtige Aroma der Andenbeere passt zu süßen und herzhaften Speisen. Du kannst sie im Obstsalat, zu Quark- oder Puddingspeisen, im Kuchen und vielen weiteren süßen Leckereien verwenden. Besonders gut schmeckt sie auch in Kombination mit Mango. Zu herzhaften Gerichten kannst Du auch ein herrlich fruchtiges Physalis Chutney mit etwas Chili und Ingwer zaubern.

Physalis
Die Physalis ‘Goldvital®’ ist ein dekorativer Farbtupfer im Herbst

Pflegetipps für das Hochbeet

Das südamerikanische Hochbeet bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Alle Gemüsesorten und die Physalis zählen zu den Starkzehrern. Sie benötigen ausreichend Wasser und Nährstoffe. Man sollte sie regelmäßig düngen und ausreichend wässern. Die Kräuter benötigen etwas weniger Wasser und Nährstoffe. Dort reicht es bei der Pflanzung Langzeitdünger in die Erde zu geben und nach Bedarf zu wässern. Je nach Wuchs kann es sein, dass der Chili und die Physalis eine Rankhilfe benötigen. Und Vorsicht: Die meisten Pflanzen aus dem südamerikanischen Hochbeet vertragen keinen Frost! Du solltest also vorsichtshalber erst nach den Eisheiligen das Hochbeet anlegen.

Mit diesen Produkten kannst Du ein südamerikanisches Hochbeet anlegen

Alternativen für Dein Hochbeet

Ein tolles Herbstgemüse mit Ursprung in Südamerika ist der Kürbis, dieser könnte also alternativ in das südamerikanische Hochbeet gepflanzt werden. Besonders gut eignet sich der kompakt wachsende Herz-Hokkaido Kürbis ‘Amoro’. Wem die Andenbeere nicht so zusagt, der kann diese mit der Litschi-Tomate ‘StarBenas®’ ersetzen. Sie bildet herrlich süße, rote Früchte. Allerdings ist die Ernte etwas mühsam, die Pflanze wehrt sich mit spitzen Stacheln! Und wer bei Südamerika an einen sommerlichen Mojito denkt, dem sei die Cocktail-Minze ‘Mojito’ empfohlen.

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