Farbenfrohe Frühlingsboten: Primeln im Garten

Farbenfrohe Primeln sind die ersten Boten des Frühlings. Der Name der Pflanze deutet bereits auf die frühe Blütezeit hin: Der botanische Name „Primula“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt „die Erste“, was für diese Frühaufsteherin unter den Topf- und Beetpflanzen eine wirklich passende Bezeichnung ist! Doch wie pflegt man seine Primeln im Garten eigentlich richtig, damit man möglichst lange seine Freude an ihnen haben kann?

„Primel – Nimmer will ich höher streben, denn ich lieb mein schlichtes Kleid. Glaub, das höchste Glück im Leben liegt in der Zufriedenheit“, beschrieb einst Rainer Maria Rilke die hübsche Pflanze, die uns im Vorfrühling mit ihren bunten Farben begeistert. Denn auch wenn die Primel vielleicht nicht die Anmut und Eleganz einer Rose ausstrahlt, sorgt sie mit ihrem schlichten, bunten Kleid doch für kleine Glücksmomente im tristen Wintergrau.

Wunderschöne Primeln mit leuchtenden Farben

Mehr als 500 Primelarten

Primeln (Primula) gehören zu der Familie der Primelgewächse und bezeichnen eine Pflanzengattung, die rund 500 verschiedene Primelarten umfasst. Eine dieser Primelarten ist die bekannte Schlüsselblume (Primula veris). Sowohl in der Musik als auch in der Literatur ist die Schlüsselblume ein beliebtes Motiv. So erwähnt Sheakespeare die hübsche Primel in seinem Sommernachtstraum und in der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach wird sie als „Himmelsschlüsselblume“ bezeichnet. Eine alte Legende besagt, dass die Schlüsselblume einst ein Schlüssel zur Himmelspforte war, der auf die Erde hinabfiel und zur Blume wurde. Die verschiedenen Namen der Blume wie “Schlüsselblume” oder “Himmelsschlüssel” sowie die Erzählungen sind möglicherweise aufgrund der optischen Ähnlichkeit der Blütendolden mit einem Schlüsselbund entstanden.

Gold-Schlüsselblume ‘Cabrillo Dark Yellow Compact’

Neben der Echten Schlüsselblumen gibt es jedoch auch viele andere hübsche Primelarten wie die Kronen-Primel, die Rosen-Primel oder auch Sumpf-Primel, die Kugelprimel, die gerne als Topfpflanze verwendete Becher-Primel oder die am häufigsten im Handel anzutreffende Kissenprimel. Im Garten oder auf dem Balkon fangen sie je nach Witterung im Januar oder Februar an zu blühen und sorgen damit für bunte Farbtupfer und gute Laune! Da viele Primelarten mehrjährig und winterhart sind, kann man sich über mehrere Jahre an ihnen erfreuen – allerdings können dabei ein paar Pflegetipps helfen!

Primeln als Dekorationsartikel für die Terrasse

In jeder Gärtnerei, aber auch in vielen Supermärkten findet man bereits ab Januar hübsche Primeln in kleinen Töpfchen, die gute Laune verbreiten und die ersten Frühlingsgefühle auslösen. Besonders in größeren Schalen oder Körben ergibt sich in Kombination mit Narzissen, Hornveilchen, Bellis oder anderen Frühblühern ein frühlingshaftes Bild.
Viele der hübschen Frühlingsboten sind aber nicht nur hervorragende Dekorationsartikel für die Terrasse, den Balkon oder den Vorgarten, sondern auch langlebige Blumen für den Garten, an denen man sich über mehrere Jahre erfreuen kann!

Wald-Primeln können im Topf, aber auch in den Garten gepflanzt werden

Primeln für den Garten – auch als Zimmerpflanze nutzbar?

Möchte man sich über mehrere Jahre an den Pflanzen erfreuen, sollte man sich mehrjährige und winterharte Primelarten wie die Wald-Primel oder Stängel-Primel kaufen, die man ohne großen Aufwand in den Garten pflanzen kann. Die beste Zeit dafür ist im Frühjahr, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Denn auch wenn die Primeln winterhart sind, leiden sie bei starker Kälte – insbesondere, wenn sie frisch in den Garten gepflanzt wurden. Auch Primeln, die im Topf stehen, vertragen Minusgrade um die -7° C nicht gut und sollten daher lieber mit Vlies oder Reisig abgedeckt und geschützt werden. Frisch gekaufte Primeln können auch als Zimmerpflanze genutzt werden. Idealerweise bekommen sie einen Platz auf einer hellen, kühlen Fensterbank. Sobald die Temperaturen draußen steigen, können sie aber auch in den Garten ausgepflanzt werden.

Die Primel als Zimmerpflanze – Volker, Gärtner & Gartenbauingenieur, verrät, ob man Zimmerpflanzen auch im Zimmer stehen lassen kann.

Primeln im Garten pflanzen

Die meisten Primel-Arten fühlen sich an einem hellen, sonnig bis halbschattigen Standort mit einem nährstoffreichen, gleichmäßig feuchten Boden wohl. Gute Kombinationspartner sind beispielsweise Farne, Gräser oder spätblühende Stauden wie Herbst-Anemonen oder Purpurglöckchen. Beim Einpflanzen sollte man etwas Dünger zum Beispiel in Form von Kompost einarbeiten. Nachdem man die Primel gepflanzt hat, ist es wichtig, sie anzugießen, damit sie gut anwurzeln kann.

Kronen-Primel ‘Victoriana Chocolate’ hat gelbe Blüten mit braunroter Krone

Primeln pflegen: Gießen

Primeln sind im Prinzip sehr pflegeleicht, nur Trockenheit und pralle Sonne sollte man vermeiden. Gerade im Sommer, nachdem sich die Primel nach der Blüte teilweise komplett zurückgezogen hat, neigen einige Gartenbesitzer dazu, sie zu vergessen, sodass die Primel leider vertrocknet. Daher sollte man darauf achten, das Substrat um die Primel herum regelmäßig zu gießen.

Am besten macht man die Fingerprobe: Ist die Erde nass, braucht die Primel kein Wasser. Ist die Erde bereits trocken, kann man wieder nachgießen. Primeln mögen es tendenziell feucht. Steht die Primel in einem Topf, sollte das Wasser jedoch durch ein Abzugsloch abfließen können, sodass keine Staunässe entstehen kann. Für Teichrandbepflanzungen eignen sich vor allem Sumpf-Primeln, da sie mit Feuchtigkeit besonders gut umgehen können. Steht die Primel zu nass, zeigt sich das häufig durch faulige Blätter oder Wurzeln, die auch einen unschönen Geruch verströmen können. Um die Pflanze jetzt noch zu retten, muss man sie umgehend in trockeneres Substrat umpflanzen. Wenn sie bereits zu lange in dem nassen Wasser stand, kommt eine Rettung jedoch meist zu spät.

Stängel-Primel ‘Inara® Blue’ begeistert mit blauen Blüten

Wie oft brauchen Primeln Dünger?

Wurde beim Einpflanzen Langzeitdünger in den Boden eingearbeitet, braucht die Primel erst einmal keinen Dünger mehr. Im kommenden Frühjahr kann man ihr dann wieder mit einer großen Düngergabe unter die Arme greifen. Idealerweise düngt man die Stauden im März, wenn die Zeit der kalten Temperaturen vorbei ist. Primeln, die in Töpfen gepflanzt wurden, sollten jedoch regelmäßige Nährstoffgaben erhalten. Einen Mangel an Nährstoffen erkennt man beispielsweise an vertrockneten und gelbgefärbten Blättern.

Primeln bei ihrer Blütenbildung unterstützen

Um die Primeln bei ihrer Blütenbildung zu unterstützen, ist nicht nur Dünger notwendig, sondern auch regelmäßiges Ausputzen: Verwelkte Blüten und Blätter sollten entfernt werden, damit die Primel ihre ganze Kraft in die Bildung neuer Blüten legen kann.

Leuchtendes Orange: Stängel-Primel ‘Inara® Orange’ sorgt für Farbe

Primeln überwintern

Milde Winter können Primeln, die im Beet wachsen, ohne Probleme überstehen. Bei länger andauernden Minusgraden empfiehlt sich ein Schutz mit Reisig oder Vlies. Topf-Primeln sollten sicherheitshalber schon früher mit Vlies abgedeckt und in Jute eingewickelt werden. Man kann die Töpfe aber auch in eine Kiste mit Laub stellen. Eine andere Möglichkeit ist, die Primel als Zimmerpflanze auf einer hellen und relativ kühlen Fensterbank zu überwintern. Je nach Witterung kann man die Primel dann im zeitigen Frühjahr wieder auf den Balkon oder die Terrasse stellen und sich an den bunten Blüten erfreuen!

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