Deo mit Salbei und Lavendel selbst machen

Deo selbst machen? Am Anfang war ich noch relativ skeptisch, als ich zum ersten Mal davon gehört habe, dass man sich sein Deodorant auch ganz einfach mithilfe weniger Zutaten selbst zubereiten kann. Doch tatsächlich wirkt das selbst gemachte Natron-Kokos-Deo mit Kräutern ausgesprochen gut, weshalb es meiner Ansicht nach eine preiswerte und umweltfreundlichere Alternative zu den herkömmlichen Deos darstellt, die man meist in den Drogerien findet.

Gerade im Sommer ist das Deo ein unverzichtbarer Bestandteil der Körperpflege. Schließlich beugt es unangenehmen Gerüchen vor – und wer hat schon Lust, dass der Kollege oder die Kollegin naserümpfend von einem abrücken? Doch viele gut wirksame Deodorants enthalten das umstrittene Aluminium, Stoffe, die die Haut stark reizen (gerade nach der Achselrasur) oder riechen so intensiv, dass es nicht mehr angenehm ist. Zudem muss man jedes Mal ein neues Deo kaufen, wenn das alte leer ist, was nicht unbedingt Ressourcen schonend ist. Natürlich sind die einzelnen Zutaten für das selbst gemachte Deo auch verpackt; allerdings kann man diese einfach gleich in größeren Mengen kaufen und, sobald das alte Deo aufgebraucht ist, ganz nach Bedarf zu neuem Deo verarbeiten. Mit selbst gemachten Pflegeprodukten spart man also nicht nur Geld, sondern bemüht sich auch noch um seinen ökologischen Fußabdruck.

Salbei wirkt schweißhemmend und antibakteriell

Salbei-Lavendel-Deocreme selbst machen

Doch welche Zutaten benötigt man, um Deo selbst zu machen? Grundsätzlich braucht man Inhaltsstoffe, die eine schweißhemmende Wirkung haben und/oder die Gerüche neutralisieren. Dazu kommen noch verschiedene weitere Zutaten je nachdem, ob man zum Beispiel ein Spray, ein Roll-On-Deo oder eine Deocreme herstellen möchte. In diesem Fall handelt es sich um eine Deocreme, die aus Kokosöl, Maisstärke, Sheabutter, Lavendelblüten, Salbeiblättern, Beerenwachs und Natron besteht.

Öl, Wachs und Stärke als Grundlage

Das Kokosöl fungiert als Trägermittel. Zudem ist es pflegend und zieht relativ schnell ein. Zusätzlich zum Kokosöl kommt in die Deocreme auch noch ein wenig Sheabutter, die ebenfalls hautpflegende Eigenschaften besitzt. Zudem schmilzt Sheabutter nicht ganz so schnell wie Kokosöl. Der Schmelzpunkt von Kokosöl liegt ungefähr bei 24-27 Grad, was bedeutet, dass das Kokosöl im Sommer eine flüssige Konsistenz bekommen kann. Aus dem Grund kann man noch etwas Beerenwachs hinzugeben. Das Beerenwachs soll verhindern, dass das Deo allzu schnell flüssig wird, da Beerenwachs erst bei 52 Grad zu schmelzen beginnt. Von Bienenwachs würde ich abraten, da das gelbe Flecken auf den Shirts verursachen kann.

Stärke dient als Füllmaterial. Ob ihr Maisstärke, Kartoffelstärke oder Pfeilwurzmehl nehmt, ist ganz euch überlassen. Ich komme mit Maisstärke gut zurecht, weshalb ich das benutze.

Lavendel-Salbei-Deocreme selbst gemacht mit Kokosöl und Natron

Kräuter gegen den Schweiß

Wirklich wirksame und natürliche Mittel, die das Schwitzen komplett verhindern, gibt es nicht – und das ist ja auch nicht notwendig, da Schwitzen ein ganz natürlicher Regulationsmechanismus des Körpers ist. Allerdings können die Gerüche, die beim Schwitzen entstehen, unangenehm sein und manchmal will man den Schweißfluss zumindest ein bisschen in Zaum halten. Dafür findet man bereits im eigenen Garten kleine Mittelchen, die gegen übermäßige Transpiration helfen können. So sind beispielsweise die Heilpflanzen Lavendel und Salbei unter anderem für ihre schweißhemmende Wirkung bekannt. So werden beispielsweise regelmäßige Fußbäder mit Salbei bei Schweißfüßen empfohlen. Auch leicht abgekühlter Salbeitee soll übermäßigem Schwitzen im Sommer entgegen wirken. Lavendel wird ebenfalls für Fußbäder genutzt. Solche Fußbäder werden beispielsweise bei Hitzewallungen während der Wechseljahre eingesetzt.
Aber keine Sorge – ihr werdet deshalb nicht nach Salbei duften. Am deutlichsten nimmt man den Kokosduft wahr. Aber auch der ist ausgesprochen dezent, wenn man die Creme aufträgt.

Natron hilft gegen die Gerüche

Natron neutralisiert die unangenehmen Gerüche, die durch das Schwitzen entstehen. Wichtig ist, dass ihr Natronhydrogencarbonat benutzt. Manche empfinden Natron als reizend für die Haut, weshalb jeder für sich schauen muss, inwieweit er Natron verträgt. Ich persönlich komme sehr gut mit Natron zurecht, wenn ihr aber feststellt, dass Natron eure Haut reizt, solltet ihr dem Deo entweder noch mehr Kokosöl beifügen oder ein Rezept ohne Natron ausprobieren.

Duft-Lavendel ‚Grosso‘ für die Deocreme

Zusätzlich kann man noch ein paar Tropfen ätherische Öle hinzugeben. Beispielsweise kann man Salbeiöl verwenden, was schweißhemmend wirken soll und leicht duftet. Es gibt aber auch viele andere ätherische Öle, die ihr ausprobieren könnt. Limettenöl soll beispielsweise einen sehr angenehmen Geruch verströmen. Ein kurzer Hinweis noch: Ätherische Öle sind reine, konzentrierte Produkte und müssen daher immer in verdünnter Form angewendet werden. 

Zutaten für die Deocreme

  • 3 EL Kokosöl
  • 1 EL Natron (Natriumhydrogencarbonat)
  • 2 EL Stärke (z.B. Maisstärke)
  • 1 TL Beerenwachs
  • 1 TL Sheabutter
  • 2 EL getrocknete oder frische Lavendelblüten ‚Grosso‘
  • Ein paar frische Salbeiblätter ‚Goldblatt‘
  • Optional: ca. 5 Tropfen Salbeiöl, 100% ätherisches Öl

Die Mengenangaben reichen für zwei Döschen (circa 60ml insgesamt). Die Utensilien sollten sauber bzw. heiß ausgekocht sein.

Duftender Lavendel

Salbei-Lavendel-Deo selbst machen

  1. Zunächst zerkleinert man die Salbeiblätter und bearbeitet die Kräuter mit einem Nudelholz, damit die Aromen freigesetzt werden. Der Duft, der dabei entsteht, ist wirklich herrlich!
  2. Anschließend werden die Kräuter mit dem Kokosöl im Wasserbad erhitzt. Die Mischung wird kurz aufgekocht und darf anschließend eine Stunde lang im Wasserbad ziehen.
  3. Danach wird die Kokos-Kräutermischung durch ein feinmaschiges Sieb gegeben, sodass möglichst alle Pflanzenbestandteile im Sieb verbleiben.
  4. Das Kokosöl wird nun wieder ins Wasserbad gegeben und Beerenwachs und Sheabutter werden hinzugefügt. Die Mischung wird leicht erwärmt und umgerührt, bis das Beerenwachs geschmolzen ist und sich mit Kokosöl und Sheabutter verbinden Kann.
  5. In der Zwischenzeit werden Stärke und Natron in eine Schüssel gesiebt.
  6. Das Kokosöl-Sheabutter-Beerenwachs-Gemisch wird langsam und unter Rühren hinzugegossen.
  7. Nun heißt es ordentlich rühren, denn die einzelnen Stoffe sollen schließlich miteinander verbunden bleiben. Wer ungeduldig ist, kann das Abkühlen und damit das „Fest werden“ der Creme etwas beschleunigen, indem er die Creme zwei- oder dreimal für jeweils maximal  eine Minute ins Kühlfach seines Kühlschranks stellt. Danach muss wieder gründlich gerührt werden.
  8. Nimmt die Flüssigkeit eine etwas festere, cremigere Konsistenz an, kann umgefüllt werden.
  9. Die Mengenangaben reichen für zwei Creme-Döschen aus. Die befüllten Döschen werden zügig in den Kühlschrank gestellt.
  10. Nach spätestens vier Stunden ist die Deocreme ausgehärtet und kann benutzt werden.
1. Lavendel und Salbei zerkleinern
2. Kräuter im Kokosöl erwärmen und 60 Minuten ziehen lassen
3. Kokosöl abgießen und mit Beerenwachs und Sheabutter erneut erwärmen
4. Flüssige Kokosöl-Beerenwachs-Sheabutter-Mischung mit Natron-Stärke-Mischung verrühren, bis eine Creme entsteht

Aufbewahrung und Haltbarkeit der Deocreme

Die Deocreme kann man normalerweise bei Raumtemperatur (ca. 18-22 Grad) aufbewahren, dann hat sie die perfekte Konsistenz, um sie morgens aufzutragen. Es kann sich zu Beginn durch das Natron etwas sandig anfühlen, doch ich finde, man gewöhnt sich sehr schnell daran. Durch das Kokosöl ist das Auftragen sehr angenehm, als würde man sich unter den Achseln eincremen. Dabei muss man gar nicht übermäßig viel benutzen, ein „Finger voll“ reicht vollkommen aus. Dann zieht das Deo auch schnell ein. Im Sommer, wenn es relativ warm ist, sollte man die Deocreme vorsichtshalber in den Kühlschrank stellen, denn ab 25 Grad wird das Kokosöl in der Creme flüssig. Wenn man die Creme im Kühlschrank aufbewahrt, ist sie zwar zunächst fest, doch zwischen den Händen schmilzt sie sehr schnell und lässt sich dann wieder gut auftragen. Ein Deo-Döschen reicht bei mir je nach Jahreszeit zwischen 3 und 4 Wochen. Das zweite Deo-Döschen kann in der Zeit einfach im Kühlschrank gelagert werden, bis man das erste aufgebraucht hat. Die Haltbarkeit liegt daher, wenn man mit sauberen Utensilien arbeitet, bei mindestens zwei Monaten.

Feste Deocreme direkt aus dem Kühlschrank – schmilzt bei Hautkontakt

Anwendung der Kräuter-Deocreme

Wie viel man von der Deocreme benötigt, hängt natürlich auch davon ab, wie viel man sich bewegt und wie stark jemand schwitzt. Wenn man sich nicht viel bewegt und hauptsächlich am Schreibtisch arbeitet, reicht eine Anwendung morgens vollkommen aus. Wenn man im Sommer im Garten arbeitet oder Sport macht, muss man sich wahrscheinlich noch ein zweites Mal deodorieren – und nach schweißtreibender Gartenarbeit steht ja sowieso eine erfrischende Dusche an. Das Schöne an dem Deo ist, dass es durch die pflegende Sheabutter und das Kokosöl sehr angenehm aufzutragen ist. Von Reizungen selbst nach der Achselrasur keine Spur – allerdings muss das jeder für sich selbst austesten, wie gut er mit der Deocreme zurechtkommt. Wer Natron oder einen anderen Inhaltsstoff nicht gut verträgt, sollte das Deo natürlich nicht verwenden.

Kurzer Hinweis: Ich kann hier nur meine persönlichen Erfahrungen weitergeben. Gerade wer empfindliche Haut hat, sollte daher vorher einfach mal seine Kosmetikerin/seinen Kosmetiker oder seine Hautärztin/seinen Hautarzt um Rat fragen. Wenn ihr noch andere Tipps habt, freue ich mich sehr darüber!

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