Was ist Pflanzenerde?

Erde im Sinne von Erde für Pflanzen ist ein Gemisch aus mineralischen und organischen Bestandteilen, das den Wurzeln von Pflanzen Halt gibt, den Pflanzen Nahrung bietet und Lebensraum für viele Mikroorganismen ist.  

Pflanzenerde und Mutterboden

Pflanzenerde kann unterschieden werden in abgepackte Pflanzenerde, auch als Kultursubstrat bezeichnet, und Mutterboden. Als Mutterboden bezeichnet man die Erde, die natürlicherweise im Boden vorkommt. 

Pflanzenerde für Kübelpflanzen oder Balkonkästen

Abgepackte Pflanzenerde beziehungsweise Kultursubstrat gehört zu den wichtigsten Arbeitsmitteln eines Gärtners. Für den Anbau von unterschiedlichen Kulturpflanzen in Kübeln oder Töpfen werden oft verschiedene Pflanzenerden benötigt. Die Beschaffenheit Pflanzenerde muss auf die speziellen Bedürfnisse des jeweiligen Gewächses abgestimmt sein. Denn je nach Verwendung setzen sich die Erden aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammen und unterscheiden sich hinsichtlich ihres Nährstoffgehaltes und pH-Wertes. Viele Pflanzen wie Beet- und Balkonpflanzen fühlen sich in herkömmlicher Blumenerde wohl. Andere Pflanzen wie Heidelbeeren, Azaleen oder Rhododendron benötigen dagegen eine spezielle Erde, die sich durch einen niedrigen pH-Wert auszeichnet und besonders kalkarm ist. Vor dem Pflanzen sollte man sich daher in einer Gärtnerei oder im Gartenfachhandel informieren, welche Pflanzenerde für welche Pflanzen optimal ist.

Im Volmary Online Pflanzen Shop finden sich unter "Pflanztipps" und "Kulturtipps" zu jeder Pflanze auch Tipps zur Standort, zur Bodenbeschaffenheit oder zur Pflege.

Die Bodenbeschaffenheit – woraus besteht die Erde?

Die mineralischen Bestandteile der Erde sind Verwitterungsprodukte von Gesteinen. Die chemischen Eigenschaften dieser Gesteine haben einen entscheidenden Einfluss auf die Beschaffenheit der Erde. Von der Beschaffenheit der Erde und den klimatischen Bedingungen hängt ab, welche Pflanzen sich in der Natur auf dem jeweiligen Boden ansiedeln. Durch das Wurzelwachstum, den Nährstoffentzug und die Bildung organischer Stoffe, die nach dem Absterben der Gewächse im Boden zurückbleiben, verändern die Pflanzen die Bodenbeschaffenheit. Abgestorbene Pflanzenteile und Reste von Tieren werden im Boden durch Mikroorganismen zersetzt oder von Kleinlebewesen abgebaut. Die lebenden und abgestorbenen Organismen im Boden bilden insgesamt den Humus. 

Humus – Nährhumus und Dauerhumus

Der Begriff Humus stammt aus der lateinischen Sprache und bedeutet Erde. In der Bodenkunde werden unter dem Begriff Humus alle organischen Bestandteile der Erde zusammengefasst. Die Bodenkunde unterscheidet zwischen Nährhumus und Dauerhumus. Den Nährhumus bilden pflanzliche und tierische Überreste, die sich schnell abbauen lassen. Diese Bestandteile dienen vor allem Mikroorganismen und Kleinstlebewesen als Nahrungsquelle und fördern durch ihre Nährstofffreisetzung das Pflanzenwachstum wesentlich.  Die Ausscheidungen dieser tierischen Lebewesen bilden zusammen mit schwerverdaulicher Zellulose und Holzbestandteilen den Dauerhumus, der nur sehr langsam zersetzt wird. Der langsame Abbau des Dauerhumus macht die darin enthaltenen Nährstoffe langsam wieder für die Pflanzen verfügbar. Pflanzen ernähren sich autotroph. Das bedeutet, sie benötigen für ihr Wachstum anorganische Stoffe. Die anorganischen Nährstoffe sind vor allem stickstoff-, phosphor- und kaliumhaltige Salze, die im Bodenwasser gelöst sind und von den Wurzeln aufgenommen werden. Dauerhumus gehört deshalb zu den wichtigsten Bestandteilen des Mutterbodens. Die Bildung von Dauerhumus wird durch das Einarbeiten von Mulch unterstützt. 

Bodenbeschaffenheit bestimmen

Die Bodenbeschaffenheit wird auf der Grundlage physikalischer, chemischer und biologischer Eigenschaften bestimmt. Physikalische Eigenschaften sind der Wassergehalt und der Luftgehalt der Erde sowie die Korngrößenzusammensetzung der festen Bodenbestandteile. Bei den chemischen Eigenschaften sind der pH-Wert und der Gehalt an Nährsalzen ausschlaggebend. Der Gehalt und die Zusammensetzung des Humus gehören zu den biologischen Eigenschaften. Hinweis auf die Bodenbeschaffenheit geben Zeigerpflanzen, die sich auf den unterschiedlichen Erdböden auf natürliche Weise entwickeln. Aus der Beobachtung der Zeigerpflanzen lässt sich die optimale Zusammensetzung für verschiedene Pflanzenerden ableiten.

Pflanzen haben unterschiedliche Ansprüche an den Boden

Blumen, Gemüse, Obst und Kräuter  sind in der Regel Kulturpflanzen mit unterschiedlichen Ansprüchen an die Bodenbeschaffenheit. Der Ertrag hängt vor allem davon ab, wie es dem Gärtner gelingt, die Eigenschaften der Pflanzenerde gezielt zu beeinflussen. Das erreicht er durch angemessene Bewässerung, Bodenbearbeitung, Düngung und geschickte Fruchtfolge. Eine Anpassung der Erde lässt sich auch durch das Untermischen von Blähton oder das Aufbringen von Rindenmulch erreichen. Beim Abdecken der Erde mit Rindenmulch wird sowohl ein Austrocknen des Bodens als auch das Ansiedeln von Unkraut vermindert. Soll der Garten viele unterschiedliche Kulturen hervorbringen, besteht die Möglichkeit, verschiedene Pflanzenerden zu beschaffen und damit spezielle Beete anzulegen. 

Pflanzenerden für Kübelpflanzen

Im Handel sind verschiedene Pflanzenerden erhältlich. Von Anzuchterde über Blumenerde bis zur Bio-Erde kann man verschiedenste Pflanzenerden kaufen. Die Pflanzenerden sollten auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmt sein. Verschiedene Pflanzenerden zu vermischen, könnte die Bodenfruchtbarkeit für Kulturen mit spezifischen Bodenansprüchen nämlich verschlechtern. Während man also Balkon- und Beetpflanzen wie Petunien, Verbenen oder Geranien meist ohne große Bedenken in Blumenerde pflanzen kann, sollten Moorbeetpflanzen wie Azaleen nicht in Blumenerde gepflanzt werden. Sie benötigen eine kalkarme und saure Erde. Eine Durchmischung der Erden kann für die Azaleen nachteilig sein: Zu viel Kalk schadet der Wasseraufnahme. Aus Gründen des Moorschutzes kann man auch auf torfreduzierte Erden zurückgreifen. Wenn man auf torffreie Erden zurückgreift, sollte man Qualitätserden wählen, die eine lockere, luftige Struktur aufweisen.

Zwei Methoden zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit

Zur Verbesserung und Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit sind zwei Methoden gebräuchlich. Eine Methode besteht im Einbringen von Mineraldünger in die Erde. Dadurch werden die Pflanzen direkt mit den benötigten Nährstoffen versorgt. Daneben gibt es noch eine zweite Methode, den Boden mit organischen Stoffen und zusätzlichen lebenden Organismen anzureichern.

1. Mineraldünger für Pflanzen

Beim Einsatz von Mineraldünger sind die Gebrauchsanleitungen der Hersteller sorgfältig einzuhalten. Übersteigt der Gehalt an Nährsalzen in der Pflanzenerde einen bestimmten Grenzwert, entzieht die Erde den Pflanzen das Wasser und lässt sie vertrocknen.

2. Verwertung von Kompost

Tipp: Eine einfache und effektive Methode, die Bodenfruchtbarkeit im Garten zu erhöhen, bleibt die Verwertung von Bioabfällen zu Kompost. Der wichtigste Helfer des Gärtners ist dabei der Regenwurm mit seinen Artverwandten. Spezielle Firmen beschäftigen sich mit der Anzucht und dem Vertrieb von Wurmkulturen, um die Gärtner beim Kompostieren von Bioabfällen zu unterstützen.

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