Der Ursprung

Lavendel ist der Klassiker in deutschen Gärten. Vermutlich liegt das an der sommerlich-entspannten Atmosphäre, die der Lavendel mit seinen violetten Blüten und dem Duft der Provence verbreitet.

Bereits im alten Rom wurde die Lavendelpflanze für die Herstellung duftender Bade-Essenzen genutzt. Es verwundert einen daher kaum, dass sich der Name dieser Pflanze von dem lateinischen Wort "lavare" ableiten lässt, was so viel wie "waschen" bedeutet. Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae). Auch Kräuter wie Minze und Salbei zählen zu dieser Pflanzenfamilie. 

Der Lavende zählt zu den Halbsträuchern, da er unten verholzt. Ursprünglich war er in den Küstenregionen des Mittelmeers beheimatet, wo er sich an trockenen, warmen Plätzen besonder wohlfühlte. Auch in deutschen Gärten ist der Lavendel ein häufiger und gern gesehener Gast, wobei nicht jede der 25 Lavendelarten die kalten Winter in Deutschland übersteht. Beispielsweise ist eine der beliebteren Sorten, der Schopf-Lavendel  (Lavendula stoechas), nicht winterhart. Allerdings muss man immer berücksichtigen, dass "winterhart" relativ zu verstehen ist: In kühleren Regionen können auch winterharte Lavendelsarten zusätzlichen Schutz benötigen, während sie in wärmeren Regionen ohne Probleme überleben.

In Mitteleuropa wird vorrangig die winterharte Lavendelart Lavendula angustifolia kultiviert. Eine der beliebtesten Ziersorten ist beispielsweise der winterharte Stauden-Lavendel 'Hidcote Blue', der bei guter Pflege zu einem wunderschönen Lavendelstrauch werden kann. Diese Lavendelart wurde im 19. Jahrhundert entdeckt und ist für ihren kompakten Wuchs bekannt. 

Lavita_Schmetterlingslavendel
Lavita - der Schmetterlingslavendel gehört zu den nicht-winterharten Arten

Der Schmetterlingslavendel begeistert mit wunderhübschen Blüten

Die Optik

Die hübsche Pflanze mit den meist violettenblauen Blüten und dem herrrlichen Duft ist eine gute Wahl sowohl für das Blumenbeet als auch für den Kübel auf dem Balkon. Den ganzen Sommer über blüht sie nahezu ohne Unterlass. Durch einen Rückschnitt nach der ersten Blüte kann man die Pflanze sogar zu einer zweiten Blüte anregen. Neben den violetten Blüten gibt es auch Lavendelsorten mit rosafarbenen und weißen Blüten. Lavendel zeichnet sich durch einen kompakten, aufrechten und stark verzweigten Wuchs aus. Besonders auffällig sind neben den duftenden Blütenreihen seine nadelförmigen, graugrünen Blätter. Lavendel ist mehrjährig und kann eine Höhe von etwa 60 bis 100 Zentimetern erreichen. 

 
Duft-Lavendel_Grosso
Duft-Lavendel 'Grosso' - eine Erinnerung an die Provence

Der winterharte Duft-Lavendel begeistert mit besonders aromatischem Duft

Der Standort

Lavendel mag es gerne warm und sonnig. Auch mit ein wenig Trockenheit kommt die Pflanze gut zurecht. Der Boden sollte eher braucht nährstoffarm und durchlässig sein. Hat man einen winterharten Lavendel wie den 'Hidcote Blue' im Garten oder auf der Terrasse stehen, kann man ihn über den Winter draußen lassen, da er winterhart ist. Allerdings sollte man beachten, dass der Boden im Winter nicht zu feucht sein sollte, da die Wurzeln des Lavendels sonst empfindlich gegenüber Frost werden. Daher sollte man nicht den Lavendel eher selten gießen und, wenn man den Lavendel im Topf stehen hat, darauf achten, dass das Wasser durch ein Loch abfließen kann. 

Lavendel pflanzen - passende Partner

Lavendel gehört zu den mediterranen Pflanzen, die es gerne sonnig, hell und warm haben. Mit seinen violetten Blüten und den silbergrauen blättern ist der Lavendel eine wunderschöne Sommerblume. Ob als Beeteinfassung, als Pflanzstreifen, als Solitärpflanze im Kübel oder als Unterpflanzung für Rosenhochstämmchen – Lavendel macht in jeder Situation eine gute Figur. Als herrlich duftender Bienenmagnet ist er in bienenfreundlichen Gärten gern gesehen und auch in Steingärten oder mediterranen Gärten darf Lavendel nicht fehlen.

Als Beeteinfassung ist der Lavendel relativ pflegeleicht und auch im Kübel oder Balkonkasten macht der Lavendel seinem Gärtner oder seiner Gärtnerin keine Probleme. In hübschen Terracottatöpfen sieht er besonders ansprechend aus. Wichtig bei der Kübelbepflanzung ist, darauf zu achten, dass das Wasser gut abfließen kann. Der Lavendel kommt eher mit Trockenheit als mit Nässe zurecht und gerade Staunnässe schadet der Pflanze deutlich: Die Wurzeln fangen an zu schimmeln und die Pflanze geht ein.

Schöne Beetpartner zum Lavendel ist beispielsweise der ebenfalls mediterrane Salbei, aber auch andere mediterrane Kräuter harmonieren mit dem Lavendel. Lavendel wird auch gerne mit Rosen zusammengepflanzt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Kombination aus Rosen und Lavendel wirkt ausgesprochen attraktiv, beide Pflanzen lieben es sonnig und hell und Lavendel soll zudem noch Blattläusen bei Rosen vorbeugen. Allerdings bevorzugen Lavendelpflanzen nährstoffärmere und trockenere Böden als Rosen. Rosen haben es gerne lehmig und humusreich. Dieses Problem kann man jedoch umgehen, indem man die Rosen und Lavendelpflanzen in Grüppchen pflanzt. Den Lavendelboden kann man vor dem Einpflanzen mit etwas Bausand abmargern. So fühlen sich beide Pflanzen wohl.

Besonders attraktiv sind auch Lavendel-Unterpflanzungen von Rosenhochstämmchen. Hier eignen sich kompakter wachsende Lavendelsorten wie der Duft-Lavendel 'Grosso' oder der Stauden-Lavendel 'Hidcote Blue'.

Der Schopflavendel wie der Schopflavendel 'Lavita' ist besonders gut für die Kübelbepflanzung geeignet. Zwar ist er wie der Echte Lavendel mehrjährig, jedoch ist er nicht winterhart und eine frostfreie Überwinterung bedeutet meist viel Aufwand. Demnach ist er wie andere Beet- und Balkonpflanzen ideal für die Sommerbepflanzung und kann im Winter beispielsweise durch Herbst- und Winterblumen wie Winterveilchen, Knospenheide oder Alpenveilchen ersetzt werden.

 
Duft-Lavendel_Grosso
Duft-Lavendel 'Grosso' betört mit seinem Duft

Der Duft-Lavendel kann auch für einen leckeren Käsekuchen verwendet werden

Duft- und Gewürzpflanze

Lavendel hat ein sehr intensives Aroma, weshalb man es einen eher sparsamen Einsatz in der Küche erlebt. Man kann das Gewürzkraut sowohl für deftige Speisen als auch für Desserts wie Käsekuchen oder Mousse au Chocolat nutzen.

Die ätherischen Öle der Lavendelblüten und -blätter betören durch ihren Duft und sollen zudem beruhigend und entspannend wirken. In der Provence aber auch in England werden Lavendelpflanzen großflächig angebaut, um die duftenden Öle in der Kosmetik- und Parfumindustrie weiterzuverwenden. So gibt es verschiedenste Produkte, die mit dem Duft des Lavendels verfeinert sind wie Parfums, Seifen, Cremes oder Duftsäckchen. Einige der Produkte wie Duftsäckchen, duftende Lavendel-Kerzen oder Kräuter-Seifen mit Lavendel kann man auch ganz leicht selber machen. Am besten erntet man den Lavendel in den frühen Morgenstunden, dann ist der Duft am stärksten.

 
Lavendelöl
Lavendelblüten des Duft-Lavendels 'Grosso'

Lavendelblüten können zum Würzen in der Küche oder für duftende Kerzen oder Seifen verwendet werden

Lavendel schneiden

Die Lavendelpflanze muss man regelmäßig schneiden, da sonst die Zweige zu stark verholzen. Direkt nach der ersten Blüte im Sommer kann man die verblühten Triebe abschneiden und so möglicherweise noch zu einer zweiten Blüte anregen. Wenn die Temperaturen im Februar und März dann wieder gestiegen sind, ist die Zeit für den Rückschnitt gekommen. Allerdings sollte man nicht in die bereits verholzten Triebe schneiden, da der Lavendel dort nicht mehr austreiben kann. Durch den Rückschnitt verzweigt sich der Lavendel an den Schnittstellen und wächst dadurch schön buschig. 

Lavendel pflegen

Auf zusätzliche Dünger- oder Kompostgaben kann man meist verzichten, besonders wenn der Lavendel im Beet wächst. Denn Lavendel liebt mineralischen, karge Böden. Zu viele Nährstoffe sind für das Wachstum eher hinderlich. Auch Nässe mögen die Pflanzen nicht so gern. Daher sollte man nur gießen, wenn die Erde tatsächlich getrocknet ist. Ist sie noch feucht, sollte man mit dem Gießen noch warten. Gerade im Winter benötigen die Lavendelpflanzen kaum Wassergaben. Meist leiden sie eher an zu viel Feuchtigkeit als an der Kälte.

 
Stauden-Lavendel_Hidcote Blue
Stauden-Lavendel 'Hidcote Blue

Stauden-Lavendel kann auch im Topf überwintern

Lavendel im Winter pflegen

Um den Lavendel sicher über den Winter zu bringen, ist ein vor Winden geschützter und heller Sonnenplatz. Wichtig ist auch ein gut durchlässiger Boden. Vorsichstshalber kann man den Lavendel mit etwas Tannengrün oder Reisigzweigen bedecken, um ihm zu schützen. Steht der Lavendel im Topf, sollte man diesen an eine wind- und regengeschützte Ecke stellen. Sinnvoll ist es, den Topf in eine Holzkiste mit Laub zu stellen oder mit Jute zu umwickeln. So kann man die Wurzeln besser vor Frostschäden schützen. Gegossen wird sehr sparsam und nur an frostfreien Tagen. Der Wurzelballen soll zwar nicht austrocknen, der Lavendel soll jedoch auch nicht im Nassen stehen.

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